Am 1. Februar wäre Clark Gable 125 Jahre alt geworden. Die Hollywood-Ikone drehte viele herausragende Filme, doch wo sind Klassiker wie „Vom Winde verweht“ zu sehen?
125. Geburtstag von Clark GableHier können Sie seine größten Filme sehen

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Ein Film, der seine beiden Hauptdarsteller unsterblich machte: In „Vom Winde verweht“ spielen Clark Gable und Vivien Leigh den Lebemann Rhett Butler und die verwöhnte Scarlett O'Hara, die eine dramatische Liebe verbindet. (Bild: ARTE / ZDF / Tele München)

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Clark Gable, hier noch ganz jung, wurde zu einem der größten Stars des US-Kinos. Am 1. Februar wäre die Filmikone 125 Jahre alt geworden. Das Bild zeigt ihn am Set der Komödie „Love on the Run“ mit Joan Crawford in einer weiteren Hauptrolle. (Bild: Hulton Archive)
Nur ein halbes Dutzend Schauspieler, männlich, waren für das Kino laut American Film Institute bedeutender als er: Humphrey Bogart, der größte von allen, Cary Grant, James Stewart, Marlon Brando, Fred Astaire und Henry Fonda. Dann schon kommt er, Clark Gable. Vor 65 Jahren starb der Schauspieler mit nur 59 Jahren, nach einem Herzinfarkt und einem letzten kreativen Höhenflug. Bis heute ist der Oscar-Preisträger unvergessen - umso erstaulicher daher, dass er zu seinem 125. Geburtstag vom deutschen Fernsehen kaum, um nicht zu sagen: gar nicht gewürdigt wird. Wer in den Genuss von Gables größten Filmen kommen will, kann dennoch auf seine Kosten kommen, auf diversen Streaming-Plattformen ist mancher davon zu finden.
Vom Winde verweht (1939)

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Ein Klassiker der Screwball-Komödie: „Es geschah in einer Nacht“ handelt von einem Reporter (Clark Gable) und einer widerspenstigen Millionärstochter (Claudette Colbert), die sich über Umwege doch ineinander verlieben. (Bild: Columbia TriStar Pictures)
Natürlich verdankt der am 1. Februar 1901, in Cadiz, Ohio geborene Schauspieler seinen Ruhm vor allem dieser einen Rolle im vermutlich größten Hollywoodfilm, der je gedreht wurde. In der aufwändigen Verfilmung von Margaret Mitchells nicht weniger monumentalem Roman „Vom Winde verweht“ spielt Gable den Lebemann und Freidenker Rhett Butler, der sich zur Zeit des amerikanischen Sezessionskrieges (1861 bis 1865) in die attraktive Scarlett O'Hara (Vivien Leigh) verliebt. Doch seine Gefühle werden nicht erwidert, noch nicht.

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In „Meuterei auf der Bounty“ spielt Clark Gable (rechts) einen Marineoffizier, der an Bord eines englischen Frachters gegen einen tyrannischen Kapitän (Charles Laughton) rebelliert. (Bild: MGM - Metro-Goldwyn-Mayer)
Die selbstsüchtige Tochter eines Plantagenbesitzers ist vernarrt in ihren Jugendfreund Ashley Wilkes (Leslie Howard), der wiederum seine Cousine Melanie liebt und schließlich auch heiratet. Spät und erst nach etlichen Schicksalsschlägen erkennt Scarlett, dass Rhett der Richtige ist. Doch der will nicht mehr, er hat die Frau, mit der er zwischenzeitlich in einer lieblosen Ehe lebte, aufgegeben. Scarlett beschließt, um Rhett zu kämpfen - aber nicht sofort, sie verschiebt den Kampf auf morgen. Eine der schönsten Liebesgeschichten des Kinos ist auf dem Streaming-Dienst HBO Max abrufbar.
Es geschah in einer Nacht (1934)

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Die Abenteuer-Romanze „Mogambo“ ist der einzige Film, den Clark Gable, aber auch Grace Kelly (Bild), mit der Regie-Ikone John Ford drehte. (Bild: ARD / Degeto)
Weniger melodramatisch, aber genauso turbulent in Liebesangelegenheiten geht es in diesem zeitlosen Filmklassiker zu. „Es geschah in einer Nacht“, was wie der Titel eines Horrorfilms klingt, bezeichnet eine der spritzigsten Komödien überhaupt. Es ist ein Film, der einiges ins Rollen brachte: das Genre der Screwball-Komödie, aber auch die Karrieren von Regisseur Frank Capra und der Hauptdarsteller Claudette Colbert und Clark Gable. Alle drei bekamen für ihre Leistungen je einen Oscar. Dazu gab es einen Preis für den besten Film und das beste Drehbuch - was „Es geschah in einer Nacht“ zum ersten Film werden ließ, der den begehrten Preis in den fünf wichtigsten Kategorien gewann.

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In der amüsanten Western-Komödie „Heißer Süden“ spielt Clark Gable einen Gauner, der an das Geld einer rüstigen alten Dame will. (Bild: IMAGO / United Archives)
Colbert spielt in dem Meisterwerk die Millionärstochter Ellen Andrews, die gegen den Willen ihres Vaters den windigen Lebemann King Westley geheiratet hat. Dem Zorn des alten Bankiers entzieht sich Ellie durch Flucht von Florida zu ihrem Ehemann nach New York. Unterwegs begegnet sie dem Reporter Peter Warne (Gable), der aus Ellies Geschichte berufliches Kapital schlagen will. Die beiden werden partner in crime, wie man im Englischen sagt, die bei ihrer Flucht durch das von der Großen Depression gebeutelte Amerika der 1930er-Jahre immer mehr Gefallen aneinander finden. Am Ende fällt die Liebe dorthin (und das wird zu einem Standard der Screwball-Komödie), wo es niemand vermutet hätte. „Es geschah in einer Nacht“ ist zum Leihen auf Amazon Prime und Apple TV erhältlich.
Meuterei auf der Bounty (1935)

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„Misfits - Nicht gesellschaftsfähig“ zeigt Marilyn Monroe, Clark Gable (Mitte), Montgomery Clift auf dem Höhepunkt ihres Könnens. Die Premiere des vielschichtigen Dramas von John Huston erlebte Gable nicht. (Bild: ARD Degeto)
Ein Jahr nach der gefeierten Komödie „Es geschah in einer Nacht“ war Gable mit „Meuterei auf der Bounty“ (1935) in einem weiteren Oscar-Erfolg zu sehen. Die Geschichte des Abenteuer-Dramas ist teils gefunden, teils erfunden. Sie basiert auf realen Ereignissen, die sich Ende des 18. Jahrhunderts an Bord eines englischen Frachtseglers zugetragen haben, die die Drehbuchautoren auf Grundlage des Romans „Die Meuterei auf der Bounty. Schiff ohne Hafen“ jedoch stark bearbeitet haben.

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Clark Gable starb am 16. November 1960 an einem Herzinfarkt. (Bild: Hulton Archive/Getty Images)
Gable spielt in dem Klassiker einen Marineoffizier, der 1787 an Bord eines englischen Seglers auf der Fahrt nach Indien die grausame Härte des Kapitäns (Charles Laughton) nicht mehr hinnehmen will und zum Anführer einer Rebellion wird. Das packende Abenteuer-Drama, dessen Stoff 1962 (mit Marlon Brando und Trevor Howard) und 1984 (mit Anthony Hopkins und Mel Gibson) noch zweimal starbesetzt verfilmt wurde, erhielt 1936 einen Oscar als bester Film. Nominiert waren unter anderem auch Gable und Laughton als beste Hauptdarsteller. Die „Meuterei“ ist bei Amazon Prime oder Apple TV zum Leihen erhältlich.
Mogambo (1953)
In seiner Karriere hat Clark Gable mit vielen bedeutenden Regisseuren zusammengearbeitet, mit Frank Capra, Victor Fleming (“Vom Winde verweht“, „Der Testpilot“„), William A. Wellman (“Colorado“), Robert Wise (“U 23 - Tödliche Tiefen“) und nicht zuletzt John Ford. Mit Ford, dem Meister des Western, drehte er „Mogambo“, eine beschwingte Abenteuer-Romanze um einen Großwildjäger (Gable), der sich in Afrika in die Frau (Grace Kelly) eines Forschers verguckt. Zu einer Affäre wird es nicht kommen, der Tierfänger wird bald von einer anderen Frau eingefangen, einer attraktiven Tänzerin (Ava Gardner), die sich in den Afrika-Abenteurer verliebt hat. „Mogambo“ ist zum Leihen unter anderem bei Amazon Prime und Apple TV erhältlich.
Heißer Süden (1956)
Mit Ford einen Western zu drehen, blieb Clarke Gable versagt. Dafür steuerte Gable mit einem anderen bedeutenden Regisseur manche Perle zum Genre bei: Raul Walsh. Mit ihm drehte Gable zwei herausragende Western, „Drei Rivalen“ (1955) und den Film, der auf der kostenlosen Streaming-Plattform Plex erhältlich ist, „Heißer Süden“ (1956). Letzterer, eine amüsant-unterhaltsame Western-Komödie, handelt von einem Gauner (Gable), der sich auf der Farm einer Frau einnistet. Das tut er nicht, weil er sich in die rüstig auftretende Dame oder in eine ihrer Töchter verliebt habt. Nein, der Hochstapler hat es auf den Schatz abgesehen, den er auf der Farm vermutet.
Misfits - Nicht gesellschaftsfähig (1961)
Wenn man so will, ist auch das ein Western - und zwar einer in zeitgenössischem Gewand. Es ist der letzte Film, in dem nicht nur Marilyn Monroe, sondern auch Clark Gable zu sehen waren. Die Monroe starb 1962, Gable im November 1960, anderthalb Monate vor der Weltpremiere von „Misfits - Nicht gesellschaftsfähig“. Das Drama von John Huston erzählt von einer frisch geschiedenen Tänzerin (Monroe), die sich in Nevada der 1950er-Jahre mit drei Cowboys zusammentut. Gaylord (Gable), Perce (Montgomery Clift) und Guido (Eli Wallach) verlieben sich in Roslyn, doch nur einem, Gay, wird sie ihr Herz schenken.
Die Beziehung steht unter keinem günstigen Stern. Roselyn ist angewidert von der Art, wie die Cowboys ihr Geld verdienen. Sie fangen Wildpferde ein, die schließlich zu Hundefutter verarbeitet werden. Aber auch die Cowboys hadern mit ihrer Existenz und der Welt, in der sie leben. „Misfits - Nicht gesellschaftsfähig“ ist ein schonungsloser Abgesang auf das moderne Amerika, wo die Freiheit des Menschen - einst eine Verlockung - von den Zeitläuften zunehmend ausgehöhlt wird. Das Drehbuch in dem glänzend gespielten Drama stammt von dem Dramatiker Arthur Miller (“Tod eines Handlungsreisenden“), der zur Zeit der Dreharbeiten mit der Monroe verheiratet war. „Misfits“ ist im Abo von Amazon Prime erhältlich. (tsch)

