Kommentar Kritik am Zoch im Stadion: Festkomitee und Stadt Köln müssen Fragen beantworten

Das Kölner Rheinenergie-Stadion 2020

Rosenmontag 2022 wird es ein Fest im Rheinenergie-Stadion in Köln geben.

Nach Bekanntwerden des Rosenmontagsfests im Kölner Stadion hagelt es Kritik in den sozialen Netzwerken. Auf diese Fragen muss es plausible Antworten geben, meint unser Autor. Ein EXPRESS.de-Kommentar.

Jeden Tag eine neue Nachricht in Sachen Karneval, jeden Tag muss das Festkomitee Kölner Karneval als Interessenvertretung der Vereine eine Antwort darauf finden. Eine zermürbende Aufgabe. Die Antwort auf den ausgefallenen Rosenmontagszug lautet: Es gibt ein Fest im Stadion.

Dabei steht der Karneval als Ganzes leider immer in der Kritik, weil er ohnehin schon polarisiert: Manche Menschen mögen ihn, andere wiederum konnten dem Fest schon vor der Pandemie überhaupt nichts abgewinnen.

Rosenmontag in Köln: Kritiker brauchen Antworten auf Stadion-Fest

Da verwundert es auch nicht, dass das Rosenmontagsfest im Rheinenergie-Stadion die Gemüter erhitzt. In diesem Fall wohl zu Recht, weil „wir wollten uns das nicht nehmen lassen“ (so Zugleiter Holger Kirsch) nicht die Antwort auf die Frage ist, die die Menschen bewegt.

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Warum sind in der Corona-Schutzverordnung in der Brauchtumszone Umzüge explizit verboten, aber das Festkomitee und der WDR bekommen grünes Licht von der Stadt Köln? Warum bekommt das Reiterkorps Jan von Werth in der Thieboldsgasse unter freiem Himmel sein Fest (abgesperrt, 750 Menschen, 2G plus) zum Straßenkarneval abgelehnt?

Warum darf es in der Lanxess-Arena (Luftfilter, 2G plus) ein Konzert für 4000 Menschen geben, aber sobald es sich um Karneval dreht, wird dies abgeschmettert? Warum darf ein Spielmannszug nicht durch die Stadt laufen, aber durch das Stadion?

Genau diese Fragen können bei allem Wohlwollen nicht plausibel beantwortet werden. Trotzdem ist es gut und richtig, dass unter Einhaltung aller Regeln Veranstaltungen stattfinden und dass die Stadt den Menschen die Hand reicht. Nur sollte bitte gleiches Recht für alle gelten.

Köln: Hass und Häme gegen Stadt und Festkomitee völlig daneben

Um es nochmal zu unterstreichen: Häme und Hass im Netz gegen Stadt und Festkomitee sind völlig daneben. Denn niemand ist gezwungen, Karneval zu feiern oder Veranstaltungen (die gegen kein Gesetz der Welt verstoßen) zu besuchen. Aber eben diese Institutionen müssen auch behutsam und verständlich Antworten geben.

Speziell beim Rosenmontagsfest darf man geteilter Meinung sein, weil sich der Eindruck aufdrängt, dass aufgrund von TV-Geldern und Geltungsbedürfnis manche Jecke eben gleicher als gleich sind. Zweierlei Maß führt zwangsläufig zu Frust und Kritik.

Der Kölner Karneval ist immer dann groß, wenn er die Menschen beim „Jeföhl“ packt. Das machen viele Kölner Vereine seit Wochen grandios. Eben dieses Gefühl und das Gespür für die Basis braucht Köln dringend wieder. Dann vereint der kölsche Fastelovend nämlich all die Attribute, die die Gesellschaft jetzt dringend braucht: Zusammenhalt. Hoffnung. Zuversicht.

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