Flughafen Köln/Bonn 500 Security-Jobs gerettet – doch der Kampf geht weiter

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Rund 500 Mitarbeiter am Flughafen Köln/Bonn, hier am 26. März 2021, werden trotz Corona-Krise übernommen.

Köln – Die Beschäftigten der Fluggastkontrollen haben bis Donnerstag (30. April 2021) lange gezittert, gebangt, gehofft – und am Ende wurde doch noch alles gut: Alle bisher beim Essener Sicherheitsunternehmen Kötter beschäftigten 586 Mitarbeiter werden vom neuen Dienstleister Securitas übernommen.

  • Happy End für Security-Mitarbeiter am Flughafen Köln/Bonn
  • 586 Sicherheitsleute werden übernommen
  • Verdi: „Regierung darf sie nicht hängen lassen”

Alle Jobs inklusive der Besitzstände, also etwa das tarifvertragliche Gehalt, Dienstjahre, Kündigungsfristen sollen erhalten bleiben. Beide Firmen haben sich zum 1. Juli auf einen Betriebsübergang verständigt.

Verdi erringt Etappensieg im Airport-Streit

„Wir werden zügig mit dem Betriebsrat und der Bundespolizei die Gespräche aufnehmen, um einen optimalen Betrieb der Fluggastkontrollen und damit weiterhin ein höchstes Maß an Sicherheit zu garantieren“, sagt Andy Matthias Müller, Geschäftsführer von „Securitas Aviation“. Für Kötter gab es nach mehr als fünfjähriger Verantwortung am Airport keine Verlängerung als Dienstleister.

Tarim Verdi Airport Security

Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim (gelbe Weste) mit Kollegen. Das Bild wurde vor der Coronakrise aufgenommen.

Was also für die Fluggäste in zwei Monaten beim Sicherheitscheck ruhig und unbemerkt über die Bühne gehen soll, hätte hinter den Kulissen für starke Turbulenzen gesorgt, betont Verdi-Sprecher Özay Tarim (43) gegenüber EXPRESS: „Gerade die Leute, die für größtmögliche Sicherheit sorgen, wurden in absolute Unsicherheit gestürzt. Es gab Gerüchte, dass Securitas wegen der Flaute bei Flügen über 200 Leute nicht übernehmen wolle. Viele Kollegen hatten Existenzängste. Wie soll man in der Pandemie auch einen neuen Job an einem Flughafen bekommen?“

Flughafen Köln/Bonn: Security-Mitarbeiter bleiben

Tarim berichtet, dass er Anfragen von Beschäftigten erhalten hätte, ob sie sich schon mal arbeitssuchend melden sollten. In zwei Monaten wäre alles vorbei. Andere hätten sich ausgenutzt gefühlt: in den Ferien früher am Rande der Belastungsfähigkeit, jetzt überflüssig.

Tarim: „Paradox ist ja, dass die Kollegen im Auftrag der Bundespolizei und somit des Bundesinnenministeriums arbeiten, also hoheitliche Aufgaben zur Terrorabwehr wahrnehmen. Aber nicht wie Beamte behandelt werden. Und sie müssen die Konsequenzen tragen, die die Regierung durch Corona vorgibt: Kurzarbeit, Gehaltsverzicht, Sorge um die Zukunft.“

Für Tarim ist der Betriebsübergang und der Erhalt aller 586 Jobs ein „Etappensieg. Jetzt gilt es, dass die Kurzarbeit, viele Kollegen erhalten vom Staat aufgestockt 80 % des Lohns, bis Jahresende ausgeweitet wird. Die Regierung darf ihre Leute, die für die Sicherheit aller sorgen, nicht hängen lassen“.

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