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Flieger verpasstKlage vor Kölner Gericht: Passagier gibt Wartezeit bei Sicherheitscheck die Schuld

Passagiere stehen in einer Schlange von mehreren hundert Metern für die Sicherheitskontrolle am Flughafen Köln-Bonn an.

Der Kläger bemängelte die zu lange Abfertigung bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Köln/Bonn Anfang September 2021. Einige Monate später, hier am 24. Juni 2022, standen Reisende in einer mehrere hundert Meter langen Schlange.

Ein Fluggast, der am Airport Köln/Bonn seinen Flieger verpasst hatte, hat vor dem Kölner Landgericht auf Schadensersatz geklagt. Er sah die Schuld bei der Bundespolizei, die für die Sicherheitskontrolle zuständig ist. 

Einchecken, dann durch die Sicherheitskontrolle: Wer schon mal geflogen ist, kennt das Prozedere am Flughafen – und allerspätestens seit 2022, als XXL-Schlangen vor dem Sicherheitscheck Schlagzeilen schrieben, weiß man auch, dass sich Letzteres gerne mal länger hinziehen kann.

Vor dem Kölner Landgericht hat jetzt ein Mann auf Schadensersatz geklagt. Er und seine Lebensgefährtin hatten im September 2021 ihren Flug nach Faro (Portugal) verpasst, weil die Sicherheitskontrolle am Flughafen Köln/Bonn zu lange gedauert haben soll.

Flughafen Köln/Bonn: Flug verpasst – Mann klagt vor Kölner Landgericht

Am 8. September 2021 sollte es für das Paar an die portugiesische Algarve gehen. Der Abflug ab Köln/Bonn war für 11.40 Uhr geplant. Auf der Internetseite des Flughafens wurde darauf hingewiesen, dass in verkehrsreichen Spitzenzeiten die Sicherheitskontrolle länger dauern könne. Fluggäste seien daher angewiesen, rechtzeitig zu erscheinen.

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Wörtlich hieß es: „In der Regel öffnet der Check-in am Flughafen 2,5 bis 3 Stunden vor dem Abflug. Es empfiehlt sich, diese Zeit für Check-in und Sicherheitskontrolle am Flughafen mindestens einzuplanen und nach dem Check-in zügig zur Sicherheitskontrolle zu gehen.“ 

Nehmen Sie hier an unserer EXPRESS.de-Umfrage zum Flughaffen Köln/Bonn teil:

Der Kläger und seine Lebensgefährtin fanden sich erst um 9.20 Uhr am Flughafen Köln/Bonn ein. Um 9.30 Uhr öffnete die Gepäckabgabe für den gebuchten Flug, rund 20 Minuten später hatten sie ihr Gepäck abgeben. Anschließend mussten sie noch in einen anderen Bereich, um ein Sperrgepäckstück aufzugeben.

Gegen 10.30 Uhr ging es zur Sicherheitskontrolle. Als sie diese nach gut einer Stunde passiert hatten und zum Gate kamen, war es zu spät. Der Flieger startete ohne sie. 

Das Paar musste umbuchen, auch Kosten fürs Taxi fielen an. Insgesamt 968,44 Euro. Das Geld wollte der Kläger jetzt zurück. Denn er sah die Schuld für den verpassten Flug bei der für die Sicherheitskontrollen zuständigen Bundespolizei. Seiner Ansicht nach waren die Sicherheitskontrollen mangelhaft organisiert. 

Flug verpasst: Kölner Landgericht begründet seine Entscheidung

Das Landgericht Köln hat den Antrag jetzt als unbegründet zurückgewiesen. Laut Gericht belege die Länge der Verweildauer beim Sicherheitscheck noch keine unzureichende Besetzung im Sinne eines Organisationsverschuldens. 

Jedenfalls sei nicht ersichtlich, dass der Kläger den Flug nicht rechtzeitig hätte erreichen können, wenn er sich – der Empfehlung des Flughafens folgend – noch früher am Check-In eingefunden hätte. Erst recht, weil der Kläger beabsichtigte, neben seinem normalen Gepäck auch noch Sportgeräte als Sperrgepäck aufzugeben.

Hätte der Kläger den Check-In bereits um 9.30 Uhr oder kurz danach beendet, hätte ihm jedenfalls noch ein ausreichender Zeitraum für die Sicherheitskontrolle zur Verfügung gestanden, um so seinen Flug noch rechtzeitig zu erreichen, heißt es in der Urteilsbegründung.

XXL-Schlangen: 2022 chaotische Zustände am Flughafen Köln/Bonn

Und weiter: Selbst wenn zugunsten des Klägers unterstellt werde, dass ein Check-In vor 9.50 Uhr nicht möglich gewesen wäre, so läge dies nicht in der Verantwortung der Bundespolizei – sondern der Fluggesellschaft, die den Schalter nicht, wie vom Flughafen angegeben, mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug geöffnet hätte.

Eine Stunde Wartezeit beim Sicherheitscheck: Darüber konnte viele Reisende im letzten Jahr nur müde lächeln. Gerade im Sommer herrschten an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf mitunter chaotische Zustände. Wegen der XXL-Schlangen vor dem Sicherheitscheck lagen die Nerven blank, viele verpassten ihre Flüge. (iri)