Der Kölner Filmemacher Bernhard Marsch starb an einem gefährlichen Bahnübergang in der Südstadt. Jetzt ist dort ein Geisterrad aufgestellt worden. Aktivist Kalle Gerigk findet bewegende Worte.
Kölner Filmemacher getötet„Jede Fahrt kann innerhalb eines Augenblicks zur Tragödie werden“

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Am Mittwochabend (20.5.26) wurde für den tödlich verunglückten Kölner Filmemacher Bernhard Marsch ein Geisterrad am KVB-Bahnübergang Ubierring/Alteburger Straße aufgestellt.

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In Köln steht ein neues Geisterrad – in Gedenken an einen weiteren getöteten Radfahrer und als Mahnung. „Bernhard (63)“ steht auf einem Schild an dem Rad, das am Mittwochabend (20. Mai 2026) am Bahnübergang Ubierring/Alteburger Straße aufgestellt wurde. Daneben liegen Blumen.
Rund 60, meist Freunde und Bekannte des Verstorbenen, waren bei einer stillen Gedenkfahrt mit dem Fahrrad dabei, die am Unfallort endete. Bernhard Marsch, Filmemacher, Drehbuchautor und Gründungsmitglied des Kölner „Filmclub 813“, war dort vor fast einem Jahr von einer Straßenbahn erfasst worden.
Nach Tod von Kölner Filmemacher: Aktivist mit berührenden Worten
„Beim Zusammenstoß mit einer Stadtbahn am 15. Juni 2025 wurde hier Bernhard (63) als Radfahrer lebensgefährlich verletzt. Er verstarb noch am Unfallort. Dieses Geisterrad soll an ihn erinnern“, sagte Horst Kraus, Vorstand des ADFC Köln. Bernhard sei immer und überall mit dem Hollandrad unterwegs gewesen, schwere Filmrollen habe er aber lieber mit der Sackkarre transportiert.
Mit dem „Filmclub 813“ war Bernhard Marsch als Gründer und 1. Vorsitzender besonders eng verbunden. Am 15. Juni war er auf dem Weg dorthin – doch eine Gruppe, die er dort treffen wollte, wartete vergeblich auf ihn.
Der tragische Tod von Bernhard Marsch erschütterte auch Kölns bekannten „Mietrebellen“ und Aktivisten Kalle Gerigk schwer. Er habe den Filmemacher Anfang der 1990er Jahre kennengelernt, erzählte er kurz nach Bekanntwerden des tragischen Unfalls.
Bei der Gedenkfahrt (Ride of Silence), die allen verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrern gilt, und dem Aufstellen des Geisterrades war Gerigk nun dabei. „Es wurde mir dabei erneut schmerzhaft bewusst, wie gefährlich es ist, in der Kölner Innenstadt Fahrrad zu fahren“, sagt er gegenüber EXPRESS.de. „Besonders bewegend war der letzte Ort der Tour, an dem das Geisterrad für Bernhard aufgestellt wurde. Zu sehen, wie zwei ihm nahestehende Frauen dort in Tränen ausbrachen, ging mir sehr nah. Auch ich kannte Bernhard, und dieser Moment hat mich sehr traurig gemacht.“
Hinter jedem Geisterrad stehe ein Mensch, ein Leben, Angehörige und Freunde, die einen geliebten Menschen verloren haben. Kalle Gerigk: „Wenn man dort steht, wird einem schmerzhaft klar, dass man im Straßenverkehr nicht vorsichtig genug sein kann. Jede Fahrt kann innerhalb eines Augenblicks zur Tragödie werden.“

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Insgesamt rund 60 Menschen waren am Mittwochabend (20. Mai 2026) dabei, als am Bahnübergang Ubierstraße/Alteburger Straße in Kölner Südstadt ein Geisterrad für den getöteten Filmemacher Bernhard Marsch aufgestellt wurde.
Daher sei der Unfallort von Bernhard Marsch für ihn nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch der Sorge. „Die Straßenbahnen fahren dort weiterhin mit hoher Geschwindigkeit vorbei. Ich selbst habe bereits mehrere gefährliche Situationen erlebt. Der Gedanke, dass sich an diesem Ort erneut ein schweres Unglück ereignen könnte, macht mich betroffen und zugleich wütend“, erklärt er.
Der Aktivist fordert: „Die KVB-Bahnen müssen im Bereich der Unfallstelle ihre Geschwindigkeit auf 20 km/h reduzieren. Danach kann die Geschwindigkeit wieder erhöht werden. Es geht nur um ein kurzes Teilstück, aber dieses kurze Stück kann im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden. Eine geringe Zeitersparnis darf niemals wichtiger sein als die Sicherheit von Menschen.“
10. Ride of Silence in Köln: Fahrt stoppte auch an Geisterrad für Miriam (†19)
In Köln fand am Mittwoch der 10. Ride of Silence statt. Die stille Gedenkfahrt mit dem Fahrrad hat ihren Ursprung 2003 in Dallas (USA), wo sie spontan von Freunden eines Radfahrers, der von einem Schulbus getötet worden war, ins Leben gerufen wurde. Daraus wurde eine weltweite Bewegung, traditionell am dritten Mittwoch im Mai.
„Diese weltweite Solidarität ist unsere Superkraft, die uns antreibt, in Köln den 10. Ride of Silence zu fahren“, erklärte ADFC-Vorstand Horst Kraus. „Viele von uns fahren dabei in weißer Kleidung und schweigend. Wir gedenken der Getöteten und mahnen zugleich.“
Bei der Gedenkfahrt wird auch an Unglücksorten, wo bereits weiß lackierte Geisterräder stehen, angehalten. So stoppten die Teilnehmenden auf dem Weg zum Unfallort von Bernhard Marsch unter anderem im Auenweg, wo ein Rad an Miriam (†19) erinnert, die 2015 bei einem Raserunfall lebensgefährlich verletzt wurde und einen Tag später im Krankenhaus verstarb.
