Die Zukunft einer Kita in der Südstadt hängt am seidenen Faden. Jetzt schaltet sich die Politik ein und stellt eine klare Forderung an die Stadtverwaltung: Rettet die Einrichtung für die Kinder!
Bangen in der Kölner SüdstadtDie Zukunft für 50 Pänz steht auf der Kippe

Copyright: Arton Krasniqi
Eltern protestieren gegen Schließung ihrer Südstadt-Kita.
Aktualisiert:
Ein Hoffnungsschimmer für viele Eltern in der Südstadt: Die Kita in der Karl-Korn-Straße, der die Schließung droht, soll eine Zukunft bekommen.
Nach dem Wunsch einer politischen Mehrheit im Bezirksparlament der Innenstadt soll die Einrichtung bis wenigstens Ende 2028 weiterlaufen. Das Gremium richtete in der vergangenen Woche eine klare Forderung an die Verwaltung: Sie soll ein entsprechendes Angebot des Vermieters annehmen. Der Antrag stammte von den Grünen, unterstützt von Linken, CDU und Volt. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Reinhold Goss, der Fraktionsvorsitzende der Grünen, erläuterte die Details. Demnach hat der Immobilienbesitzer der Stadt einen neuen Mietvertrag unterbreitet.
Dieser hätte keine feste Laufzeit, sondern eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten zum Jahresende. Der bestehende Vertrag endet im März 2027. Wegen dieser Kündigungsregelung wäre der Betrieb der Kita also bis wenigstens zum Ende des Jahres 2028 gesichert.
Zoff ums Geld: Stadt lehnt höhere Miete ab
In dem Antrag, der ohne die Stimmen der SPD und der AfD-Vertreterin beschlossen wurde, steht eine klare Bedingung. Der Betrieb soll weitergehen, „es sei denn, für alle betroffenen Kinder liegt zu einem früheren Zeitpunkt eine bedarfsgerechte, mit den Eltern abgestimmte Anschlusslösung vor“.
Der Kern des Problems: Die Einrichtung für 50 Pänz in drei Gruppen steht auf der Kippe, weil die Stadtverwaltung die geforderte Mieterhöhung des Eigentümers als zu hoch ablehnt.
Große Unsicherheit für Familien und Kinder – Tausende unterstützen Online-Petition
Aus Sicht der Verwaltung ist die geforderte Summe nicht vertretbar. Kommt es zu keiner Einigung zwischen den Parteien, ist im März 2027 das Ende besiegelt. Für die betroffenen Kinder und Familien bedeutet dies große Unsicherheit. Eine Online-Petition, die den Erhalt der Einrichtung fordert, hat bereits mehr als 2100 Unterstützer gefunden.
Für die Kinder könnte es sogar noch früher ungemütlich werden: Sie müssten die Kita eventuell schon zum Jahresende verlassen. Der Grund sind vertraglich festgelegte Rückbauarbeiten, zu denen die Stadt verpflichtet ist.
„Dürfen nicht mit Zukunftsängsten in die Ferien“
Die Politiker, die für den Antrag stimmten, wollen mit ihrer Initiative vor allem eines erreichen: den Kindern mehr Zeit in ihrem gewohnten Umfeld geben. So soll sichergestellt werden, dass sie, falls ein Umzug unvermeidlich wird, in aller Ruhe Abschied nehmen können.
Ein Rauswurf mitten im Kita-Jahr soll auf jeden Fall verhindert werden. In der Begründung für die Dringlichkeit des Antrags wird betont, dass der „aktuellen Verunsicherung“ von Kindern, Eltern und dem Personal schnell entgegengewirkt werden muss. Der eindringliche Appell lautet: „Insbesondere Kindergartenkinder dürfen nicht mit Zukunftsängsten in die Sommerferien verabschiedet werden.“
Darüber hinaus verlangt die Bezirksvertretung von der Stadtverwaltung eine genaue Untersuchung. Es soll eine „stadtteilbezogene Bedarfsanalyse“ für die Stadtteile Neustadt und Altstadt Süd erstellt werden. Diese soll aufzeigen, wie viele Plätze in den fünf als Ausweichmöglichkeit genannten Kitas tatsächlich frei sind. Ein weiterer Punkt ist der geplante Betriebskindergarten am Krankenhaus „Severinsklösterchen“: Hier soll geklärt werden, wie viele Plätze auch für Kinder zur Verfügung stehen, deren Eltern nicht in der Klinik arbeiten.(red)
