Die brutale Hitze hat die Stadt an ihre Grenzen gebracht. Jetzt ist klar: Köln braucht dringend einen Plan für solche Hitzesommer – und zwar sofort.
Nach extremer HitzeWeckruf für den Kölner Rat: „Es wird tödlicher“

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Kräfte des Malteser-Hilfsdienstes bauen Ende Juni im Notfallversorgungszentrum der Feuerwehr Köln in einer gekühlten Messehalle Feldbetten auf.
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Köln ächzt unter der Gluthitze! Die extreme Hitzewelle der Vorwoche war ein Weckruf für die Politik. Am Donnerstag befasste sich der Stadtrat in einer Aktuellen Stunde mit der Frage: Wie wappnet sich Köln für künftige Hitzerekorde?
Über die Parteigrenzen hinweg herrschte laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ schnell Konsens: Die Stadt muss mehr kühle Rückzugsorte für die Bevölkerung schaffen. Vor allem Kliniken, Seniorenheime und Schulen sollen rasch mit Kühl- und Klimaanlagen nachgerüstet werden.
Mit einem gemeinsamen Antrag machten Grüne, SPD und CDU sofort Druck. Die für Köln vorgesehenen Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes sollen gezielt in Maßnahmen gegen den Klimawandel und zur Anpassung an seine Folgen fließen. Der Schwerpunkt liegt klar auf Hitzeresilienz.
Das Paket umfasst Schritte zur CO₂-Reduktion, die Entsiegelung von Flächen, mehr Schatten und eine massive Begrünung der Stadt, etwa durch Baumpflanzungen sowie Dach- und Fassadenbegrünungen. Grünen-Fraktionschefin Christiane Martin nannte das Kind beim Namen: „Das Phänomen, dass wir in der vergangenen Woche erlebt haben, heißt Klimawandel“. Köln müsse den Klimaschutz nun mit höchster Priorität angehen, was auch einen klimaneutralen Verkehr durch mehr Radwege und einen gestärkten ÖPNV beinhalte.
Klimaanlagen als notwendige Sofortmaßnahme
„Das kostet alles verdammt viel Geld“, gab Martin zu bedenken. Die Finanzmittel des Bundes seien lediglich ein „Tropfen auf dem heißen Stein“. Sie forderte ein komplettes Umdenken bei Bau und Planung in Köln. Es brauche viel mehr Grün und Freiraum.
Auch Constanze Aengenvoort (CDU) fand klare Worte: „Die Hitze in der vergangenen Woche hat viele Menschen an ihre Grenzen gebracht“. Insbesondere pflegebedürftige, ältere Menschen und Kinder hätten darunter gelitten.
„Für uns als CDU gilt, dass wir uns prioritär für die Klimaanpassung einsetzen“, so Aengenvoort. Der Klimawandel sei auf kommunaler Ebene nicht zu besiegen. Klimaanlagen seien daher eine notwendige Sofortmaßnahme, aber es brauche auch mehr Bäume, Schatten und Wasser, um Köln widerstandsfähiger zu machen. Ihr bemerkenswertes Fazit: „Wir werden unser Leben verändern müssen, das gilt auch für die CDU“.
„Es wird heißer, es wird tödlicher“
SPD-Fraktionsgeschäftsführer Pascal Pütz dankte den vielen Helfern, sparte aber nicht mit Kritik an der Verwaltung. „Spätestens Anfang der Woche war es klar, was uns bevorstehen würde. Warum hat man sich nicht früher darauf vorbereitet, und warum gab es am Ende nur eine Kälteinsel in der Messe?“, fragte er.
Das zeige, dass die Hitzegefahren nicht im Fokus stünden. Man müsse den Menschen mehr klimatisierte Orte zugänglich machen und über die Absage von Großveranstaltungen nachdenken, die Rettungskräfte binden. Seine düstere Prognose: „Es wird heißer, es wird tödlicher“. Die Stadt Köln müsse ihre Kommunikation verbessern.
Linke-Fraktionschefin Isabel Gerken erinnerte daran, dass der Klimawandel seit den 1980er-Jahren wissenschaftlich belegt sei. „Wer heute von einer bloßen Hitzewelle spricht, der hat die Realität der Klimakatastrophe verkannt“, sagte sie. Arme Menschen seien von den Folgen besonders betroffen. Kalk sei einer der am stärksten versiegelten Stadtteile, wo viele Menschen mit geringem Einkommen leben. „Sie können nicht einfach umziehen. Die öffentliche Hand muss klimaresistente Wohnungen bauen, die bezahlbar sind“, forderte Gerken. Jana Ibrić (Volt) verwies auf Vorbilder wie Barcelona und Paris, die ihre Bevölkerung besser schützen. Sie warb dafür, Grünflächen zu erhalten statt sie zu bebauen und schloss mit dem Appell: „Wenn wir Böden entsiegeln, schützen wir Menschen“. (red)

