+++ EILMELDUNG +++ Hitze-Ausnahmezustand Kliniken schlagen Alarm: Erste Todesfälle in Köln

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Hitze-AusnahmezustandKliniken schlagen Alarm: Erste Todesfälle in Köln

Auch in Merheim mussten zahlreiche Patienten im Schockraum behandelt werden (Symbolfoto)

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Auch in Merheim mussten zahlreiche Patienten im Schockraum behandelt werden (Symbolfoto)

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In Köln herrscht weiterhin Hitzealarm. Die Notaufnahmen der Kölner Kliniken sind voll.

Seit Freitagabend herrscht an den drei Standorten der Kölner Kliniken in Merheim, Holweide und im Kinderkrankenhaus der Hitze-Ausnahmezustand.

„Wir sind in den Einrichtungen am Limit“, bestätigt der Sprecher der Kliniken, René Hartmann, am Sonntagmittag auf EXPRESS.de-Nachfrage.

Kölner Kliniken im Hitze-Ausnahmezustand

Besonders dramatisch war es am Samstag in Merheim. Zusätzliches Personal musste sogar aus dem freien Wochenende geholt werden. Auch am Sonntag ist die Lage noch angespannt. Zumal der Hitze-Höhepunkt um 13 Uhr noch nicht erreicht wurde. 

Laut Hartmann gab es eine insgesamt höhere Anzahl an Todesfällen, die mutmaßlich mit der Hitze in Zusammenhang stehen. Die Personen litten demnach an Vorerkrankungen.

„Unsere Teams mussten mehr als doppelt so viele Reanimationen nach Herz-Kreislauf-Stillstand sowie mehr als ein Drittel mehr Schockraumversorgungen von schwerstkranken Patienten durchführen als an einem üblichen Samstag“, so Hartmann. Der 37-Jährige war an dem Tag selbst als Sanitäter im Einsatz.

Übliche seien zwei bis drei Reanimationen, am Hitze-Samstag seien es fünf bis sechs gewesen.

Zudem wurde in Merheim eine mobile Sanitätsstation eingerichtet. Hitzepatienten wurden noch auf dem Klinikgelände abgeduscht und mit Eis heruntergekühlt, bevor sie überhaupt der Notaufnahme zugeführt wurden. Dehydrierte Patienten wurden teilweise auf dem Flur behandelt, weil die Stationen längst voll waren.

Die Kapazitäten stießen schnell an ihre Grenzen. Am Standort Merheim kam es am Samstagvormittag zeitweise zu einem sogenannten „Overcrowding“ der Zentralen Notaufnahme, da Dutzende Patienten nach Hitzeerschöpfung oder Hitzschlägen Hilfe suchten. „Um die Versorgung aller Patienten weiterhin auf hohem Niveau sicherzustellen, haben wir frühzeitig eine Sonderlage ausgerufen“, erklärt Hartmann.

Unterstützung gab es von der Berufsfeuerwehr Köln, der Freiwilligen Feuerwehr Köln, dem Deutschen Rote Kreuz Landesverband Nordrhein und Mönchengladbach sowie dem Arbeiter-Samariter-Bund.

Die medizinische Versorgung aller Patienten war trotz dieser außergewöhnlichen Belastung jederzeit sichergestellt.

„Wir appellieren an die Bevölkerung, ausreichend zu trinken, körperliche Anstrengungen während der größten Hitze möglichst zu vermeiden und insbesondere ältere Menschen, Kinder sowie chronisch Erkrankte im Blick zu behalten. So lassen sich viele hitzebedingte Beschwerden vermeiden. Bei akuten medizinischen Notfällen gilt selbstverständlich weiterhin: Bitte zögern Sie nicht, den Rettungsdienst oder die Notaufnahme aufzusuchen“, heißt es in einer Mitteilung der Kliniken Köln.

Die aktuelle Hitzewelle zeige zugleich, dass sich Krankenhäuser zunehmend auf längere Hitzeperioden einstellen müssen. Während Operationssäle, Intensivstationen und Notaufnahmen aus medizinischen Gründen klimatisiert sind, sei eine Klimatisierung von Normalstationen und vielen weiteren Krankenhausbereichen nach den geltenden Finanzierungsregelungen durch den Gesetzgeber bislang nicht vorgesehen.

„Mit Blick auf die zunehmende Zahl extremer Hitzetage sehen wir hier einen wachsenden Handlungsbedarf“, appelliert Hartmann.

Notfalllazarett an der Messe in Köln-Deutz

Die Lage wurde bereits am Samstagabend so ernst, dass die Stadt an der Messe in Deutz ein Notlazarett einrichten musste.

Doch nicht nur die Feuerwehr fährt alle Kapazitäten auf, um ihren Beitrag im Kampf gegen die Hitzefolgen zu leisten. Auch die KVB half am Samstag mit einigen ihrer Busse aus, brachte Patienten, die nicht auf eine Versorgung während der Fahrt in einem Krankenwagen angewiesen waren, in das Notlazarett nach Deutz.

Die Feuerwehr weist darauf hin, dass hier keine Patienten einfach so aufgenommen werden. Es sollte sich also niemand zu Fuß auf den Weg zur Messe machen.

Auf einer Tafel an der Gaststätte in Köln-Langel werden Besucher noch herzlich empfangen. Bald schließt die Gastro in Rheinnähe.
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