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Aktion läuft bis Ende SeptemberDas steckt hinter den roten Stühlen auf dem Neumarkt

Start der Kölner Aktion zu „1000 Stühle, 1000 Bäume“ auf dem Neumarkt.

Copyright: Alexander Schwaiger

Zum Start der Kölner Aktion zu „1000 Stühle, 1000 Bäume“ wurden am Freitag (19. Juni 2026) wieder 100 rote Stühle auf dem Neumarkt aufgestellt.

Als Beitrag zu einem lebendigen Miteinander und zur Verbesserung des Kölner Stadtklimas wurde die Initiative „1000 Stühle, 1000 Bäume“ vom Haus der Architektur Köln gestartet. Im Zentrum steht der Neumarkt.

Die Reisegruppe aus der Pfalz war ganz begeistert. Mit reichlich Gepäck wartete sie am Neumarkt auf ihre Bahn, doch die KVB ließ sie erst mal im Stich. Da kamen die roten Stühle ganz in der Nähe der Gleise gerade recht, um eine kleine Verschnaufpause mit kaltem Kölsch einzulegen.

Seit Freitag (19. Juni 2026) stehen wieder 100 rote Stühle auf dem Neumarkt. Bis Ende September laden sie von morgens bis abends 13 Stunden lang zum Verweilen ein. Ein großes, weißes Tischtuch liegt zudem auf dem Platz.

„1000 Stühle, 1000 Bäume“: Erste Bäume werden im Herbst gepflanzt

Auch Kölns Ex-Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte Platz genommen. „Endlich sind die Stühle wieder da. Das ist ein fantastisches Projekt. Es war so schwierig, in der Verwaltung die Zustimmung dafür zu bekommen“, sagte sie.

2025 wurden die Sitzgelegenheiten erstmals aufgestellt. Dank der Stühle wurde aus einem Platz des Durchgangs ein Platz zum Verweilen. Anfangs haben 30 Stuhlfreunde diese ehrenamtlich bewacht, dann stiegen Sponsoren ein. Das hdak – Haus der Architektur Köln – steckt hinter der auffälligen Aktion im öffentlichen Raum, die den Neumarkt ein wenig in eine italienische Piazza verwandeln soll.

Dörte Gatermann ist als Vorstandsvorsitzende besonders stolz auf dieses bürgerschaftliche Projekt. „Gebäude und Vorgärten werden wunderbar gepflegt. Aber für den öffentlichen Raum fühlt sich keiner so richtig zuständig, der hat keine Lobby. Dabei wünschen sich die Menschen Sauberkeit, Sicherheit und Schönheit.“

Im Vorjahr habe sie beobachtet, welchen Effekt die Stühle hatten. „Ganz unterschiedliche Menschen kommen hier zusammen und tauschen sich aus. Für unsere Demokratie ist es ganz wichtig, dass wir aus unseren Blasen herauskommen.“

Start der Kölner Aktion zu „1000 Stühle, 1000 Bäume“ auf dem Neumarkt. Henriette Reker sitzt auf einem Stuhl.

Copyright: Alexander Schwaiger

Kölns Ex-Oberbürgermeisterin Henriette Reker nahm auch wieder auf dem Neumarkt Platz. Sie hatte das Projekt in ihrer Amtszeit vorangetrieben.

Bürgermeisterin Derya Karadag erinnerte sich auch gerne ans Vorjahr. „Damals war ich schwanger und habe mich gerne hier ausgeruht. Jetzt kann ich hier zum Stillen sitzen. Wir haben in Köln Problemplätze, optische und mit Nutzungskonflikten. Das Projekt macht den Platz zugänglich und hat Vorbildcharakter. Das leise Verweilen ist eine Lösung in einer lauten Großstadt.“

Start der Kölner Aktion zu „1000 Stühle, 1000 Bäume“ mit Derya Karadag, Elke Tonscheidt, Dörte Gatermann.

Copyright: Alexander Schwaiger

Bürgermeisterin Derya Karadag, Moderatorin Elke Tonscheidt und Dörte Gatermann vom hdak (v.l.) diskutierten über die Aktion.

Auf ausliegenden Karten können die Menschen ihre Wünsche eintragen, die sie an die Kölner Innenstadt haben. Ein wichtiger Wunsch – gerade bei der aktuellen Hitze – ist der nach mehr Bäumen. Daher hat das hdak die Aktion „1000 Stühle, 1000 Bäume“ gestartet.

Start der Kölner Aktion zu „1000 Stühle, 1000 Bäume“ auf dem Neumarkt.

Copyright: Alexander Schwaiger

Diese Reisegruppe aus der Pfalz freut sich über die Stühle im Schatten, um eine Pause einzulegen, als die Bahn nicht kam.

Aus 27 Bewerbungen wurden fünf Standorte ausgewählt: den Josef-Haubrich-Hof, den Luftschiffplatz in Nippes, das Klettenplätzchen in Klettenberg, den Platz vor dem Literaturhaus sowie den Dorothee-Sölle-Platz. Im Herbst sollen die ersten Bäume gepflanzt und weitere Plätze mit roten Stühlen versehen werden.

Karadag versprach, sich dafür einzusetzen. „Wir müssen das Projekt auch in die Veedel tragen“, sagte sie. „Konsumfreies Verweilen auf einem Platz ist in Deutschland noch nicht so verbreitet. Diese Aktion hilft dabei.“ Bürgerinitiativen wollen sich künftig um die Pflege der Plätze, Bäume und Stühle kümmern.

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