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Konzept zur freiwilligen HeimreiseBettler und Obdachlose – warum es in Köln nur wenigen nutzen

Obdachlose vor der Kirche St. Andreas.

Copyright: Arton Krasniqi

Obdachlose vor der Kirche St. Andreas.

Probleme mit Wohnungslosen – in Hamburg kehren Hunderte Obdachlose freiwillig heim, in Köln nur 15. Was hinter dem Kölner Mini-Programm steckt.

Nur 15 Personen nutzten 2025 ein Kölner Programm zur freiwilligen Heimkehr – in Hamburg waren es ein Vielfaches mehr. Was die Stadtverwaltung dazu erklärt und wo die Gründe für die Diskrepanz liegen.

Die Situation am Zeughaus in Köln sorgt für hitzige Debatten. Dort nächtigen wohnungslose Menschen, und die Verwaltung sprach kürzlich von einer „Verlagerung“. Ein erheblicher Teil dieser Gruppe sind Bettelnde aus Rumänien, die man tagsüber in der City antrifft.

Geschätzt 350 Menschen ohne Obdach in Köln

Wie bereits berichtet, nutzt Hamburg in ähnlichen Situationen ein Konzept zur freiwilligen Heimreise – mit einem Ergebnis von 348 Rückführungen allein im Jahr 2025. Auf Anfrage bestätigt nun auch die Kölner Stadtverwaltung: Eine vergleichbare Initiative existiert hier ebenso, jedoch in einem wesentlich geringeren Ausmaß.

Laut einer Einschätzung der Stadtverwaltung leben in Köln ungefähr 350 Personen auf der Straße, wobei es saisonale Variationen gibt. Der Anteil von Menschen aus Osteuropa ist der Stadt unbekannt – diese Daten würden nicht erfasst, erklärte eine Sprecherin der Stadt.

Für Personen aus osteuropäischen EU-Staaten gibt es dennoch ein Unterstützungsnetzwerk: In Kooperation mit dem Sozialdienst Katholischer Männer, dem Sozialdienst Katholischer Frauen, dem Rom e.V. sowie der Caritas stellt die Stadt bis zu 90 Übernachtungsplätze und eine Tagesstätte bereit.

Laut der Sprecherin gehören dazu auch „regelmäßige Beratungen zu Rückkehrmöglichkeiten sowie Kostenübernahme für eine freiwillige Rückkehr in die Heimatländer“. Damit die Kommunikation trotz sprachlicher Hürden funktioniert, setzt die Verwaltung durchgehend auf „Kulturmittlerinnen und Kulturmittler, die die Muttersprachen der betroffenen Personen sprechen“. Das Resultat für 2025: 15 Personen reisten mithilfe des Programms in ihre Herkunftsländer zurück.

Lage am Zeughaus verschärft sich

Ein unmittelbarer Abgleich mit Hamburg ist nur eingeschränkt durchführbar. Die norddeutsche Metropole erfasst ihre Zahlen zur Rückkehrberatung über die Kontaktstelle PLATA für sämtliche wohnungslose EU-Bürgerinnen und -Bürger ohne Leistungsberechtigung – unabhängig vom jeweiligen Herkunftsland.

Seit einiger Zeit verschärft sich die Lage vor dem ungenutzten Zeughaus: Unter dem Schutzdach eines früheren italienischen Lokals kampieren Menschen, bei denen es sich mehrheitlich um Bettelnde aus Rumänien handelt, die tagsüber in der Innenstadt um Spenden bitten.

Die Stadtverwaltung gibt an, dass die Umverlagerung von der Hohe Straße „höchstwahrscheinlich auf die verstärkte frühmorgendliche Präsenz“ des Ordnungsdienstes zurückgeht. Konkrete Anhaltspunkte für Nötigung, organisierte Banden oder kriminelle Machenschaften liegen laut Ordnungsamt und Polizei nicht vor. (red)

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