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Angst vor Gen-Z-DemoGeschäfte in der Kölner City verrammelt

Juwelier Wempe rüstet sich für die Gen-Z-Demo in der Kölner Innenstadt. Die Fensterfront wurde mit Platten gesichert.

Copyright: Matthias Hendorf

Juwelier Wempe rüstet sich für die Gen-Z-Demo in der Kölner Innenstadt. Die Fensterfront wurde mit Platten gesichert.

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Geschäfte in der Kölner Innenstadt vernageln ihre Läden. Inhaber sorgen sich vor Krawallen bei der Gen-Z-Demo am Samstag.

Wer am Donnerstag (29. Oktober) durch die Kölner Innenstadt läuft, reibt sich etwas verwundert die Augen: Vor den Schaufenstern von Juwelier Wempe an der Hohe Straße montieren Mitarbeiter schwere Platten.

Bilder, die man sonst nur aus der Karnevalszeit kennt – wenn die Stadt sich gegen Jecke und Wildpinkler wappnet. Diesmal ist der Grund ein anderer: die „Gen Z regelt“-Demo an Halloween.

Demo an Halloween – Kölner Innenstadt-Geschäfte in Sorge

Für Samstag (31. Oktober) hatte die Initiative „Gen Z regelt“ ursprünglich eine Kundgebung auf dem Heumarkt angemeldet. Am Donnerstagmittag dann die Kehrtwende: Die Polizei bestätigte, dass die Veranstaltung an einen neuen Ort verlegt wird: ans Konrad-Adenauer-Ufer. Beginn ist weiterhin um 14 Uhr.

Grund für die Verlegung: Die Teilnehmerzahl ist explodiert. Ursprünglich waren 5000 Demonstrierende angemeldet, seit Mittwoch (28. Oktober) rechnen die Veranstalter mit 15.000 Menschen. Für eine solche Menge ist der Heumarkt schlicht zu klein – am Rheinufer ist mehr Platz. Die Polizei kündigte an, mit vielen Kräften vor Ort zu sein.

Der Menschenstrom zum Kundgebungsort dürfte über den Breslauer Platz am Hinterausgang des Hauptbahnhofs führen. Aber auch durch die Stadt werden vermutlich Demonstranten zum Konrad-Adenauer-Ufer ziehen.

Die Polizei rechnet mit Verkehrsbeeinträchtigungen; ob die Rheinuferstraße gesperrt werden muss, ist noch offen. Unklar ist zudem, ob aus der Kundgebung noch ein Demonstrationszug wird. Dazu liefen am Donnerstag „Kooperationsgespräche“ zwischen Veranstaltern und Polizei.

Copyright: Markus Breuer

Die Schaufensterfront der Starbucks-Filiale in der Gürzenichstraße ist mit Brettern gesichert.

Auch die KVB ist in Alarmbereitschaft. In den Nachmittagsstunden könne es zu geänderten Betriebsabläufen im Bus- und Bahnverkehr kommen, teilt das Unternehmen mit. Über eventuelle Anpassungen will die KVB über die digitalen Anzeigen an den Haltestellen und in den Fahrzeugen informieren. Im Innenstadtbereich werde zudem das Servicepersonal verstärkt im Einsatz sein.

Dass Geschäfte in der Innenstadt bereits jetzt auf Nummer sicher gehen, zeigt: Die Nervosität ist groß. Die Starbucks-Filiale in der Gürzenichstraße ist ebenfalls vernagelt. Ein Schutz vor möglichem Vandalismus, bestätigt Starbucks Deutschland. „Der Betrieb wird, sofern sicher möglich, dennoch weiter stattfinden. Dabei ist die Sicherheit der Gäste und Partner aber die oberste Prämisse.“

Die Juwelier-Kette Wempe begründet die Schließung der Kölner Filiale so: „Nach enger Abstimmung mit den Behörden an den Wempe-Standorten besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die friedlichen und legitimen Proteste durch aggressive Gruppierungen wie in Frankreich oder Belgien unterwandert werden könnten. Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat oberste Priorität. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, unsere Niederlassungen deutschlandweit zu schließen.“

Zudem lässt die Parfümeriekette Douglas deutschlandweit sicherheitshalber zwölf Filialen am Samstag geschlossen. „Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden und Kundinnen und Kunden hat für uns höchste Priorität“, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Daher habe man auf Basis einer Risikobewertung vorsorgliche Maßnahmen an ausgewählten Standorten getroffen. „Dazu zählt auch die präventive Schließung von zwölf besonders exponierten Stores am 31. Oktober.“ Wo sich diese Filialen befinden, teilte die Firma nicht mit. Nach EXPRESS.de-Informationen ist auch die Filiale auf der Schildergasse geschlossen.

Schon vor dem Wochenende kam es zu einer Protestaktion in Köln. Am Donnerstagmorgen blockierten Vertreter der Initiative den Eingang zum Campus Süd der TH Köln am Ubierring. Die Polizei war mit zahlreichen Kräften vor Ort, es blieb aber friedlich. Rund 30 Protestierende versammelten sich bis cirka 10.30 Uhr vor dem Gebäude, dann löste sich die Aktion auf.