Ukraine Direkt nach Olympia-Teilnahme: Biathlon-Weltmeister als Soldat mitten im Krieg

Dmytro Pidrutschnyj bei seinem letzten Olympia-Auftritt in Peking.

Dmytro Pidrutschnyj am 18. Februar 2022 bei seinem letzten Olympia-Auftritt in Peking. Zwei Wochen später befindet sich der Biathlet für die Ukraine im Krieg gegen Russland.

Von Olympia mitten in den Krieg in der Ukraine, diese dramatische Entwicklung erlebt derzeit Biathlon-Star Dmytro Pidrutschnyj. Der frühere Weltmeister kämpft aktuell als Soldat gegen Russlands Invasion.

Zwischen einem der größten Karriere-Highlights und der wohl schlimmsten Zeit seines Lebens lagen für Biathlet Dmytro Pidrutschnyj (30) nur wenige Tage. Noch am 18. Februar nahm er bei Olympia in Peking am Massenstart-Rennen über 15 Kilometer teil, jetzt verteidigt er sein Land schon seit mehreren Tagen gegen die russische Invasion.

Der Verfolgungs-Weltmeister von 2019 hatte am Freitag angekündigt, an keinem weiteren Rennen des noch bis Ende März laufenden Biathlon-Weltcups teilzunehmen. Er müsse stattdessen in der Ukraine bleiben und „unser Zuhause und unsere Familien“ schützen. Am Dienstag (1. März 2022) meldete er sich erneut - mit einem Foto in Militär-Uniform, aufgenommen beim Luft-Alarm wegen russischer Angriffe.

Dmytro Pidrutschnyj kämpft für Ukraine im Krieg gegen Russland

„Ich bin dankbar für jeden, der mir schreibt und sich um meine Familie sorgt. Ich danke allen, die die Ukraine unterstützen und uns helfen. Ich bin aktuell in meiner Heimatstadt Ternopil und diene der Nationalgarde. Das Foto ist während des Luft-Alarms entstanden“, schrieb Pidrutschnyj auf seinen Accounts bei Facebook und Instagram.

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Die 200.000-Einwohner-Stadt Ternopil gilt als Wallfahrtsort und liegt rund 400 Kilometer westlich der Hauptstadt Kiew. Der näher zu den EU-Nachbarn Polen, Slowakei und Ungarn gelegene Teil der Ukraine war bislang deutlich weniger von russischen Angriffen betroffen. Vereinzelt wurde die Bevölkerung allerdings auch dort aufgerufen, sich wegen akuter Bedrohung in Schutzräume und Bunker zu begeben.

Ukraine-Krieg: Viel Solidarität für Biathlon-Star Dmytro Pidrutschnyj

Pidrutschnyj war bei Olympia in insgesamt sechs Biathlon-Wettkämpfen an den Start gegangen, hatte fünf davon unter den besten 20 abgeschlossen. Im Weltcup lag er vor seinem vorzeitigen Saisonende auf Rang 34.

In den Kommentaren unter seinem neuesten Instagram-Beitrag drückten etliche Athletinnen und Athleten mit blau-gelben Herzen in den ukrainischen Landesfarben ihren Beistand aus, darunter die Österreicherin Lisa Hauser (28), die Schwedin Linn Persson (27) und der Italiener Thomas Bormolini (30), die allesamt mit Pidrutschnyj bei Olympia angetreten waren. (bc)

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