Deutschlands Eishockey-Frauen kassieren zum Olympia-Auftakt eine Pleite. Noch härter trifft es Finnland.
Rund um deutsche PleiteOlympia-Spiel kurzfristig abgesagt

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Für die deutschen Eishockey-Frauen gab es zum Olympia-Auftakt eine Pleite gegen Schweden.
Für Finnlands Eishockey-Frauen entwickeln sich die Olympischen Spiele schon vor der offiziellen Eröffnung zum Albtraum. Das erste Spiel der Finninnen musste nun sogar kurzfristig abgesagt werden.
Nach einem Norovirus-Ausbruch im finnischen Nationalteam ist dessen Auftaktspiel um eine Woche verschoben worden. Anstatt am Donnerstag um 21.10 Uhr wird die Begegnung gegen die Kanadierinnen erst am kommenden Donnerstag in Mailand ausgetragen. Darauf einigten sich die Teams mit den Veranstaltern.
Finnlands halbe Mannschaft krank
„Dies war eine notwendige Entscheidung, die den Geist der Olympischen Spiele und die Integrität des Wettbewerbs widerspiegelt“, teilte das IOC am Donnerstag mit. Hätte Finnland nicht antreten können, wäre Kanada kampflos zum 1:0-Sieger erklärt worden.
Wie Finnlands Verband mitteilte, seien nur acht Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen einsatzbereit gewesen, die restlichen 13 Spielerinnen seien von der Durchfallerkrankung betroffen.
Im Training am Donnerstag standen Finnland zuvor nur noch insgesamt zehn Spielerinnen – davon zwei Torhüterinnen – zur Verfügung. Die übrigen 13 Spielerinnen waren am Donnerstagmittag einer Sprecherin zufolge in Quarantäne oder Isolation. Laut Regularien sind aber 17 Spielerinnen für eine reguläre Austragung nötig.
Schon am Mittwoch hatten Training und Medienauftritte vorsichtshalber abgesagt werden müssen. Teamärztin Maarit Valtonen hatte berichtet, dass es sich nach Magen-Darm-Problemen um das hoch ansteckende Norovirus handelt. Es verursacht einen plötzlich auftretenden, heftigen Brechdurchfall. Die Viren können über eine Schmierinfektion von Mensch zu Mensch oder etwa durch verunreinigtes Essen oder Wasser übertragen werden.
Teamärztin Valtonen erklärte, dass die Erkrankten und ihre Zimmermitbewohnerinnen isoliert worden seien. „Und alle Räumlichkeiten des Teams im olympischen Dorf und in der Eishalle werden desinfiziert, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Außerdem wird versucht, vorerst alle Kontakte zu vermeiden.“
Zuvor konnte das erste Spiel des Frauen-Eishockey-Turniers am Donnerstagmittag wie geplant ausgetragen werden. Dabei erzielte Katarina Jobst-Smith (9. Minute) zwar das erste Tor der Spiele, trotz des Führungstreffers musste sich Deutschland gegen Schweden aber mit 1:4 geschlagen geben.
Lina Ljungblom (12./28.), Mira Jungaker (40.) und Thea Johansson (52.) drehten für die Schwedinnen die Partie vor rund 2000 Zuschauerinnen und Zuschauern in der provisorisch errichteten Eishalle auf dem Mailänder Messegelände.
Die DEB-Frauen sind erstmals seit 2014 wieder bei Olympia dabei. Im Team befinden sich ausschließlich Olympia-Debütantinnen. Auch wenn Bundestrainer MacLeod vor dem Turnier insgeheim auf das Halbfinale geschielt hatte, dürfte höchstens die Viertelfinal-Teilnahme realistisch sein. Mehr dürfte nach der Auftaktniederlage kaum mehr möglich sein. Selbst wenn es Deutschland in der Vorrundengruppe B unter die ersten Drei schafft, droht dort nun ein Duell mit den Gold-Favoritinnen aus Kanada oder den USA.
In der Vorrunde muss Deutschland noch gegen Japan (Samstag), Frankreich (Montag) und Italien (Dienstag) ran. Die Spielerinnen wollen die olympische Bühne vor allem dafür nutzen, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Spiele der heimischen Liga mit nur vier deutschen und einem ungarischen Team finden nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Im Vorfeld der Winterspiele sorgte Franziska Feldmeier mit einem Foto-Shooting für den „Playboy“ für Aufsehen. „Es war ihre Entscheidung, das zu machen, und die Fotos sind auch sehr schön anzuschauen. Natürlich wird in der Mannschaft darüber gesprochen. Jede kann sich zeigen, wie sie möchte, und wir sind dankbar über jede Aufmerksamkeit“, sagte Kapitänin Daria Gleißner dazu. (dpa/sid)


