Wladimir Klitschko holte einst Olympia-Gold im Boxen, jetzt ist der Ukrainer nach der Disqualifikation von Landsmann Wladislaw Heraskewytsch außer sich!
„Ich schäme mich“Klitschko wütend über Olympia-Eklat
Es ist der größte Aufreger der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytsch (27) darf nicht antreten.
Mit seinem Helm wollte er an 20 Sportler erinnern, die im Krieg ihr Leben verloren. Wegen des Verstoßes gegen ein Verbot politischer Botschaften wurde er kurz vor Beginn des Wettbewerbs aber disqualifiziert. Jetzt meldet sich die ukrainische Box-Ikone Wladimir Klitschko zu Wort.
Wladimir Klitschko kann IOC-Entscheidung nicht nachvollziehen
Der Olympiasieger von 1996 aus Atlanta, der im Superschwergewicht Gold holte, sagt unmissverständlich: „Wenn ich heute an meine olympische Goldmedaille denke, spüre ich keinen Stolz mehr, sondern Scham.“
Klitschko geht mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dessen Präsidentin Kristy Coventry die Entscheidung unter Tränen erklärt hatte, hart ins Gericht. „Das IOC schützt keine Neutralität, es schützt sein Image“, lautet sein Vorwurf.
Er bezeichnet das Vorgehen als „politische Spielchen“. Weiter sagt er: „Die Gesichter der ukrainischen Athleten, die ihr Leben für die Freiheit gegeben haben, sind ,zu politisch‘ für Ihre perfekte TV-Show.“ Das berichtet „Bild“.
Der Auslöser des ganzen Ärgers: Heraskewytsch plante, bei den Spielen mit einem speziell gestalteten Helm zu fahren. Darauf zu sehen: Porträts von circa 20 Sportlerinnen und Sportlern aus der Ukraine, die durch russische Angriffe ihr Leben verloren. Seit fast vier Jahren verteidigt sich das Land gegen die Invasion Russlands.

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Wladimir Klitschko, hier im Januar in der Schweiz beim Weltwirtschaftsforum.
Schon während der Trainingsläufe nutzte Heraskewytsch den Helm. Das IOC hatte in den letzten Tagen wiederholt versucht, auf den Athleten einzuwirken. Ihm wurde zwar der Einsatz im Training gestattet, aber gleichzeitig wurde klargestellt: Ein Start im Wettkampf ist damit tabu.
Der Sportler wollte seine gefallenen Kameraden aber nicht „verraten“. Gegenüber dem ZDF machte er seine Haltung deutlich: „Weil sie es verdienen, hier zu sein. Dank ihres Opfers können wir heute hier sein.“ Er sieht darin keine Regelverletzung, sondern eine Geste der Ehre. „Einige von ihnen waren meine Freunde“, so der 27-Jährige.
Heraskewytsch will die Entscheidung aber nicht einfach so hinnehmen. Er plant, sich mit Anwälten zu beraten, um vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Einspruch einzulegen. (red)
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