Abo

„Fast ein Skandal“Deutsche Rodel-Legende schaltet sich in Helm-Streit ein

10.02.2026, Italien, Cortina Džampezzo: Olympia, Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026, Skeleton, Männer, Training, Wladyslaw Heraskewytsch (Ukraine) auf der Bahn. Foto: Robert Michael/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

10.02.2026, Italien, Cortina Džampezzo: Olympia, Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026, Skeleton, Männer, Training, Wladyslaw Heraskewytsch (Ukraine) auf der Bahn. Foto: Robert Michael/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Grundsatzstreit mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) über einen Helm, auf dem Porträts von im Krieg getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind, geht in die nächste Runde.

Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladyslaw Heraskewytsch erhält weitere prominente Unterstützung – diesmal von einer deutschen Rodel-Legende.

„Ich kann ihn definitiv verstehen“, sagte der dreimalige Rodel-Olympiasieger Felix Loch der Sport-Agentur SID.

Olympiasieger Felix Loch: Wäre „traurig“ und „ein bisschen ein Skandal“

Heraskewytsch hatte am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz unterstrichen, nicht nur wie bislang im Training, sondern auch im olympischen Wettkampf am Donnerstag und Freitag den Helm tragen zu wollen, auf dem Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind.

Das IOC sieht darin einen Verstoß gegen Regel 50 der Olympischen Charta, die politische Botschaften auf dem Spielfeld („field of play“) untersagt.

„Da ist kein Text oder irgendwas mit dabei“, sagte Loch und ergänzte, eine mögliche Disqualifikation seines Freundes, der 2022 mit Familie Loch Weihnachten gefeiert hatte, wäre „traurig“ und „ein bisschen ein Skandal“.

Loch hofft, „dass es nicht so weit kommt“, und betont: „Ich drücke ihm die Daumen, dass er da ein gutes Ende hinbringt. Das ist glaube ich ganz, ganz wichtig für ihn und natürlich auch für sein Land.“

Felix Loch beim Einsitzer-Rennrodeln der Männer im Cortina Sliding Centre in Cortina dAmpezzo

Felix Loch beim Einsitzer-Rennrodeln der Männer im Cortina Sliding Centre in Cortina dAmpezzo

Auch das ukrainische Box-Idol Wladimir Klitschko bezog eindeutig Position. „Das IOC möchte nicht, dass Sie dies sehen. Hier ist es also: ein Helm zu Ehren der ukrainischen Olympioniken, die bei der Verteidigung ihres Landes gegen die barbarische russische Invasion, die nun bereits in ihr fünftes Jahr geht, ums Leben gekommen sind“, schrieb der frühere Schwergewichtsweltmeister bei X.

Wladimir Klitschko reagiert auf Helm-Debatte: „Schon immer politische Spiele“

Klitschko ergänzte, die Olympischen Spiele seien „schon immer politische Spiele“ gewesen: „Bei den Olympischen Spielen 2022 bat China Putin, mit der Invasion der Ukraine bis nach Ende der Spiele zu warten. Beenden wir also diese Heuchelei.“ Am 24. Februar 2022 startete Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der unvermindert anhält.

IOC-Sprecher Mark Adams hatte am Dienstag erklärt, dass der Helm gegen die Richtlinien zu „politischen Symbolen“ bei den Olympischen Spiele verstoße. Zugleich wolle das IOC aber eine Ausnahme machen und Heraskewytsch erlauben, eine schwarze Armbinde zu tragen.

Das IOC habe versucht, „mit Mitgefühl und Verständnis“ auf Heraskewytschs Wünsche einzugehen, sagte Adams. „Wir werden ihn nicht abhalten, sich bei Pressekonferenzen (...) und anderswo zu äußern, und wir halten dies für einen guten Kompromiss in dieser Situation.“ (red/dpa/sid)

Skifahrerin Lindsey Vonn überschlägt sich beim Olympischen Abfahrts-Rennen in Cortina d'Ampezzo.

„Das ist die große Frage“

Deutscher Teamarzt widerspricht Kritikern von Lindsey Vonn