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Helm-Wirbel bei OlympiaUkrainer spricht im ZDF direkt an deutsche Fans

Nach seiner Olympia-Diskualifikation wendet sich der ukrainische Skeleton-Pilot Vladyslav Heraskevych an die deutschen Zuschauerinnen und Zuschauer.

Ein hoch emotionales Gespräch im ZDF! Für den Skeleton-Piloten Vladyslav Heraskevych (27) aus der Ukraine sind die Olympischen Spiele vorbei.

Der Auslöser für das Aus: sein Helm. Damit wollte er 20 Soldaten ehren, die im russischen Angriffskrieg gefallen sind. Zum Schluss des Interviews hatte der Athlet noch einen eindringlichen Aufruf an das deutsche Publikum.

Vladyslav Heraskevych: „Manche Dinge sind wertvoller als eine Medaille“

„Kann ich noch eine Sache sagen?“, so die Frage des Ukrainers, ehe er sich dem Publikum zuwandte: „Das ist eine schwierige Zeit in der Ukraine, und es ist wichtig zu helfen. Danke.“

Davor hatte er seine Disqualifikation im Detail thematisiert. Er schilderte, dass ihm keine Gründe genannt wurden, stattdessen habe man ihn nur auf Regel 50 hingewiesen. Diesen Punkt habe er vom ersten Tag an und ebenso bei einem Treffen mit der IOC-Präsidentin Kirsty Coventry immer wieder angesprochen. Das berichtet „Bild“.

Heraskevych ist sich sicher: „Dieser Helm verletzt keine Regeln.“ Seine Argumentation: Es handle sich nicht um politische oder rassistische Propaganda und es würden auch keine Personen angegriffen. Nach seiner Auffassung bricht der Kopfschutz keinerlei Regeln.

Er erklärte zudem, dass es bei den laufenden Spielen schon vergleichbare Situationen gab. Ein Eiskunstläufer etwa habe seiner Eltern gedacht, die bei dem Absturz eines Flugzeugs ums Leben kamen, als er auf die Resultate seines Wettbewerbs wartete.

Eine Freestyle-Skifahrerin aus Kanada sei ebenfalls mit einem besonderen Helm angetreten, auf dem „Ich fahre für Braden“ zu lesen war, um einem toten Teamkameraden zu gedenken. „Ich glaube, es ist derselbe Fall, und wir sollten gleich behandelt werden“, so Heraskevych.

Das IOC hatte in den letzten Tagen wiederholt probiert, den Ukrainer umzustimmen. Man gestattete ihm zwar, den Helm während des Trainings zu tragen, machte aber zugleich unmissverständlich klar, dass ein Start im Wettkampf ausgeschlossen sei. Doch der Sportler wollte die toten Soldaten nicht „verraten“. Sein Vater Mykhailo wurde nach dem Beschluss des IOC in Tränen aufgelöst gesichtet.

Seine Position erklärt Heraskevych so: „Weil sie es verdienen, hier zu sein. Dank ihres Opfers können wir heute hier sein.“ Nur durch ihr Opfer sei er am Leben, und er ist der Ansicht, das volle Recht zu besitzen, sie zu ehren. Manche der Getöteten waren seine Freunde, wieder andere Sportler aus der olympischen Gemeinschaft.

Jetzt plant der Ukrainer, sich mit seiner Mannschaft und Juristen zu besprechen, um Widerspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) einzulegen. Er stellte klar: „Manche Dinge sind wertvoller als eine Medaille. Diese Athleten zu repräsentieren, ist wichtiger als eine Medaille.“ Er fügte hinzu: „Ich hätte ein Medaillengewinner sein können. Aber wir werden es nie erfahren, da mein olympischer Moment gestohlen wurde.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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