„Hauch von Olympia“ 190 Meistertitel am Wochenende – Bitter: Auch Klosterhalfen verpasst die „Finals“

Konstanze Klosterhalfen aus Deutschland kommt als Siegerin ins Ziel.

Läuferin Konstanze Klosterhalfen (hier am 18. August 2019 beim Diamond League-Meeting in Brimingham) will auch bei den Finals 2022 in Berlin starten.

Geballte Dröhnung Sommersport gefällig? Bei den „Finals“ in Berlin kommen Fans auf ihre Kosten: 190 Titel werden an einem Wochenende vergeben.

Im Wintersport ist es seit Jahren etabliert: Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten übertragen stundenlang an den Wochenenden Weltcups vom Skispringen, Biathlon, Rodeln, Ski Alpin oder Skilanglauf.

Für die Athletinnen und Athleten sowie die Verbände und deren Vermarktung der Sportarten ist das extrem wichtig, denn TV-Zeiten locken Sponsoren an. Und das sorgt für Einnahmen.

190 Deutsche Meistertitel an einem Wochenende in Berlin

Bei vielen Sommerdisziplinen sieht das anders aus, doch diesem Trend will man in Deutschland seit 2019 massiv entgegenwirken. Die „Finals“ wurden ins Leben gerufen. 2020 fand das Multi-Sportereignis aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt, doch vom 23. bis 26. Juni 2022 steigen die dritten „Finals“ in Berlin.

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Das Konzept hat es in sich: Es geht um 190 Deutsche Meistertitel in 14 Sportarten und gleichzeitig um die Qualifikationen zu Weltmeisterschaften und Europameisterschaften in den verschiedenen Disziplinen.

Die „Finals“ 2022 in Berlin: Das sind die Sportarten

  • 3×3-Basketball
  • Bogensport
  • Geräteturnen
  • Kanu
  • Kanupolo
  • Leichtathletik
  • Moderner Fünfkampf
  • Radsport Trial
  • Rhythmische Sportgymnastik
  • Schwimmen
  • Triathlon
  • Fechten
  • Rudern
  • Trampolinturnen

Leichtathletin Gesa Krause (29, 3000 Meter Hindernislauf) schrieb 2021 in einem Beitrag für das ZDF: „Ein tolles Format, das ich klasse finde. Und ARD und ZDF setzten dabei die Sommersportarten toll in Szene. Die Finals sind eine großartige Plattform, weil sie allumfassend sind und einen Hauch von Olympia verbreiten.“

Gerade in der Leichtathletik sind zahlreiche Stars am Start wie Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo (28).

Doch einige Topathleten müssen nun passen. Wie am Dienstag (21. Juni 2022) bekannt wurde, wird Ex-Speerwurf-Weltmeister (2017 in London) Johannes Vetter (29) nicht starten können. Er kämpft mit einer hartnäckigen Entzündung in der Schulter. Vetter muss sich dank einer Wildcard nicht für die WM im Juli in Eugene/Oregon qualifizieren. Für die EM im August in München kann er sich später noch qualifizieren, wenn er wieder schmerzfrei werden sollte.

Konstanze Klosterhalfen hat Corona: Kein Start bei Meisterschaft in Berlin

Und am Mittwoch (22. Juni) dann die nächste Absage: Eine Corona-Infektion zwingt Konstanze Klosterhalfen (25) zu einer Zwangspause. Zuletzt hatte die Läuferin des TSV Bayer Leverkusen beim Diamond-League-Meeting in Oslo über 5000 Meter in 14:37,94 Minuten als Achte die WM-Norm (15:10 Minuten) unterboten. Danach ging sie zurück ins Trainingslager nach St. Moritz.

Jetzt der Rückschlag. Wie der Verein mitteilt, ist der Verlauf mild: „Die Symptome waren schnell vorbei, aktuell geht es ihr gut. Statt beim bei der DM an den Start zu gehen, verbringt sie die Tage nun weiterhin in St. Moritz. Sobald es wieder möglich ist, wird die WM-Dritte über 5000 Meter von 2019 zurück nach Portland an ihren Trainingsstützpunkt reisen und sich in den USA auf die WM vom 15. bis 24. Juli in Eugene/Oregon vorbereiten.“

Sport-Fans dürfen sich über eine umfassende Übertragung am Wochenende freuen. ARD und ZDF werden an den vier Wettkampftagen 30 Stunden Live-Übertragungen im TV anbieten und diverse Livestreams im Internet.

Die ARD überträgt am 23. Juni von 14.15 Uhr bis 18 Uhr und am 25. Juni von 10.15 Uhr bis 19 Uhr. Das ZDF sendet am 24. Juni von 13:05 Uhr bis 16:45 Uhr und am 26. Juni von 10:15 Uhr bis 19 Uhr.

Finals 2022: Das sind die Sportstätten

Die Leichtathletik-Wettbewerbe, bei denen es auch um die WM-Quali für Eugene/USA (15. bis 24. Juli 2022) sowie die EM-Tickets in München (15. bis 21 August 2022) geht, finden fast alle im Olympiastadion statt. Nur das Kugelstoßen steigt vor dem Brandenburger Tor.

Am Neptunbrunnen wird Basketball gespielt, und Kanu, Kanu-Polo sowie Rudern finden auf der City-Spree statt. Der Triathlon beginnt mit dem Schwimmen im Strandbad Wannsee und endet nach Radfahren und Laufen im Olympiapark. Dort steigen auch Bogenschießen und Fünfkampf.

Gefochten wird im Kuppelsaal, geturnt in der Max-Schmeling-Halle, geschwommen im Europasportpark. Gut für Fans: Nur der Eintritt zu den Sportarten Leichtathletik, Geräteturnen, rhythmische Sportgymnastik und Schwimmen kostet etwas. Bei den anderen Sportarten ist der Eintritt frei.

Auf kontinentaler Ebene gibt es seit 2018 ein ähnliches Konzept. Bei den European Championchips werden auch in zahlreichen Sportarten die Europameisterinnen und -meister 2022 gekürt. In diesem Jahr ist München Austragungsort. Auf dem Programm stehen vom 11. bis 21. August: Beachvolleyball, Kanu, Klettern, Leichtathletik, Radsport, Rudern, Tischtennis, Triathlon und Turnen.

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