Die deutschen Leichtathletik-Stars hoffen bei der EM auf viele Medaillen. Wir stellen euch die größten DLV-Hoffnungen vor.
Leichtathletik-EMDie größten deutschen Hoffnungen – und wann sie starten
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Leichtathletik-EM in Birmingham: Vom 10. bis 16. August finden in der britischen Stadt die europäischen Titelkämpfe statt. 51 Entscheidungen bedeuten eine Rekordzahl für Europameisterschaften. Und bei einigen von ihnen stehen die Chancen auf deutsches Edelmetall gut!
Vor vier Jahren in München war Deutschland mit siebenmal Gold und 16 Medaillen sogar die erfolgreichste Nation. 2024 in Rom holte nur Weitspringerin Malaika Mihambo Gold, insgesamt elf Medaillen waren aber zufriedenstellend. Das München-Ergebnis scheint außer Reichweite, zu stark ist die Konkurrenz aus Großbritannien, Italien, Frankreich und den Niederlanden. Dennoch schickt der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) diverse Titelkandidaten ins Rennen. Wir stellen sie vor.
Die deutschen Medaillen-Hoffnungen bei der Leichtathletik-EM 2026
Yemisi Mabry (Kugelstoßen): 2024 holte Mabry noch unter ihrem Mädchennamen Ogunleye Olympia-Gold, und es war eine Riesen-Überraschung. Eine EM-Triumph wäre nun nichts anderes – zu überlegen stieß in diesem Jahr die Niederländerin Jessica Schilder. Doch an eine Medaille darf die tief religiöse Mannheimerin auf jeden Fall glauben. (Qualifikation: Montag, 10. August, 11.35 Uhr | Finale: Montag, 10. August, 20.03 Uhr)
Merlin Hummel (Hammerwurf): Bei der WM 2025 ging der Stern des jungen Frankfurters auf, der in Tokio Silber holte und mit 82,77 m so weit warf wie kein anderer deutscher Hammer-Mann in diesem Jahrtausend. Eine viele Jahre lang darbende deutsche Sparte ist dank Hummel wieder angesagt, Hummel tritt in die Fußstapfen eines Heinz Weis und Karsten Kobs. Eine EM-Medaille ist möglich, die Konkurrenz in Europa aber traditionell stark. (Qualifikation: Montag, 10. August, 11.40/13.20 Uhr | Finale: Dienstag, 11. August, 20.10 Uhr)
Gesa Felicitas Krause (3000 m Hindernis): 2012 holte die damals 19 Jahre alte Krause mit Bronze in Helsinki ihre erste EM-Medaille, 2024 bereits als Mutter ihre letzte. Oder besser gesagt ihre vorerst letzte: Denn auch nach so vielen Jahren im Leistungssport gehört die zweimalige Europameisterin noch zur kontinentalen Elite und darf sich Hoffnungen auf weiteres Edelmetall machen. (Vorläufe: Montag, 10. August, 22.00 Uhr | Finale: Donnerstag, 13. August, 21.29 Uhr)
Leo Neugebauer (Zehnkampf): Die Liste der deutschen Zehnkämpfer, die Welt- und Europameister wurden, ist kurz: Niklas Kaul (2019/2022). Kaul gehört immer noch zur Weltklasse, ist aber die klare Nummer zwei hinter Neugebauer. Ein Jahr nach seinem WM-Coup von Tokio ist nun EM-Gold das klare Ziel des deutschen Rekordhalters. Und weil sein Schweizer Rivale Simon Ehammer in Birmingham nur im Weitsprung startet, ist Neugebauer der klare Favorit. „Ich glaube, es wird einfach ein geiler Wettkampf“, sagt er. (Tag 1: Mittwoch, 12. August, ab 11.35 Uhr | Tag 2: Donnerstag, 13. August, ab 11.33 Uhr)

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Yemisi Mabry möchte auch bei der EM wieder jubeln.
Emil Agyekum (400 m Hürden): Seit 1977 war der große Harald Schmid deutscher Rekordhalter über 400 m Hürden. Nach 49 Jahren löste ihn Agyekum Mitte Juli in London ab. Der lange Berliner ist in Birmingham ein klarer Silber-Kandidat – Gold scheint für Norwegens Weltrekordler Karsten Warholm reserviert. (Vorläufe: Dienstag, 11. August, 13.40 Uhr | Halbfinale: Mittwoch, 12. August, 13.55 Uhr | Finale: Freitag, 14. August, 21.40 Uhr)
Robert Farken (1500 m): Bodo Tümmler, Thomas Wessinghage, Jens-Peter Herold – Deutschland hat eine große Tradition formidabler 1500-m-Läufer. Der spurtgewaltige Leipziger Farken ist nun der schnellste all dieser: Neun Hundertstel fehlen ihm noch zur magischen 3:30-Minuten-Marke. Bei der EM geht es weniger um die Zeit als um die Platzierung – eine unter den Top 3 ist dem selbstbewussten Sachsen zuzutrauen. (Vorläufe: Freitag, 14. August, 13.05 Uhr | Finale: Samstag, 15. August, 22.07 Uhr)
Julian Weber (Speer): Dass er nicht nur Blech kann, zeigte der Mainzer bei seinem EM-Gold 2022 in München. Nach schmerzhaften Rückschlägen bei Olympia 2024 (6.) und der WM 2025 (5.) tritt der Routinier nun wieder als Favorit an. Birmingham wird dabei nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Los Angeles: „Olympia 2028 ist ein riesengroßes Ziel.“ (Qualifikation: Donnerstag, 13. August, 14.35/15.55 Uhr | Finale: Samstag, 15. August, 21.01 Uhr)
Amanal Petros (Marathon): WM-Gold 2025 verlor Petros fast schon tragisch um drei Hundertstel im Fotofinish, bei der EM will er nun zugreifen. Das WM-Silber von Tokio hat dem gebürtigen Eritreer gezeigt, dass er auf allerhöchstem Niveau mindestens mithalten kann – seitdem verbesserte Petros die deutschen Rekorde im Marathon und Halbmarathon. (Sonntag, 16. August, 9.10 Uhr)
Malaika Mihambo (Weitsprung): Die Olympiasiegerin von Tokio und zweimalige Weltmeisterin lässt auch mit 32 Jahren kaum spürbar nach. Mihambo bleibt eine Medaillenbank, der dritte EM-Titel nach 2018 und 2024 ist kein zu hohes Ziel. Heike Drechsler war viermal Weitsprung-Europameisterin, die Marke ist nicht unerreichbar. (Qualifikation: Samstag, 15. August, 11.25 Uhr | Finale: Sonntag, 16. August, 21.05 Uhr)
Frederik Ruppert (3000 m Hindernis): „Natürlich möchte ich dort hinfahren, um zu gewinnen“, sagt Ruppert über seine EM-Pläne. Und dieses „natürlich“ hat nach einer neuerlichen Leistungsexplosion absolute Berechtigung. Ende Mai blieb der Tübinger als erster Europäer unter der magischen Acht-Minuten-Marke – und das in 7:57,80 deutlich. 28 Jahre nach Damian Kallabis in Budapest ist deutsches Hindernis-Gold bei der EM wieder greifbar. (Vorläufe: Donnerstag, 13. August, 12.30 Uhr | Finale: Sonntag, 16. August, 21.50 Uhr) (are/sid)

