Was für eine Aufholjagd! Ein junger Italiener sorgt in Monza für eine Sensation, die es seit 60 Jahren nicht mehr gab.
Monza-WahnsinnItaliener schreibt F1-Geschichte: „Er ist gefahren wie Michael Schumacher“
So etwas gab es schon ewig nicht mehr! In Monza hat Kimi Antonelli (20) bei seinem Heimrennen Formel-1-Historie geschrieben. Der junge Italiener kämpfte sich auf spektakuläre Weise vom 19. Startplatz durchs komplette Feld an die Spitze und sicherte sich den Sieg, was die Tifosi total aus dem Häuschen brachte. Eine vergleichbare Leistung von einer schlechteren Startposition schaffte nur John Watson, der 1983 in Long Beach von Position 22 zum Sieg raste.
Dieser Erfolg markiert Antonellis siebten Sieg in seiner Laufbahn. Damit ist er jetzt der zweitbeste italienische Fahrer in der Geschichte der Formel 1, direkt nach der Ikone Alberto Ascari (13 Siege). „Ich bin so glücklich, das war unvorstellbar. Aber wir haben es geschafft“, freute sich der sichtlich bewegte 20-Jährige nach seiner Siegesfahrt, die er mit der schnellsten Rennrunde perfekt machte. Zuletzt konnte mit Ludovico Scarfiotti 1966 ein Italiener in Monza gewinnen. Das berichtet „Sky“.
Experten vergleichen ihn mit Schumi
Sein Vormarsch war einfach unglaublich: Antonelli verbesserte sich innerhalb von nur zwei Runden von Position 19 auf 12. Nach einem Neustart fand er sich auf einmal auf dem sechsten Platz wieder. In der 15. Runde lag er bereits auf dem dritten Rang, und nur drei Runden danach ging er zum ersten Mal in Führung. „Es war sicherlich eines meiner besten Rennen. Eins, an das ich mich immer erinnern werde“, hob das Ausnahmetalent hervor. Auch die Fachwelt war begeistert. „Er ist historisch gefahren. Er ist gefahren wie Michael Schumacher. Er hat alles perfekt gemacht“, meinte ein beeindruckter Nico Rosberg.
Ralf Schumacher äußerte sich ebenfalls klar: „Das ist die Superlative der Formel 1. Und Kimi ist erst am Anfang, aber er hat schon viel geprägt. Das ist beeindruckend.“ Auch Mercedes-Boss Toto Wolff schloss sich den Lobeshymnen an: „Der kleine Italiener, an den am Anfang so niemand geglaubt hat. Dass er vom 19. Startplatz gewinnt, in einer ganz kontrollierten Art und Weise, das war gut.“
Ganz anders sah die Gefühlslage bei seinem Teamkollegen George Russell aus. Der Brite hatte das Rennen über weite Strecken im Griff, musste sich aber am Ende dem unaufhaltsamen Antonelli beugen. „Kimi ist ganz schön schnell nach vorne gekommen. Da wusste ich schon, dass er am Rennende ganz vorne mit dabei sein wird. Bei mir sind zum Schluss die Reifen einfach eingebrochen“, gestand ein sichtlich enttäuschter Russell. Für den 28-Jährigen sei das Resultat „brutal“, kommentierte Rosberg.
Es sei für Russell eine „heftige Niederlage“, führte Rosberg aus. „Da wirst du komplett verrückt im Kopf.“ Ralf Schumacher ging noch einen Schritt weiter und erklärte die Rangfolge bei Mercedes für geklärt: „Russell fährt ab heute nur noch für Antonelli. Das war’s. George muss sich einfach darüber im Klaren werden, dass er im Moment nur die Nummer zwei ist.“ Im WM-Klassement hat Russell als Zweiter jetzt 66 Zähler Rückstand auf Antonelli. Resigniert meinte er: „Kimi kontrolliert die WM. Ich denke gar nicht mehr über den WM-Kampf nach.“
Bei der Siegerehrung wurde Russell von den Tifosi ausgebuht, während Antonelli von den Fans euphorisch bejubelt wurde. Formel-1-Chef Stefano Domenicali zeigte sich begeistert: „Ein historisches Rennen für Italien. Was mich am meisten beeindruckt hat, war der Respekt der Ferrari-Fans für Kimi. Das habe ich noch nie erlebt in Monza, das war großartig.“
Durch diesen Triumph befindet sich Antonelli auf dem besten Kurs, nach Ascari (1952 und 1953) der zweite Weltmeister aus Italien zu werden. Die Zuneigung der Fans hat er schon jetzt sicher, ganz so wie sein Landsmann vor mehr als 70 Jahren oder die Ikone Michael Schumacher vor zwei Jahrzehnten. (red)
