3

Windschatten-WahnsinnAntonelli entreißt Verstappen die Pole – fürchtet aber Angriff

Max Verstappen verpasst die Pole in Spa knapp – für das Rennen dürfte er sich aber beste Chancen ausrechnen.

Windschatten-Wahnsinn auf der Ardennen-Achterbahn! Mit einem waghalsigen Manöver hat Max Verstappen (28) fast die Pole-Position für sein Lieblingsrennen in Spa (Sonntag, 15 Uhr, RTL & Sky) erobert.

Im Windschatten seines Wasserträgers Isack Hadjar (21) raste der „fliegende Holländer“ auf die Bestzeit, die ihm kurz darauf hauchdünn von Mercedes-Wunderkind Kimi Antonelli (19) entrissen wurde. Aber der junge Italiener ahnt bereits, dass „Mad Max“ am Sonntag Favorit auf den Heimsieg sein wird.

Spannender Schlagabtausch um die Pole in Spa

Was war das für ein spannender Schlagabtausch im Kampf um die Pole? Antonelli gab zwar die Taktzahl vor, doch Verstappen, der am Ende strafversetzte Weltmeister Lando Norris (26) und auch die Ferrari-Fahrer Charles Leclerc (29) und Lewis Hamilton (41) deuteten mit Topzeiten an, dass Kimis sechster Saisonsieg nach zuletzt drei sieglosen Rennen kein Spaziergang wird.

Von der Pole zeigte Antonelli am Start oft Schwächen, und auch wenn er die Spitze durch La Source, Eau Rouge und Raidillon verteidigen kann, dürfte auf der Kemmel-Geraden der Verstappen-Angriff folgen. Antonelli und Mercedes-Teamchef Toto Wolff (54) wissen das. „Max wird neben mir starten. Es wird also wichtig, einen guten Start hinzulegen“, sagte der Italiener. Und Ziehvater Wolff sagte besorgt: „Durch den Windschatten auf der Kemmel-Geraden ist er am Ende offen wie ein Scheunentor für einen Angriff von Max.“

Verstappen frohlockte angesichts des doppelten Windschatten-Bonus bereits: „Ohne den Windschatten von Isack würde ich jetzt hier nicht stehen. Das wäre eher Platz sechs gewesen. Klar sind wir glücklich und zufrieden mit der ersten Startreihe.“ Nach der Enttäuschung von Silverstone (Ausfall) würde er in seinem Lieblingsrennen nur zu gerne seinen ersten Saisonsieg feiern: „Die Reifen haben auf den Longruns nicht besonders ausgesehen, aber ich werde natürlich alles geben, um bei der Musik zu sein.“

Sehen wir am Sonntag wieder so legendäre Duelle wie zu Zeiten von Michael Schumacher (57) gegen die Silberpfeil-Fahrer Mika Häkkinen (57) und David Coulthard (55)? Unvergessen, wie der Schotte Schumi im Regen-Chaos von 1998 übel auflaufen ließ, der Kerpener im Ferrari-Dreirad in die Box zurückrollte und „DC“ an die Gurgel wollte.

Sein McLaren-Nachfolger Norris muss allerdings eine Aufholjagd hinlegen, um noch in den Podiumskampf eingreifen zu können. Wegen des Tausches der Elektronik-Steuerung wird der Weltmeister um zehn Startplätze zurückversetzt. Norris: „Es ist natürlich ärgerlich, wegen der Startplatzstrafe nicht hier gegen die Jungs kämpfen zu können. Aber es ist ein langes Rennen und ich werde versuchen, durchs Feld zu pflügen.“

Noch ärger traf es Verstappen-Helfer Hadjar, der wegen des Einbaus einer neuen Antriebseinheit von ganz hinten starten muss. Für Audi-Routinier Nico Hülkenberg (38) gab es die nächste Niederlage gegen seinen jungen Teamkollegen Gabriel Bortoleto (21). Der Emmericher klagte über Schaltprobleme im letzten Streckenabschnitt. Im zweiten Quali-Drittel strandete er mit einem Hydraulik-Leck in der Pouhon-Kurve und dem 12. Startplatz. Der Brasilianer schaffte es wieder in die Top-Ten und startet heute von Rang acht. Im Quali-Duell glich er zum 5:5 aus.

Pierre Gasly an dem Ort, an dem er seinen Freund Anthoine verlor.
Wenn Spa schweigt
Warum das Rennen mehr bedeutet als Punkte und Podestplätze