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Formel 1 in MonzaFerrari kracht, Kimi lacht

Aktualisiert:

Dieses Heimspiel ging für Ferrari gründlich daneben. Ein Italiener durfte trotzdem jubeln.

Mamma mia, Ferrari! Was für ein verkorkstes Heimrennen, das im Zeichen des 30. Jahrestages von Michael Schumachers ersten Ferrari-Sieg in Monza stand.

Charles Leclerc drückte erst Lewis Hamilton in den Dreck und landete wenig später selbst in den Reifenstapeln. Den Italien-GP gewann WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli, obwohl er sich nach einer Startplatzstrafe wegen Motorwechsels vom 19. Startplatz durchs ganze Feld kämpfen musste. Zweiter wurde Mercedes-Kollege George Russell vor Max Verstappen.

Leclerc rutscht auf Abfluss weg

Ferrari kracht, Kimi lacht! Was für ein Dilemma für die italienischen Fans, die sich für ihren Landsmann im Mercedes freuen mussten. Es war der erste Heimsieg für Antonelli. Und er ist der erste italienische Monza-Sieger seit Ludovico Scarfiotti im Jahr 1966. Der siegte damals für die Scuderia Ferrari.

Gleich die Startphase hatte es in sich, ausgerechnet die von den Startplätzen drei und vier gestarteten Ferrari-Fahrer gerieten sich in die Haare. Hamilton setzte sich innen neben Leclerc und zog Rad an Rad mit ihm durch die Schikane. Doch am Ausgang ließ sich der Monegasse raustreiben und drückte Hamilton in den Dreck. Der Brite beschwerte sich am Funk: „Charles hat mich rausgedrängt.“ Die Rennleitung untersuchte den Vorfall, doch für Sky-Experte Ralf Schumacher war es eine legitime Aktion von Leclerc: „Das hätte Lewis abbrechen müssen, weil da außen ja nun mal kein Platz war. Lewis geht da mehr Risiko, was sich einfach nicht ausgezahlt hat.“

Doch das Karma schlug direkt gnadenlos zu: In der 4. Runde verlor Leclerc erst Platz drei an Verstappen und in der schnellen Parabolica-Kurve die Kontrolle über seinen Ferrari und schlug hart in die Reifenstapel ein. Der Monegasse wirkte benommen und wurde vom Rennarzt direkt versorgt. Die Analyse ergab: Leclerc fuhr auf den lackierten Wasserabfluss der Strecke, der linke Hinterreifen verlor schlagartig Grip und er drehte sich in den Kies. Kurios: In der Parabolica-Kurve war Leclerc bereits vor sechs Jahren gecrasht. „Ich bin etwas zu weit rausgekommen und habe da den Wagen verloren“, haderte Leclerc später, gab aber was seine Gesundheit angeht Entwarnung: „Es war ein heftiger Einschlag. Ich habe mich etwas benommen gefühlt, aber jetzt geht es mir wieder besser.“

Nach den Aufräumarbeiten und dem Re-Start begannen die munteren Überholspielchen. Der sensationelle Pole-Setter Pierre Gasly verlor Platz um Platz und fand sich später auf Platz sieben wieder. Und Russell plötzlich in Gesellschaft von Verstappen, der ihn sogar überholte. Doch dann setzte sich der bessere Silberpfeil-Speed durch. Dafür hatte durch ihre Kämpfe Antonelli aufgeschlossen und ging sogar zweimal an Russell vorbei. Der harte Kampf der Mercedes-Kollegen erinnerte schon wieder an den Krieg der Sterne zwischen Hamilton und Nico Rosberg, die sich 2016 in Barcelona sogar gegenseitig abräumten. Prompt kam die Anweisung vom Kommandostand: „Hört mal lieber auf hier diese Jojo-Spielchen zu spielen, konzentriert euch lieber auf Verstappen.“

Denn der „fliegende Holländer“ holte sich in einer virtuellen Safety-Car-Phase wegen des Ausfalls von Lance Stroll (Aston Martin) noch einmal frische Reifen und setzte auf eine Schlussattacke. Zunächst überholte er den sich zuvor verbremsenden Hamilton für Rang vier und danach auch Piastri. Nach einem Verbremser vor der Start-Ziel-Schikane musste er den Australier zwar zunächst wieder ziehen lassen, zog zehn Runden vor Schluss aber endgültig vorbei. Aber dann flammte der Krieg der Sterne richtig auf. Antonelli war viel schneller als Russell, der sich in den vorigen Kämpfen die Reifen ruiniert hatte. Doch der Engländer dachte gar nicht daran, den jungen Kollegen vorbeizuwinken und drückte ihn in den Kies. Doch nach einem Ordnungsruf aus der Box ließ er Kimi schließlich passieren. Und der jubelte bei der Zieldurchfahrt. Mercedes-Teamchef Toto Wolff gratulierte: „Forza Kimi!“

Sebastian Vettel mit bewegtem Gesichtsausdruck.
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