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Hoeneß sorgte einst für EklatVor WM-Test: Erinnerung an einen Kult-Spruch

Nationaltrainer Otto Addo steht an der Seitenlinie.

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Otto Addo ist Ghanas Nationaltrainer. Der frühere BVB-Profi fordert am Montag (30. März 2026) im Testspiel die deutsche Nationalmannschaft.

Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ihren nächsten WM-Test gegen Ghana. Die Afrikaner werden von einem alten Bundesliga-Bekannten trainiert. Otto Addo fordert Julian Nagelsmann heraus.

Vor einem Vierteljahrhundert sorgte Uli Hoeneß für ein neues geflügeltes Wort im Fußballgeschäft. Nach einem emotionalen Bundesliga-Duell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern war der damalige Münchner Manager im April 2001 aufgebracht.

Zwei Rote, eine Gelb-Rote Karte und elf Gelbe Karten hatte es beim 1:1 gehagelt. Hoeneß pickte sich anschließend den BVB-Stürmer heraus. „Otto Addo soll in den Zirkus Sarrasani gehen. Der hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen“, schimpfte er.

Ghana kassierte zuletzt eine herbe Niederlage in Österreich

Der „Zirkus Sarrasani“ wurde zum Begriff für Schauspieleinlagen auf dem Fußballplatz. Am Montagabend (30. März 2026) gibt es ein Wiedersehen für Deutschlands Fußballfans mit dem gebürtigen Hamburger.

Der 50-Jährige ist Trainer von Ghanas Nationalmannschaft und fordert in Stuttgart die DFB-Elf. Sein Team reiste jedoch mit einer herben Enttäuschung in der Schwaben-Metropole an. Der WM-Härtetest gegen Österreich ging 1:5 verloren. „Die zweite Hälfte war ein großes Desaster. Wir haben große Lektionen zu lernen“, sagte Addo.

Der Auftritt in Wien gab dem Coach, der das Amt seit Sommer 2024 innehat, zu denken. „Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt so verloren haben. Es ist wirklich enttäuschend“, klagte er.

Das Duell mit der DFB-Elf ist auch für Addo ein ganz besonderes. „Ich bin in Hamburg mit meiner Zwillingsschwester und meiner alleinerziehenden Mutter aufgewachsen. Früher habe ich mich nur als Ghanaer gesehen. Ich habe mich so gesehen, wie andere mich sehen. Die erste Frage war immer: Woher kommst du?“ Das sei schon schwierig. Und er glaubt, es höre auch niemals auf.

Otto Addo mit Stürmer Antoine Semenyo an der Seitenlinie.

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Otto Addo nimmt Stürmer Antoine Semenyo (l.) beim Test gegen Österreich vom Feld.

Ghana spielt im Sommer in der Gruppe L gegen England, Kroatien und Panama. „Wir müssen uns nicht verstecken – wir können an guten Tagen mit den Topnationen mithalten“, betont Addo.

In den USA, Mexiko und Kanada wird er zum vierten Mal bei einer WM dabei sein. 2006 scheiterte er in Deutschland als Spieler mit Ghana im Achtelfinale an Brasilien, 2022 als Interims-Nationaltrainer in Katar in der Vorrunde. 2014 war er für Ghana als Scout und Spielanalyst in Brasilien vor Ort.

Otto Addo: Vierte WM-Teilnahme im Sommer

Marokko hat es 2022 als bisher beste afrikanische Mannschaft ins WM-Halbfinale geschafft. „Es wird eines Tages einen afrikanischen Weltmeister geben, da bin ich mir sicher“, sagt Addo. „Je mehr afrikanische Mannschaften an der WM teilnehmen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit. Es war erst eine, dann waren es drei, dann fünf, jetzt sind es neun, vielleicht sogar zehn. Der prozentuale Anteil wird größer.“

Die Verhältnisse vor dem Spiel in Stuttgart (20.45 Uhr/ARD) sind allerdings klar. „Deutschland ist immer oben mit dabei, hat sehr, sehr gute Spieler, einen sehr, sehr guten Trainer.“ Dementsprechend traut er seinem Kollegen Julian Nagelsmann auch bei der WM im Sommer alles zu. „Deutschland ist immer für einen Titel gut, ich rechne immer mit Deutschland. Das habe ich auch 2014 getan, als viele andere Zweifel hatten. Das ist eine absolute Topmannschaft.“

Florian König moderiert den „Doppelpass“ auf Sport1.

„Doppelpass“

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