WM-Sensation in Atlanta: Europameister Spanien kommt gegen Kap Verde nicht über ein 0:0 hinaus. Das Spiel bringt Torwart Vozinha unverhofften Ruhm.
„Das ist verrückt“Brasilianische Reporterin bringt Torwart-Held aus der Fassung
WM-Held mit 40 – und plötzlich Social-Media-Star! Torwart Vozinha erlebte bei der Weltmeisterschaft einen ganz besonderen Start ins Turnier.
Der Schlussmann der Kapverden war beim Sensations-0:0 gegen Europameister Spanien der gefeierte Mann. Gemeinsam mit seinen aufopferungsvoll verteidigenden Vorderleuten hielt er seinen Kasten gegen den WM-Mitfavoriten sauber. Laut Datenanbieter Opta ist Vozinha der älteste Torwart in der Geschichte, der bei seinem WM-Debüt ohne Gegentor blieb.
Vozinha wird in Windeseile zum Instagram-Star
Die Leistung brachte dem 40-Jährigen, der nur noch bis Ende des Monats beim portugiesischen Zweitligisten GD Chaves unter Vertrag steht, nicht nur die Auszeichnung als „Man of the match“ ein, sondern auch jede Menge neue Follower bei Instagram.
Eine halbe Stunde nach Abpfiff durchbrach Vozinha die Marke von über 1,5 Millionen Menschen, die ihm in dem Sozialen Netzwerk folgen. Später waren es schon 2,4 Millionen. Tendenz weiter steigend.
Hintergrund: Der brasilianische Sender Caze TV hatte seine Zuschauerinnen und Zuschauer während der Halbzeitpause aufgefordert, dem Keeper zu folgen. Das eigentliche Ziel, die 100.000 Follower, war schon nach einer Minute erreicht.
Nach dem Spiel wurde Vozinha von der brasilianischen Reporterin Barbara Coelho mit seinem neuen Ruhm bei Instagram konfrontiert – und traute seinen Augen nicht. Beim Blick auf das Handy musste er erst einmal völlig verdutzt lachen.
„Das ist verrückt. Das ist verrückt“, sagte er anschließend. Nach eigenen Angaben hatte er vor dem Spiel etwa 50.000 Follower gehabt. Auch Teamkollege Ryan Mendes war perplex. „Was?“, fragte der Stürmer entgeistert, als ihm die Reporterin die Zahl der Instagram-Follower seines Torwarts zeigte.
Vozinha ist bereits der zweite „No-Name“ der WM, der durch einen Aufruf in den Sozialen Medien durchstartet. Zuvor war bereits Tim Payne zu einem Internet-Star aufgestiegen, nachdem ein argentinischer Influencer den Neuseeländer zum unbekanntesten Spieler der Endrunde wählte. Mittlerweile folgen Payne bei Instagram 5,7 Millionen Menschen.
Auf dem Rasen hatte Vozinha nach der bislang größten Überraschung dieser WM noch Tränen vergossen. „Ich habe wegen meiner Großeltern geweint“, sagte der Torwart. „Ich bin mit ihnen aufgewachsen und traurigerweise sind sie vor ein paar Jahren gestorben. Sie haben alles für mich getan.“
Auch die Situation seiner Mutter trieb dem 40 Jahre alten Schlussmann die Tränen in die Augen. „Sie konnte heute nicht hier sein, weil wir die Kaution für das Visum nicht rechtzeitig zahlen konnten“, sagte Vozinha. Von Personen aus bestimmten Staaten verlangt die US-Regierung eine Kaution für ein Visum. Im Fall von Kap Verde liegt diese zwischen 5.000 und 15.000 Dollar.
Von seinem Trainer bekam Vozinha ein Extralob. „Ich kann nur dankbar sein. Er ist schon lange bei uns, er ist sehr erfahren. Ich rede nicht gerne über Einzelspieler, aber ich glaube, er hat gut gespielt“, sagte Pedro Leitao Brito, der Torwart sei „der beste Spieler auf dem Feld“ gewesen. (are/sid/dpa)
