In der ersten Halbzeit des Spiels um Platz drei lässt sich Frankreich von England abschießen. MagentaTV-Moderator Jan Henkel ist stinksauer.
„Das ist sarkastisch gemeint“Taktik-Experte tobt wegen dieser Frankreich-Szene

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Was war das denn? Beim Abschiedsspiel für Didier Deschamps lässt sich Frankreich in der ersten Halbzeit vorführen. Nach 45 Minuten steht es im Spiel um Platz drei bei der WM 4:0 (!) für England.
Bei MagentaTV spricht Expertin Tabea Kemme von taktischen Gründen, kann sich nicht vorstellen, dass es auf diesem Niveau eine Einstellungsfrage ist. Moderator und Taktik-Experte Jan Henkel sieht das allerdings völlig anders.
Frankreich-Auftritt in der ersten Halbzeit: „Das ist eine Frechheit“
In der Halbzeit-Analyse redet er sich in Rage. „Ich finde es erschreckend, was die Franzosen hier abliefern. Wir hatten ja vorher darüber gesprochen, wer will es mehr? Die Franzosen anscheinend überhaupt nicht“, schimpft Henkel. „Das ist schon eine Frechheit. Da sind Zuschauer im Stadion, die zahlen Geld dafür. Das ist schon teilweise Leistungsverweigerung, was sie dort bringen.“
Das veranschaulicht er anschließend am Tor zum 3:0. „Das entsteht aus einer Offensivaktion der Franzosen“, erklärt Henkel, während die Szene in der Wiederholung läuft. „Und das hier ist die defensive Absicherung. Also, das ist sarkastisch gemeint. Das ist nämlich gar keine defensive Absicherung.“
Dann befasst er sich insbesondere mit dem Rückzugsverhalten von Warren Zaire-Emery: „Wir haben den Schiedsrichter mal eingekreist, und Zaire-Emery. Achtet bitte drauf, wer von den beiden im Umschaltverhalten schneller ist und eher gleich hinten am Strafraum der Franzosen ist.“ Es ist der Referee. „Und wenn der Schiedsrichter ein schnelleres Umschaltverhalten hat als der französische Defensivspieler, spricht das Bände“, stellt Henkel fest.
Dass Frankreichs Superstar im Kabinengang dann auch noch fröhlich mit England-Trainer Thomas Tuchel plaudert und bereits sein Trikot mit Declan Rice getauscht hat, sorgt beim MagentaTV-Moderator zusätzlich für Kopfschütteln. „Wenn ich mir jetzt vorstelle, es geht um etwas, bin ich vom Mindset her nicht so drauf“, sagt Henkel, der aber auch Rices eher nonchalante Reaktion auf dessen Treffer zum 1:0 nicht gut findet: „Wenn ich mir das vorstelle, das wäre jetzt das 1:0 im WM-Finale gewesen, da bist du komplett anders.“

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Jan Henkel erklärt die Entstehung des 3:0: „Und das hier ist die defensive Absicherung. Also, das ist sarkastisch gemeint. Das ist nämlich gar keine defensive Absicherung.“
Angesichts der Tatsache, dass es das letzte Spiel von Deschamps als Frankreich-Trainer ist, fordert Henkel zum Abschluss der Halbzeit-Analyse: „Sie müssen die Ehre des Trainers retten. So kannst du Didier Deschamps nicht verabschieden!“
Dass diese Worte ihren Weg in die französische Kabine gefunden haben, kann ausgeschlossen werden. Doch offenbar hat Deschamps selbst in seiner Halbzeitansprache die richtigen Worte gefunden. Denn nach dem Seitenwechsel sind die Franzosen – nicht nur aufgrund von vier Spielerwechseln – wie verwandelt und kommen durch einen Doppelpack von Mbappé (48., 66.) und einen Treffer von Bradley Barcola (54.) nach Vorarbeit Mbappés wieder zurück ins Spiel.
Plötzlich ist das Spiel wieder spannend – und die Fans im Stadion fühlen sich dann doch noch bestens unterhalten. Für Frankreich reicht es am Ende trotz des besseren Auftritts in der zweiten Halbzeit nicht. Saka (87.) besorgt in der Schlussphase per Foulelfmeter das 5:3 für England. Der erneute Anschlusstreffer durch Ousmane Dembélé (90.+6) kommt zu spät – und Jude Bellingham (90.+8) macht nach einem Konter den Deckel drauf. Diesmal endgültig.
