Der Weltmeister von 2014 ist fassungslos über Englands Herangehensweise im WM-Halbfinale gegen Argentinien.
„Das kann ich nicht glauben“Müller mit vernichtender Kritik an Tuchels Taktik

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England-Trainer Thomas Tuchel sitzt im WM-Halbfinale am Spielfeldrand.

Thomas Müller hält sich mit seiner Kritik zur Herangehensweise Englands im WM-Halbfinale gegen Argentinien nicht zurück.
In einem spontanen Video während eines Flugs nach Chicago, in dem er eigentlich seinen ehemaligen Bayern-Kollegen Robert Lewandowski in der US-Liga MLS willkommen heißen wollte, rutschte es aus dem Ex-DFB-Kicker plötzlich heraus!
Thomas Müller über England-Aus: „Das kann ich nicht nachvollziehen“
„Übrigens“, stieg Müller ein, nachdem er sich eigentlich schon verabschiedet hatte. „Argentinien hat ein Wahnsinnsspiel abgeliefert, und ich kann einfach nicht glauben und verstehen, wie England an dieses Spiel herangeht“, so Müller weiter.
Der ehemalige Weltmeister von 2014 kritisierte dann die Defensiv-Taktik von Englands Trainer Thomas Tuchel – und stellte genau die Frage, die sich englische Fans, Medien und Fußball-Experten nach dem 1:2 in Atlanta ebenso stellen.
Das Halbfinale war lange exakt nach Englands Vorstellung abgelaufen. Anthony Gordon erzielte in der 55. Minute die verdiente Führung nach einer Flanke von Morgan Rogers. Die Three Lions lagen mit 1:0 vorne, zeigten sich bissig. Der Traum, 60 Jahre nach dem WM-Titel von 1966 einen großen Triumph zu landen, schien der Realität ein gutes Stück näher zu kommen.
Doch dann kam die Wende. England zog sich immer weiter zurück, überließ Argentinien das Spielfeld und lud die Südamerikaner geradezu ein, den Druck zu erhöhen.
In der 85. Minute erzielte Enzo Fernández nach einer Vorlage von Lionel Messi den Ausgleich. Nur sieben Minuten später, in der zweiten Minute der Nachspielzeit, köpfte Lautaro Martínez nach erneuter Messi-Flanke zum 2:1 ein. Argentinien steht im Finale, Englands Traum ist zerplatzt.
Ex-Bayern-Profi Müller kann das Verhalten der englischen Mannschaft nicht fassen – „vor allem, nachdem sie in Führung lagen“. Müller ungläubig: „Ich kann nicht nachvollziehen, warum man die gesamte argentinische Mannschaft dazu einlädt, eine Flanke nach der anderen aus perfekten Flankenpositionen zu schlagen.“
Tuchel selbst gab nach der Partie zu, dass sein Team zu passiv wurde. „Wir waren so nah dran, aber nach dem Tor sind wir zu passiv geworden. Wir haben unglaublich viele Flanken, Chancen und Schüsse zugelassen.“
Der deutsche Trainer begründete seine defensiven Wechsel damit, die Lufthoheit behaupten zu wollen – das Gegenteil aber trat ein. Dennoch genießt der deutsche Trainer nach Informationen von „Daily Mail“ weiterhin die Unterstützung des Fußballverbands.
Müller steht mit seiner Einschätzung nicht allein. Die englische Presse, angeführt von der BBC und „Daily Mail“, wirft Tuchel „feige“ und „katastrophale“ Entscheidungen vor. Ex-Premier-League-Profi Jan Age Fjörtoft argumentierte, dass England nach dem 1:0 „mental aus diesem Spiel rausgegangen“ sei.
Titelverteidiger Argentinien hingegen konnte einmal mehr während des Turniers seine herausragenden Comeback-Qualitäten unter Beweis stellen. Mit Messi stehen sie nun zum dritten Mal in seiner sechsten WM-Teilnahme in einem Finale.

