Eintracht Frankfurt kassiert wieder einmal zu viele Gegentore. Lothar Matthäus wird nach dem Spiel gegen Hoffenheim deutlich.
„Kann es nicht mehr hören“Sky-Experten gehen auf Eintracht-Profis los

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Lothar Matthäus war diesmal Experte im Studio und nicht beim Topspiel.
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Der Trainer ist weg, die Krise geht weiter. Eintracht Frankfurt hat in der Bundesliga unter den Interimscoaches Dennis Schmitt und Alex Meier eine bittere Heimniederlage kassiert.
Trotz Führung unterlagen die Hessen am 19. Spieltag der TSG Hoffenheim mit 1:3 (1:0), wieder einmal präsentierte sich die Defensive erschreckend löchrig.
Lothar Matthäus: „Da stimmt es hinten und vorne nicht“
Winter-Neuzugang Arnaud Kalimuendo (18.) hatte Frankfurt mit 1:0 in Führung gebracht, Max Moerstedt (52.), Ozan Kabak (60.) und ein Eigentor von Amenda (65.) drehten das Spiel zugunsten der Gäste aus dem Kraichgau.
„In der zweiten Halbzeit machen wir wieder die gleichen Fehler wie in den letzten Wochen. Und so wird es schwer, Spiele zu gewinnen“, sagte SGE-Kapitän Robin Koch im Sky-Interview. „Ich glaube, wir haben in der ersten Halbzeit viele Dinge richtig gemacht, gehen in Führung und dann … Ja, das musst du jetzt endlich lernen. Du musst cleverer spielen, abgezockter spielen, und das haben wir wieder heute nicht geschafft.“
Die vielen Gegentore bekam schon Dino Toppmöller nicht in den Griff. Es war wohl der Hauptgrund, warum er gehen musste. Doch auch ohne ihn läuft es noch nicht. Im Stadion gab es zum Abpfiff ein gellendes Pfeifkonzert.
Sky-Experte Lothar Matthäus, der nach seiner im Skiurlaub erlittenen Schulterverletzung die Rollen mit Dietmar Hamann getauscht hatte und diesmal mit Armschlinge die Nachmittagsspiele im Studio analysierte, wurde deutlich. „Jetzt kann man über Trainer diskutieren, kann über Abwehr diskutieren, kann über Mittelfeld diskutieren. Ich hoffe, dass die Spieler sich auch mal ohne Trainer untereinander offen unterhalten“, forderte der einstige Weltfußballer.
Matthäus sieht nun die Spieler in der Bringschuld. „Dass das in der Abwehr einfach nicht funktioniert, das hat ja Gründe. Das ist ja nicht nur so, weil der Torhüter vielleicht mal unsicher ist oder die Abwehr nicht organisiert ist, sondern das fängt ja schon viel weiter vorne an. Und da stimmt es irgendwie hinten und vorne nicht.“
Eine Begründung für die schwere Saison der Eintracht will Matthäus jedenfalls nicht mehr gelten lassen. „Ich kann es nicht mehr hören, dass sie nur eine junge Mannschaft haben, die Jungs haben Erfahrung, auch internationale Erfahrung. Deswegen muss sich da die Mannschaft schon auch an die eigene Nase langen, bevor man immer irgendwie sagt, ein neuer Trainer muss es richten.“
Auch Matthäus’ Expertenkollege Patrick Helmes fand deutliche Worte für die Frankfurter Leistung. „Jedes Pflichtspiel drei Gegentore. Damit kannst du den Laden fast zumachen“, so der ehemalige Nationalstürmer. „Ob Toppmöller oder Schmitt, ist dann egal. Das ist einfach: So kannst du nicht verteidigen.“


