Wayne Rooney zerlegt die Balogun-Entscheidung der Fifa – und vergleicht sie mit seinem eigenen Fall von 2012.
WM-Skandal um BalogunEngland-Legende packt über unmoralisches Angebot der Uefa aus

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Wayne Rooney hat sich zum umstrittenen „Fall Balogun“ vor dem Achtelfinale zwischen Belgien und den USA geäußert und die Fifa hart ins Gericht genommen.

„Ich halte das für eine absolute Schande. Das meine ich wirklich ernst.“ Wayne Rooney (40) ist fassungslos!
Die England-Legende hat sich vor dem brisanten WM-Achtelfinale zwischen Belgien und den USA (Dienstag, 2 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) zum „Fall Balogun“ geäußert und dabei die Fifa-Entscheidung als „in jeder Hinsicht falsch“ kritisiert.
Wayne Rooney: „Infantino sollte sich dafür schämen“
Der einstige Stürmer, der jahrelang für Manchester United auf Torejagd ging, erinnerte sich während eines TV-Auftritts bei der BBC an einen Fall von 2012. Damals hatte er als englischer Nationalspieler eine Sperre von drei Spielen wegen einer Roten Karte erhalten, sodass er die drei anstehenden EM-Gruppenspiele verpassen sollte.
Zwar handelte es sich damals um die Uefa, doch bei Rooneys Erzählung werden Erinnerungen wach: „Man hat mir im Grunde gesagt: Wenn ich in die Schweiz fahre und dort mit einer Gruppe von Kindern ein Training absolviere, wird das dritte Spiel gestrichen. Ich habe zugestimmt, weil ich keine Sperre von drei Spielen wollte, aber ich hielt das für falsch.“
Eine Rote Karte zurückzunehmen, wäre nach Auffassung von Wayne Rooney in Ordnung – „dann könnte man spielen“, sowohl in seinem Fall damals als auch im Fall „Balogun“, der aktuell die Gemüter bei der WM erregt. Aber: „Eine Sperre von einem Jahr auf Bewährung zu verhängen, halte ich für eine absolute Schande.“
Und genau das hat die Fifa am Sonntag getan. Die Sperre für den US-Stürmer nach dem Platzverweis im WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) wurde kurzerhand zur Bewährung ausgesetzt. Balogun ist damit gegen Belgien spielberechtigt.
Laut der Nachrichtenagentur „AFP“, der „New York Times“ und des „Guardian“ soll US-Präsident Donald Trump persönlich bei Fifa-Boss Gianni Infantino angerufen haben, um eine Überprüfung der Roten Karte zu erbitten.
Rooney ist empört: „Infantino sollte sich dafür schämen, denn meiner Meinung nach steht hier die Sportlichkeit dieses Spiels infrage. Wenn ich einer der Gegner der USA wäre, wäre ich absolut außer mir vor Wut, ich halte das einfach in jeder Hinsicht für falsch.“
Interessant: Am Montag (6. Juli) verfasste auch die Uefa ihre Kritik an der Vorgehensweise der Fifa. Wie selten zuvor wurde in einer Stellungnahme von einer „roten Linie“ gesprochen.
Und weiter: „Wir bringen unser Unverständnis über eine derart beispiellose, unbegreifliche und nicht zu rechtfertigende Entscheidung zum Ausdruck“, schrieb die Uefa: „Manchmal lassen Regeln Interpretationsspielräume zu. In diesem Fall nicht.“
Die Uefa warnte vor einem „Präzedenzfall in einem laufenden Turnier, in dem nun vergleichbare Fälle gleich behandelt werden müssen – zum Schaden des Wettbewerbs“. An den Deal mit Rooney erinnert sich dort wohl keiner mehr.

