Hat Donald Trump bei Gianni Infantino angerufen, um eine Aufhebung der Sperre eines US-Spielers zu bewirken? Jürgen Klopp kann nur mit dem Kopf schütteln.
Trump-Anruf bei Fifa?Klopp fassungslos – WM-Trainer tut es leid für die USA
Der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp hat fassungslos auf die beispiellosen Hintergründe in der „Causa Balogun“ reagiert. Auch Norwegen-Trainer Stale Solbakken wurde deutlich.
„Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, das ist verrückt, das stellt alles infrage“, sagte der 59-Jährige, DFB-Wunschkandidat für die Nachfolge von Julian Nagelsmann, bei MagentaTV.
WM-Trainer: „Eine schlechte, schlechte, schlechte Entscheidung“
Am Sonntag hatte der Fußball-Weltverband Fifa die Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun aus dem WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) zur Bewährung ausgesetzt. Balogun ist damit am Montagabend (Ortszeit) im Achtelfinale der USA gegen Belgien spielberechtigt.
Laut übereinstimmenden Medienberichten von „The Athletic“ sowie den Nachrichtenagenturen AP und AFP rief US-Präsident Donald Trump persönlich bei Fifa-Chef Gianni Infantino an, um ihn um eine Überprüfung der Roten Karte zu bitten. (Hier den EXPRESS.de-Kommentar lesen: Trumps Anruf bei der Fifa – ein Schlag ins Gesicht aller Fußball-Fans)
„Da gibt es gar keine zwei Meinungen. Wenn es tatsächlich so war: Da gibt es immer noch die Möglichkeit, dass die USA ihn trotzdem nicht aufstellen, weil sie sagen: ‚So wollen wir das nicht haben‘“, sagte Klopp: „Wir leiden alle unter Fehlentscheidungen. Trotzdem lernen wir alle im Laufe des Lebens, damit zu leben. Und das ist ganz einfach eine Tatsachenentscheidung.“
Norwegens Nationaltrainer Stale Solbakken sprach von einem „großen Fehler“ der Fifa. Es sei „eine schlechte, schlechte, schlechte Entscheidung, die der WM schaden wird“, sagte er nach dem Viertelfinaleinzug der Norweger gegen Brasilien (2:1): „Es tut mir auch leid für die USA. Wenn sie gewinnen, wird es immer in der Schwebe hängen. Das ist nicht gut für den Sport.“
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War es richtig, die Balogun-Sperre aufzuheben?
Solbakken ist der Ansicht, dass die Entscheidung einen gefährlichen Präzedenzfall schaffe. „Was ist mit der nächsten Roten Karte? Was passiert dann? Wird es künftig irgendwo ein Gremium geben, das solche Karten einfach wieder aufhebt?“, fragte Solbakken. (sid)
