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Infantino macht sich lächerlichTrumps Anruf bei der Fifa – ein Schlag ins Gesicht aller Fußball-Fans

US-Präsident Donald Trump hält im Oval Office eine Rote Karte in die Kamera, FIFA-Präsident Gianni Infantino lacht.

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US-Präsident Donald Trump zeigt uns 2018 die Rote Karte, Fifa-Präsident Gianni Infantino lacht. Acht Jahre später bleibt den Fans das Lachen im Hals stecken. 

Der Ruf des Fußball-Weltverbandes Fifa ist nun wirklich nicht der beste. Und das vollkommen zu Recht. Der aktuelle Vorgang bei der WM 2026 rund um die Rote Karte der USA stellt aber alles in den Schatten. 

Gut, der Fifa traut man alles zu. Der Fußball-Weltverband mit seinem Präsidenten Gianni Infantino steht nahezu für alles, was auf diesem Planeten schief läuft. Menschenrechte? Nicht so wichtig! Korruption? Ach, warum nicht?!? 

Als ob es noch einen finalen Beweis für diese These benötigt hätte, hat der kritisch beäugte Weltverband jetzt bei der WM die Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun nach dessen Roter Karte im Sechzehntelfinale aufgehoben. Diese Entscheidung traf die Fifa offenbar nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump. Wenn das stimmt – Fifa und US-Regierung schweigen –, ist das ein einmaliger Vorgang und ein riesiger Skandal! Vielleicht der größte Skandal der Fifa-Geschichte. Ein Kommentar.

Wie unabhängig ist die Fifa wirklich?

Die Fifa legt in ihren eigenen Regeln sehr großen Wert auf Unabhängigkeit. Schon in Artikel 4 des umfassenden Regelwerks verweist der Weltverband auf diese. Fifa-Entscheidungsträger müssen frei von äußerem Druck arbeiten – was auch für den Präsidenten gelten sollte.

Ein direkter Anruf eines Staatsoberhauptes zur Aufhebung einer sportlichen Sanktion verstößt gegen diese Unabhängigkeitsprinzipien, auch wenn dieser Fall nicht eindeutig im Regelwerk geklärt ist. Der Vorfall schafft zumindest den Anschein, dass Disziplinarentscheidungen der Fifa nicht vom Regelwerk abhängen, sondern politischer Druck entscheidend ist.

Natürlich ist die ganze Situation ein Sonderfall. Welches Staatsoberhaupt würde sich zu einer Roten Karte bei einem Fußball-Turnier äußern? Und dann auch noch den Fifa-Präsidenten anrufen? Und die wichtigste Frage: Welches Staatsoberhaupt hätte überhaupt so einen großen Einfluss auf die Fifa, die Entscheidung dann aufzuheben? Das einzige Staatsoberhaupt weltweit, bei dem man alle drei Fragen abhaken kann, ist wohl US-Präsident Donald Trump.

Trump ist nichts peinlich. Und Trump richtet gerade höchstpersönlich die Weltmeisterschaft aus. Ja, mit zwei weiteren Gastgebern: Kanada und Mexiko. Ob Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum, König Charles, oder wahlweise Kanadas Premierminister Mark Carney wohl bei Infantino wegen einer Roten Karte angerufen hätten? Wohl kaum! Hätte die Fifa daraufhin ihre eigenen Regeln ad absurdum geführt? Auf keinen Fall!

Die Entscheidung schmerzt jeden Fußball-Fan. Weil sie zeigt, dass der Fußball eben nicht mehr jedem Fan gehört. Der Fußball gehört den Dreisten und den Mächtigen dieser Welt. Schon wieder zwei Punkte, die auf Trump zutreffen. Dieser bedankte sich nach der Fifa-Entscheidung ausdrücklich. Eine „große Ungerechtigkeit“ sei rückgängig gemacht worden, erklärte der US-Präsident, der in der Vergangenheit nicht durch Fußball-Expertise auffiel und ganz offensichtlich auch noch stolz auf seine Einflussnahme ist. 

Doch es geht hier auch gar nicht um die Rote Karte gegen Balogun. Über die Karte und die damit verbundene Sperre kann man diskutieren. Absicht lag wohl kaum bei dem unglücklichen Foul von Balogun an dem Bosnier Tarik Muharemović vor, die Regeln geben aber dennoch die Rote Karte her. Und eben eine Sperre.

Normalerweise läuft es im Fußball so: Tatsachenentscheidung. Sperre bleibt bestehen. Ende. Die Fifa hat jedoch ein Schlupfloch gefunden: Artikel 27 des Disziplinarreglements. Demnach kann die Durchführung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise ausgesetzt werden. Baloguns Sperre wird für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Sollte sich der Angreifer in dieser Zeit „einen weiteren Verstoß gleicher Art und Schwere“ erlauben, werde die Sanktion vollstreckt. Das ist nicht mehr als ein schlechter Witz und Wettbewerbsverzerrung noch dazu!

Infantino zu Trump: „Sie können immer auf meine Unterstützung zählen, Herr Präsident“

Mit Artikel 27 hatte die Fifa auch schon die Aufhebung einer Sperre gegen den portugiesischen Superstar Cristiano Ronaldo begründet und das Mitwirken von CR7 an der WM so erst ermöglicht. Auch das hatte schon ein Geschmäckle, aber zumindest gab es keine Einmischung aus der Politik.

Die Folgen: Frankreich legt wegen einer Gelben Karte gegen Michael Olise ein. Die direkt benachteiligten Belgier erwägen ihrerseits, Protest bei der Fiifa einzulegen. Das Problem: Ihnen fehlt ein Fürsprecher, der vor nicht allzu langer Zeit mit dem Friedenspreis von der Fifa ausgezeichnet wurde und dessen Wort bei Gianni Infantino Gewicht hat.

Bei der Preisverleihung im Dezember 2025 sagte Infantino zu Trump: „Sie können immer auf meine Unterstützung zählen, Herr Präsident, auf die Unterstützung der gesamten Fußballgemeinschaft – gemeinsam wollen wir Ihnen dabei helfen, Frieden zu stiften und die Welt überall zu einem besseren Ort zu machen.“ Schon damals schüttelte man sich bei diesen Worten, heute klingen sie wie purer Hohn. 

Belgiens Nationaltrainer Rudi Garcia bringt es auf den Punkt: „Ich wusste nicht, dass der 5. Juli bei der Fifa auch der 1. April ist. Der belgische Verband verteidigt nicht nur sich selbst, er verteidigt den Fußball. Es geht um Integrität.“ 

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