Nach der Derby-Niederlage in Braunschweig scheidet Hannover 96 auch aus dem DFB-Pokal aus. Sandro Wagner steht schon in der Kritik.
Trainer-Effekt verpufftWagner nach vier Spielen vor dem Aus? Sportboss äußert sich

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Jonas Boldt stärkt Sandro Wagner öffentlich den Rücken.
Die nächste herbe Enttäuschung für Hannover 96! In der 2. Runde des DFB-Pokal ist für den Verein gegen Liga-Konkurrent Kaiserslautern Endstation. Zu Hause verlieren die Niedersachsen mit 0:2.
Die sportliche Talfahrt verschärft sich damit weiter. In der 2. Liga ist Hannover zuletzt auf Platz 16 in der Tabelle abgerutscht. Unter dem neuen Trainer Sandro Wagner sind die Roten in vier Partien noch sieglos (drei Niederlagen, ein Remis). Zuletzt gab es eine schmerzhafte Derby-Pleite in Braunschweig. Der frühere Nationalspieler ist wenige Wochen nach seinem Amtsantritt schon massiv in der Kritik.
„Solange ich da bin auf jeden Fall!“
Sein Ziel, das „Quäntchen, das uns momentan fehlt, auf unsere Seite zu zwingen“, wurde nicht erreicht. Ein Blick auf die Statistik schmerzt: Ganze 24 Versuche feuerten die Niedersachsen Richtung Kasten ab. Entweder rettete das Aluminium oder Lauterns Schlussmann Julian Krahl parierte – ein ums andere Mal. Den Gästen aus der Pfalz genügten hingegen ganz wenige Möglichkeiten. Zweimal schlugen sie gnadenlos zu und sicherten sich das Ticket für die nächste Runde.
Geschäftsführer Jonas Boldt steht jedoch weiterhin voll hinter dem Trainer. Doch auch der Sportboss selbst muss sich nach dem Pokal-Aus unangenehme Fragen stellen lassen. Das berichtet der „Kicker“.
Am Sky-Mikrofon ließ Wagner seiner Enttäuschung freien Lauf: „Das Spiel passt nicht zum Ergebnis.“ Zudem ergänzte der Trainer: „Dieser Mannschaft wird seit Monaten nichts geschenkt.“
Eine Einschätzung, die Boldt komplett teilte. Natürlich sorge der Ausgang für Frust. Allerdings habe die gezeigte Darbietung nach der 0:2-Schlappe beim Braunschweiger Nachbarschaftsduell eine ordentliche Trotzreaktion dargestellt. Sein klares Versprechen bezüglich der Truppe lautete: „Wenn wir diese Leistung an den Wochenenden an den Tag legen, dann werden wir unsere Punkte holen.“
Unbestritten bleibt jedoch: Für gute Laune am Maschsee sorgt dieses Scheitern gegen die Roten Teufel keineswegs. Beschönigen möchte Boldt die Lage keinesfalls: „Jammern hilft nicht, wir müssen anpacken. Es ist gerade eine herausfordernde Situation gerade, daran müssen wir weiter arbeiten.“
Auch Boldt selbst steht in der Kritik. Wie verschiedene Medien meldeten, gehe Geldgeber Martin Kind inzwischen auf Distanz zum Manager. Sogar das Wort „Missverständnis“ sei bezüglich seiner Anstellung bereits gefallen. Aus der Fassung bringen solche Berichte den 44-Jährigen jedoch nicht.
Gegenüber der ARD bezog er dazu deutlich Position: „Mir persönlich hat niemand gesagt, dass wir von einem Missverständnis reden.“ Aufkommende Unruhe angesichts der schwachen Resultate hält er schlichtweg für „logisch“. Er führte weiter aus: „Deshalb wurde ich geholt, weil man vielleicht eine Neuausrichtung wollte.“ Bleibt er dem Klub also erhalten? Darauf entgegnete Boldt trocken: „Ich wüsste nicht, warum nicht.“
Debatten über den Trainer erstickt er ebenfalls sofort im Keim. Immerhin verpflichtete Boldt Wagner, nachdem Christian Titz seinen Posten räumen musste. Deshalb fällt sein Treuebekenntnis für den Fußballlehrer absolut unmissverständlich aus. An Wagners Verbleib an der Linie rüttelt er nicht: „Solange ich da bin auf jeden Fall!“
Wie blickt Wagner auf die Situation? Auch bei ihm herrscht keinerlei Panik. „Als Führungskraft, egal in welchem Gewerbe, geht es um Prozess und Entwicklung. Wenn die gut ist, dann sind wir auf dem richtigen Weg“, lautet seine Erklärung. Das Pokalduell mit den Pfälzern sieht er demnach „als Schritt in die richtige Richtung – nur vom Ergebnis her nicht“. (red)
