Rückkehr ins EM-Camp Elf Monate nach Löw-Aus: Das hat sich unter Flick alles geändert

Bundestrainer Hansi Flick springt aus einem Kleinbus.

Hansi Flick (hier am 23. Mai 2022 in Marbella) bezieht am Montag das Quartier in Herzogenaurach.

Nach einem freien Wochenende bezieht die Nationalmannschaft nun ihr Quartier in Herzogenaurach, um sich weiter auf die Nations League vorzubereiten. Hansi Flick hat schon viel bewegt beim DFB-Team.

Am 30. Juni 2021 endete im Medienzentrum des „Base Camp“ in Herzogenaurach eine Ära. Joachim Löw (62) trat am Tag nach der 0:2-Achtelfinal-Niederlage gegen England bei der EM noch einmal vor die Presse. Es war sein letzter Tag als Bundestrainer nach über 15 Jahren.

Während Löw damals noch nach Worten rang, rollten die Vans mit den enttäuschten Nationalspielern vom Gelände des DFB-Ausrüsters. Am Montagabend (30. Mai 2022), genau elf Monate später, kehrt die DFB-Elf wieder in das Quartier zurück. Diesmal allerdings mit Bundestrainer Hansi Flick (57).

In Herzogenaurach trat Joachim Löw ab – Hansi Flick kehrt dahin zurück

Flick ist mit der Nationalelf nach neun Länderspielen – acht Siege, ein Unentschieden – noch ungeschlagen. In Italien (4. Juni) sowie danach in München gegen England (7. Juni), in Ungarn (11. Juni) und zum Abschluss in Mönchengladbach erneut gegen Italien (14. Juni) stehen in der Nations League nun vier echte Härtetests für das neue Gebilde an.

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Bisher ist die Laune rund um die DFB-Elf äußerst positiv. Die schwerfällige Stimmung, die in der Löw-Endphase geherrscht hatte, ist verschwunden. Auch einige Änderungen im Team rund ums Team – vom neuen Standardexperten Mads Buttgereit bis hin zum Zahn-Spezialisten Dr. Siegfried Marquardt – haben dazu beigetragen, dass eine Atmosphäre des Aufbruchs herrscht. Der Bundestrainer nimmt viele mit in seine Gedanken, hört sich alles an, entscheidet am Ende dann aber doch allein.

„Es hat sich das eine oder andere verändert unter Hansi Flick, was auch notwendig war. Wir wollten einen neuen Weg gehen“, sagt DFB-Direktor Oliver Bierhoff (54). „Hansi hat seine eigene Art, die Dinge anzugehen. Er ist sehr kommunikativ, er kann die Leute sehr stark begeistern. Er hat klare Vorstellungen von dem, was er machen will, aber bringt das auf eine sehr gute Art den Spielern und auch den Verantwortlichen rüber, sie für seine Sache zu gewinnen.“

Flick scherzt gerne mit seinen Assistenten, legt den Arm um die Spieler, sucht den Austausch mit Journalisten. Aber wenn der Bundestrainer einmal energisch pfeift, dann hören die Stars sofort konzentriert zu. „Man hat es im Training gesehen: Er hat einen absoluten Leistungsanspruch. Er fordert die Dinge ein – auf dem Platz und in den Besprechungen“, sagt Bierhoff deutlich. „Ich glaube, dass die Mannschaft mit ihm das Gefühl hat, dass sie einen Neustart hinbekommen kann“.

Entscheidend sind aber natürlich am Ende immer die Ergebnisse. Und da zeigte das 1:1 in den Niederlanden im März, dass trotz der positiven Entwicklung noch Luft nach oben ist. Zudem werden sich die Positionskämpfe in der Mannschaft noch verschärfen.

Der Kampf um die Plätze verschärft sich: Flick schwärmt von Musiala

In Marbella fiel beispielsweise auf, dass Flick immer wieder Jamal Musiala (19) heraushob. Der Bayern-Youngster wird im zentralen Mittelfeld zunehmend zum Herausforderer der etablierten und namhaften Fachkräfte Joshua Kimmich (27), Leon Goretzka (27) und İlkay Gündoğan (31). „Wenn man Jamal hier so sieht, wie er gewisse Dinge spielerisch auch in Drucksituation auf dem Platz löst, ist das sehr gut“, lobte Flick.

Wenn es um das Erreichen von Zielen geht, kann der „nette Hansi“ auch schnell kompromisslos werden. Und wenn sich der Erfolg nicht wie gewünscht einstellt, wird der 57-Jährige auch schon mal ungemütlich. So gesehen sind die nächsten zweieinhalb Wochen schon mal ein klarer Indikator, wo die Reise wirklich hingeht.

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