Riesen-Wut auf WeltmeisterPhilipp Lahm twittert zum Pokalfinale – Fans stinksauer

Philipp Lahm lacht auf der Tribüne beim Finale des DFB-Pokals neben Celia Sasic und Rudi Völler.

Dieser Nostalgie-Tweet ging nach hinten los: Philipp Lahms Erinnerung an einen großen Moment beim FC Bayern sorgte längst nicht bei allen Fans für Begeisterung.

von Béla Csányi (bc)

Ausgerechnet Philipp Lahm! Der Weltmeister und frühere Muster-Profi gilt als Chef-Diplomat im deutschen Fußball, jedes Wort wirkt sorgsam abgewogen. Für Aufreger oder Polemik ist der frühere Kapitän des FC Bayern nicht zu haben. Viele Fans brachte er jetzt trotzdem zum Toben.

Ausgelöst hatten den Ärger eine Reihe von Tweets zum Finale im DFB-Pokal. Die hatte der 39-Jährige wie gewohnt vorsichtig formuliert, dabei einen entscheidenden Faktor aber offenbar nicht auf der Rechnung gehabt.

Philipp Lahm stößt Fans des VfB Stuttgart vor den Kopf

„Gestern vor zehn Jahren waren wir in Berlin und haben das Triple ins Ziel gebracht. Der VfB Stuttgart, mein Ex-Verein, hat uns das Leben lange schwergemacht, aber am Ende haben wir das Finale 3:2 gewonnen“, schrieb Lahm am Freitag (2. Juni 2023) zu vier Fotos von der anschließenden Titel-Feier auf dem Münchner Marienplatz.

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Während die Erinnerungen an das erste Triple der Klub-Geschichte den Bayern-Anhang in Wehmut versetzte, köchelte im Lager des VfB Stuttgart die Wut. „Ex-Verein“? Dabei ist Lahm aktuell doch … Richtig! Beim VfB als „Berater des Managements“ angestellt. Seine Identifikation mit dem Verein lebt der frühere Weltklasse-Spieler aber offenbar eher innerlich aus. 

Zur Erinnerung: Ende 2022 holte Stuttgarts Vorstands-Boss Alexander Wehrle (48) ein prominentes Duo mit Lahm und Weltmeister-Kollege Sami Khedira (35) als Berater ins Ländle. Weil die Konstruktion bislang nicht allzu erfolgreich wirkte, sich auch Khedira schon einmal in die Nesseln gesetzt hatte, stehen viele Fans ihren früheren Schützlingen kritisch gegenüber.

VfB-Fans kritisch gegenüber Philipp Lahm und Sami Khedira

„Ex-Verein???? Und ich dachte derzeitiger Arbeitgeber?“, fragte ein Fan entgeistert. „Derzeit wirst du von deinem ,Ex-Verein‘ als Mitarbeiter bezahlt. Verzieh dich“, wurde ein anderer Anhänger sogar noch deutlicher. Ähnlich sah es ein weiterer Stuttgarter, der schimpfte: „Schlechter als die mit großem Tohuwabohu vom VfB verpflichteten Berater hätte wohl kein Fan beraten. Im Gegenteil, bei uns hängt nämlich das Herz dran.“

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Tatsächlich wurde auch in einigen weiteren Kommentaren die fehlende Identifikation mit dem Klub bemängelt, der vor dem Relegations-Rückspiel beim Hamburger SV am Montag (5. Juni 2023, 20.45 Uhr) trotz eines 3:0-Hinspiel-Erfolgs noch immer nicht den Bundesliga-Klassenerhalt feiern kann.

Lahms Berater-Kollege Khedira hatte schon Anfang April den Zorn der VfB-Fans auf sich gezogen, weil er beim Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach (0:0) als DAZN-Experte im Stadion war. Parallel wurde in rund 300 Kilometern Entfernung über die Zukunft des schließlich auch geschassten Stuttgart-Trainers Bruno Labbadia (57) beraten. Auch Lahm weilte zu diesem Zeitpunkt nicht im Ländle, sondern in München. (bc)