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Die Abseits-RevolutionFIFA testet neue Regel, die für deutlich mehr Tore sorgen soll

Gianni Infantino und Arsène Wenger

Copyright: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Arsène Wenger (l) setzt sich für eine neue Abseitsregel ein, Gianni Infantino findet es gut. (Archivbild)

Kippt bald eine der wichtigsten Regeln im Fußball? Die FIFA erprobt eine neue Auslegung des Abseits, die Stürmer jubeln lassen soll. Ein Testlauf in Kanada wird zeigen, ob das Spiel bald torreicher wird.

Der Weltfußball steht möglicherweise vor einer gewaltigen Veränderung. Der Verband FIFA forciert eine grundlegende Neuerung bei der Abseitsregel. Im Rahmen von Tests in Kanada wird auch ein Überprüfungssystem für Trainerentscheidungen eingeführt. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, beginnt zum Saisonstart der Canadian Premier League (CPL) am Samstag ein entsprechendes Pilotprojekt.

In der Erprobungsphase wird die aktuelle Vorschrift für Abseits zugunsten der Angreifer modifiziert. Die Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) hatten dies kürzlich genehmigt. Außerdem erhalten die Trainer in der höchsten rein kanadischen Liga die Gelegenheit, Urteile der Unparteiischen prüfen zu lassen.

Wie könnte die neue Abseitsregel aussehen?

Der ehemalige Spitzencoach Arsène Wenger engagiert sich als Leiter der Abteilung für globale Fußballentwicklung bei der FIFA schon seit sechs Jahren für eine modifizierte Abseitsregel.

Dabei soll ein Akteur nicht im Abseits sein, solange sich noch ein Körperteil, mit dem ein Treffer erzielt werden kann, auf gleicher Höhe mit dem vorletzten gegnerischen Spieler befindet. Ein Spieler wird nur dann als im Abseits eingestuft, wenn sein gesamter Körper vor dem Verteidiger ist und eine Lücke klafft. Die FIFA bezeichnet dies als „Daylight“, also Tageslicht-Abseits.

Bislang befindet sich ein Spieler schon im Abseits, wenn nur eines dieser Körperteile näher am Tor ist als der vorletzte Kontrahent.

Das sagen die FIFA und Infantino

Eine angepasste Abseitsregel soll laut FIFA für eine höhere Torquote sorgen. „Indem wir diese neue Auslegung in einem professionellen Wettbewerb testen, können wir ihre Auswirkungen besser verstehen, unter anderem im Hinblick auf mehr Klarheit und einen flüssigeren Spielverlauf sowie die Förderung des Angriffsspiels“, sagte der Franzose Wenger zu den Versuchen in Kanada.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte sich bereits zuvor offen für eine mögliche Änderung der Abseitsregel gezeigt. „Wie können wir das Spiel offensiver und attraktiver machen“, fragte Infantino damals.

Unter anderem in Italien liefen seit April 2022 bereits Tests, dort in den beiden höchsten Ligen der U18.

Was ändert sich für die Trainer?

In der kanadischen CPL gibt es keine dedizierten Videoschiedsrichter, stattdessen dürfen die Trainer eine limitierte Anzahl von Anträgen stellen, um Entscheidungen überprüfen zu lassen. Dies ist bei Toren, Elfmetern, Roten Karten und Verwechslungen gestattet. Dazu reichen die Trainer dem Vierten Offiziellen an der Seitenlinie eine Karte ein. Die strittigen Entscheidungen werden dann am Monitor betrachtet. Das System solle kein Ersatz für den Video-Assistenten (VAR) sein, sondern den Schiedsrichtern Unterstützung bei kritischen Entscheidungen bieten, teilte die FIFA weiter mit. Ob und wann die Regel-Revolution auch in den deutschen Ligen und damit beim 1. FC Köln ankommt, ist noch unklar. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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