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„Das gab es 2006 so nicht“Was Podolski an seinen DFB-Nachfolgern stört

Lukas Podolski hat mit Deutschland drei Weltmeisterschaften gespielt. Vor dem Turnier in Nordamerika übt er leichte Kritik an der neuen DFB-Generation.

Lukas Podolski steht vor seiner ersten WM als Fußball-Rentner. Vor wenigen Wochen hat er seine aktive Karriere offiziell beendet, derzeit liefert er in seiner Netflix-Doku „Poldi“ auch private Einblicke.

„Fußball ist und bleibt mein Leben, auch wenn meine aktive Karriere nun beendet ist“, stellt er in einem Interview mit dem „Stern“ aber unmissverständlich klar.

Podolski über DFB-Team: „Irgendwie waren wir lauter, wilder“

Bei der WM drückt er natürlich Deutschland die Daumen, übt aber auch leichte Kritik an seinen Nachfolgern im DFB-Team. „Es ist für mich schwer zu beurteilen, weil ich nicht mittendrin bin. Aber ich würde immer die Mannschaft bevorzugen, die ich selbst erlebt habe“, sagt der Rio-Weltmeister, der einst beim 1. FC Köln seine Profi-Karriere begann.

Podolski war 2004 bei der EM erstmals bei einem großen Turnier für Deutschland dabei. Anschließend war er eines der Gesichter des Sommermärchens bei der Heim-WM 2006, wurde als bester junger Spieler des Turniers ausgezeichnet. „Ich kann es noch immer fühlen. Diese Erinnerungen werden mich ein Leben lang begleiten“, sagt er über den besonderen Sommer. Acht Jahre später war er in Brasilien als Ergänzungsspieler Teil der Weltmeister-Mannschaft unter Joachim Löw.

Nun ist eine andere Generation im DFB-Trikot unterwegs. „Natürlich ist es für mich leicht zu sagen, dass die Generation von 2006, 2008 und den Turnieren bis 2016 – also meine gesamte DFB-Karriere mit der Mannschaft – etwas Besonderes war. Ich hatte dort immer eine geile Zeit. Wir hatten viel Humor und viel Witz. Also ja, irgendwie waren wir lauter, wilder, vielleicht auch mehr auf den Fußball konzentriert“, glaubt der Spaßvogel mit dem begnadeten linken Fuß.

Für Poldi hat seine Generation im direkten Vergleich die Nase vorn. Er erklärt auch, warum: „Wir hatten Typen. Wir haben viel gelacht. Da waren Mertesacker, der zwei Meter groß war, Poldi und Schweini haben viel Quatsch gemacht, Oliver Kahn strahlte eine enorme Autorität aus, um nur ein paar prägnante Charaktere zu nennen.“

Die Mannschaft sei genauso gewesen, wie sie in der Dokumentation „Deutschland. Ein Sommermärchen“ gezeigt worden sei, versichert Podolski. „Es war immer schön, immer laut, immer humorvoll“, erinnert er sich.

In der aktuellen Nationalmannschaft vermisst Podolski eben diese Typen und Charaktere – sieht die Verantwortung dafür in den gesellschaftlichen Veränderungen. „Die Welt hat sich verändert, Social Media spielt eine große Rolle und die Selbstdarstellung. Das gab es 2006 so nicht, da zählte nur der Ball“, findet die FC-Legende.

Trotz der Kritik an den aktuellen Nationalspielern lässt Podolski sich ein Hintertürchen für ein DFB-Comeback offen – als Bundestrainer. „Vielleicht sitze ich irgendwann zu Hause und sage: Mir ist langweilig, ich will zurück auf den Platz. Vielleicht möchte ich dann alles, was ich in meiner Karriere erfahren und gelernt habe, an Kinder oder an andere Leute weitergeben. Das kann sein. Aber dann geht der ganze Kram wieder von vorn los“, sagt er: „Ich glaube eher nicht, aber ich würde es auch nicht ausschließen.“

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