OGC Nizza spielt in den verbleibenden drei Saisonspielen noch um den Pokalsieg und den Klassenerhalt in der Relegation. Die Fans randalierten nach dem letzten Spiel der regulären Saison im Stadion.
Vier Jahre nach FC-EklatNizza-Fans rasten erneut im Stadion aus

Copyright: AFP
Fans von OGC Nizza am Sonntag nach dem Spiel gegen den FC Metz.
Aktualisiert:
Knapp vier Jahre liegt die „Schande von Nizza“ inzwischen zurück, bei der sich Fans von OGC Nizza und des 1. FC Köln vor dem Spiel in der Conference League eine regelrechte Schlacht auf der Tribüne lieferten. Nizza hat nun erneut für Negativ-Schlagzeilen gesorgt.
Während der FC bereits eine zwischenzeitliche Spielzeit in der 2. Bundesliga hinter sich hat, droht den Südfranzosen ebenfalls der Absturz in die Zweitklassigkeit. Und während der Anhang in Köln den Abstieg vor zwei Jahren mit Fassung trug, rasteten die Nizza-Fans am Sonntag (17. Mai 2026) nach Feststehen der Relegations-Teilnahme aus.
Nizza-Fans stürmen den Platz und randalieren
Nach Abpfiff des letzten Saisonspiels gegen den FC Metz (0:0) stürmte zunächst eine kleine Gruppe Vermummter den Rasen und jagte die eigenen Profis in den Spielertunnel. Im Vollsprint retteten sich beide Mannschaften nur Sekunden vor der Meute in die Katakomben. Auch Feuerwerkskörper flogen durch das Stadion.
Zwischenzeitlich beruhigte sich die Lage sogar, doch als die Polizei mit massiven Kräften im Innenraum aufgezogen war, folgte ein deutlich größerer Mob. Aus der Menge heraus wurden die Einsatzkräfte mit Pyrotechnik und anderen Gegenständen beworfen, im Stadion wurde außerdem randaliert. Sogar ein Feuerlöscher flog auf die Polizisten.
Zu Dutzenden traten die Fans auf die am Seitenrand platzierten elektronischen Werbebanden ein, wie Videos in den Sozialen Netzwerken zeigten. Gegen AS Saint-Étienne geht es für Nizza jetzt um den Klassenerhalt in der Ligue 1.
Festnahmen im Stadion gab es zunächst nicht, die zuständige Polizeibehörde kündigte allerdings bereits an, Videoaufnahmen auf der Suche nach den Tätern auswerten zu wollen. In einer Stellungnahme verurteilte der Präfekt der Region die Geschehnisse im und um das Stadion aufs Schärfte.
Sollten schnelle Sanktionen gegen den Verein ausgesprochen werden, droht schon gegen Saint-Étienne in der Relegation ein Geisterspiel, wie die Sport-Tageszeitung „L'Équipe“ berichtete.
Klub-Präsident Jean-Pierre Revère sagte: „Ich bedaure das. Es ist wirklich schade. Diese Saison war für alle eine schwere Zeit. Man kann viel Bitterkeit empfinden, viel Wut, was auch immer man will … aber die Saison ist noch nicht vorbei.“
Kurios: Nizza spielt in dieser Saison noch um die Rettung und gleichzeitig um einen Titel. Am Freitag steigt das französische Pokalfinale gegen RC Lens, es winkt der erste Pokalsieg seit 1997. Die eigentlich für Donnerstag und Sonntag angesetzte Relegation wurde auf Dienstag und Freitag kommender Woche verschoben. (bc)
