Der 1. FC Köln sorgt mit einem mutigen Post auf Instagram für Furore – und bekommt dafür jede Menge Applaus.
Klare Ansage gegen HassFC-Beitrag bei Instagram schlägt hohe Wellen
Sportlich war die Bundesliga-Saison für den 1. FC Köln am vergangenen Samstag nach der Pleite gegen Bayern München vorbei. Doch abseits des Spielfelds hat der Verein am Sonntag für Furore gesorgt und viel Zuspruch erhalten. Der FC nutzte auf Instagram den internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit, um Hasskommentare an den Pranger zu stellen.
Das Besondere an dieser Aktion: Der Klub veröffentlichte nicht nur die menschenverachtenden und homo-feindlichen Nachrichten, sondern nannte auch die dazugehörigen Instagram-Profile der Verfasser. Es handle sich um Kommentare, welche „einen erschüttert zurücklassen“, teilte der Verein zu seinem Post mit. Die Äußerungen würden belegen, dass „Homophobie leider noch existiert“, stand im Begleittext zu einer Galerie mit den hasserfüllten Posts.
FC macht die Namen von Hass-Schreibern öffentlich
Der Verein zitierte zum Beispiel einen User mit den Worten: „Ihr seid die Hauptstadt der Schwulen“. Ein anderer Account verbreitete die Falschaussage, Homosexualität sei eine „psychische Krankheit, die behandelt werden muss“.
Die vom FC Köln publizierten Kommentare sind aber nicht nur homophob, sondern teils auch rechtsradikal. „Leider braucht Deutschland wieder einen Herrscher wie H!tler“, zitierte der Verein einen anderen Instagram-Account. Ein weiterer drohte dem Klub sogar mit dem Zorn Gottes.
Der 1. FC Köln engagiert sich schon seit langer Zeit für Toleranz und gegen Rechtsextremismus sowie Homophobie. Dass ein Verein der Bundesliga aber gezielt Posts aufgreift und die zugehörigen Account-Namen öffentlich macht, ist sehr ungewöhnlich – die Reaktion auf die Aktion war entsprechend riesig.
Bis Montag klickten rund 60.000 Personen bei dem Beitrag auf Like – erheblich mehr als bei sportlichen Meldungen des Vereins üblich ist. Unter dem Post sammelte sich zudem massenhaft Lob für den 1. FC Köln.
So äußerte sich beispielsweise der Account der Cologne Pride: „Danke! Gerade in der heutigen Zeit ein gutes und wichtiges Statement“, war dort zu lesen. „Für Queerrechte - Viele. Gemeinsam. Stark!“. Die Kölner Musikgruppe Cat Ballou kommentierte die Aktion ebenfalls: „Nur zusamme sin mer stark“, teilten die Musiker mit. Der im Fernsehen bekannte Hunde-Experte Martin Rütter attestierte dem Verein unterdessen eine „stabile Haltung – spürbar anders halt“.

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Die Fans des 1. FC Köln positionieren sich regelmäßig gegen Homophobie – im August 2023 etwa mit einem Banner mit der Aufschrift: „Solidarität mit allen Betroffenen von Homophobie!“ (Archivbild)
Die Rheinenergie bekundete ihre Anerkennung für den Post des Vereins ohne Worte – mit einem Regenbogen-Emoji und einem Symbol, das Dankbarkeit ausdrückt. Auch aus der Politik bekam der Verein für die Aktion Applaus. „Starkes Posting“, kommentierte Sven Lehmann (Grüne), Bundestagsabgeordneter aus Köln.
FC Köln: Viel Applaus, aber auch Kritik auf Instagram
Auch jenseits prominenter Persönlichkeiten zeigten sich zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer auf Instagram begeistert von dem Vorgehen. Insbesondere der Fakt, dass der Klub die Account-Namen zu den Hass-Posts veröffentlichte, wurde von zahlreichen Usern positiv bewertet. „Hoffentlich sieht das mal ein richtiger Chef vom Kommentarschreiber“, äußerte ein Nutzer den Wunsch. „Die Textenden zu verlinken ist richtig und wichtig“, fand ein anderer.
Kritik an dem Vorgehen war ebenfalls zu finden – manche User warfen dem Verein vor, er wolle „vom Sportlichen ablenken“ und lege den „Fokus auf zu viele andere Dinge“. Für diese Meinung ernteten sie jedoch umgehend Widerspruch von anderen Fans. „Alle, die hier drunter schreiben: ‚Nur Fußball, keine Politik!‘ – es geht nicht um Politik, sondern um Werte und Würde“, wandte sich eine Userin an die Kritiker und bezeichnete es als eine „starken Aktion“ des 1. FC Köln.
In weiteren Kommentaren wurde auf die Vereinssatzung hingewiesen – und jenen, die mit dem Engagement des Vereins nicht einverstanden sind, ein Austritt nahegelegt. „Der Verein verhält sich parteipolitisch neutral und bekennt sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Er verpflichtet sich zur Achtung aller international anerkannten Menschenrechte und setzt sich für den Schutz dieser Rechte ein“, steht in den Statuten des 1. FC Köln, in denen auch ein Bekenntnis zur aktiven Gegenwehr festgeschrieben ist. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
