„Einfach zu viel“ Flick sauer wegen Termin-Flut: Bundestrainer mit klarem Appell an FIFA und UEFA

Trainer Hansi Flick nimmt an einer Pressekonferenz teil.

Hansi Flick zeigte sich auf der Pressekonferenz der Nationalmannschaft am 10. Juni 2022 unzufrieden mit der aktuellen Termin-Flut.

Bundestrainer Hansi Flick sieht die Ansetzung von vier Länderspielen binnen zehn Tagen auch mit Blick auf die folgende WM-Spielzeit sehr kritisch. Er fordert Maßnahmen der Verbände.

Hansi Flick (57) ist jemand, der nur schwer aus der Ruhe zu bringen ist. Schon zu seinen Zeiten als Bayern-Trainer ließ er sich kaum vom hektischen Umfeld beim Rekordmeister verwirren. Auch als Bundestrainer ist er lieber eine halbe Stunde vor dem Trainingsstart auf dem Platz, um alle Hütchen und Stangen zu kontrollieren, statt sich vom allgemeinen Trubel rund um die DFB-Elf ablenken zu lassen.

Die aktuell laufenden Nations-League-Spiele sorgen dann aber doch dafür, dass sich Flick auch mal öffentlich aufregt. „Vier Spiele sind einfach zu viel nach so einer langen Saison“, sagte er im Vorfeld der Partie in Ungarn (11. Juni, 20.45 Uhr, RTL) und hatte dabei schon die Ende Juli mit DFB-Pokal und Supercup beginnende WM-Saison im Blick.

DFB: Marco Reus und Serge Gnabry verletzt

„Man sollte sich dem schon mal annehmen und hinterfragen, wie man den Spielern eine Pause gönnen kann, weil es enorm wichtig ist“, sagte Flick und nahm den Weltverband FIFA und die Europäische Fußball-Union UEFA in die Pflicht. Die Experten sollten „die Dinge untersuchen und ein paar Maßnahmen festlegen“, fügte Flick mit besorgter Miene an.

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Seit dem 14. Mai ist die Bundesliga-Saison beendet, seit dem 23. Mai hat der Bundestrainer die Spieler um sich, um sie auf den Viererpack nach einer anstrengenden Saison einzustimmen. Das Resultat des Spiele-Marathons: Marco Reus (33) hat sich im Training einen Muskelfaserriss zugezogen, Serge Gnabry (26) droht in Budapest wegen muskulärer Probleme in der Wade auszufallen.

Verhältnismäßig ist das deutsche Team noch gut durch die Spiele-Hatz gekommen. Aber die bisherigen Duelle – auch anderer Nationen – zeigten, dass viele auf dem Zahnfleisch gehen. Zum Abschluss einer langen Saison mit im Extremfall an die 60 Pflichtspielen seien die vier Nations-League-Partien „einfach zu viel“, klagte Flick - gerade mit Blick auf die beiden vorangegangenen Pandemie-Jahre. „Man muss auch die zwei Jahre zusammenpacken. Da sind viele Spiele hinten angestellt worden.“

Und die Aussichten sind nicht besser. „Wir hatten viele englische Wochen, eine kurze Sommerpause für die Spieler. Dann ist es so, dass man fast keine Vorbereitung hat, dann steigt man wieder in den Bundesliga-Alltag und in die Champions League ein“, erläuterte Flick. Mit Beginn der WM-Saison gehe es demnächst im Spiel-Rhythmus „alle drei, vier Tage“ bis zur Endrunde weiter.

Thomas Müller: „Vier Spiele in elf Tagen sicher nicht der Wunschtraum“

Die Spieler ziehen noch relativ klaglos mit. „Wenn Urlaub wäre, würde ich nicht sagen: Pfui, Teufel! Jetzt ist Urlaub“, sagte Thomas Müller (32). Auch er nannte vier Begegnungen binnen elf Tagen „enorm viel“, das sei „sicher nicht der Wunschtraum“, aber: „Das ist unser Job, den wir erledigen müssen. Wir werden das absolut stemmen können.“

Dennoch: Auch EXPRESS.de hat schon mehrmals kommentiert, dass die Profit-Gier der Verbands-Verantwortlichen dazu führt, dass die Wettbewerbe immer weiter aufgebläht werden. Auf der Strecke bleiben so der sportliche Reiz und die Gesundheit der Profis.

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