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„Er weiß nicht, wie das ist“England-Zoff: Bellingham feuert gegen Tuchel zurück

Verstimmungen im englischen Lager nach dem Krimi gegen Norwegen! Star Jude Bellingham wird mit einem Interview von Trainer Thomas Tuchel konfrontiert.

Kurz vor dem Halbfinal-Kracher gegen Argentinien herrscht dicke Luft bei den Three Lions. Ein Disput zwischen Superstar Jude Bellingham und Coach Thomas Tuchel sorgt für Unruhe.

Auslöser war Tuchels Einschätzung nach dem mühsamen Erfolg über Norwegen in der Verlängerung. Der Trainer war mit dem Auftritt seiner Mannschaft gar nicht zufrieden, sprach von einem „glücklichen“ Sieg – eine Bemerkung, die bei Matchwinner Bellingham nicht gut ankam.

Tuchel rudert zurück und beschwichtigt

Direkt nach dem Spiel wiegelte Bellingham die Kritik am Spielfeldrand noch mit einem kurzen „Ja, nun, was auch immer“ ab. In der Mixed Zone klang das dann aber ganz anders, dort machte er seinem Unmut Luft. Er implizierte, dass Tuchel den enormen Druck in solchen Partien vielleicht nicht verstehen könne, da dessen aktive Laufbahn wegen einer Verletzung bereits mit 25 endete. Das berichtet „Daily Mail“.

Als er auf die Äußerung seines Trainers angesprochen wurde, holte Bellingham zum Gegenschlag aus. „Vielleicht weiß er nicht, wie es ist, unter solchen Bedingungen gegen Erling Haaland, Martin Ödegaard, Antonio Nusa, Alexander Sörloth zu spielen. Das ist keine einfache Mannschaft, gegen die man spielt“, stellte der 23-jährige Profi klar. Zusätzlich erinnerte er an die brutale Hitze in Miami mit gefühlten Temperaturen von über 40 Grad Celsius direkt am Rasen.

Der Profi von Real Madrid nahm seine Teamkollegen energisch in Schutz. „Man gewinnt nicht jedes Spiel, indem man den Ball herumspielt und tausend Pässe macht, manchmal muss man dreckig gewinnen, und das haben wir heute Abend wieder getan.“ Er unterstrich, dass die Mannschaft sich um eine gute Atmosphäre bemüht habe und diese auch auf dem Weg ins Halbfinale bewahren wolle.

Die Beziehung der beiden Alphatiere gilt schon länger als angespannt. Im vergangenen Jahr musste sich Tuchel für eine Wortwahl entschuldigen, als er Bellinghams Auftreten auf dem Platz für manche als „abstoßend“ beschrieb – eine Vokabel, die er nach eigener Angabe „unbeabsichtigt“ nutzte. Außerdem sorgte Bellinghams Nicht-Nominierung für die Länderspiele Englands im Oktober des Vorjahres für Aufsehen.

Tuchel selbst war im Anschluss bemüht, die Situation zu beruhigen. Einen Riss zwischen ihm und der Mannschaft wies er von sich: „Es gibt keine Trennung zwischen mir und meinem Team, nein, nicht ein Prozent.“ Er versicherte sogar, er sei „mit ganzem Herzen dabei und voll und ganz verliebt“ in seine Jungs und ihre Performance.

Der Coach konkretisierte seine Kritikpunkte und zollte dem Kampfgeist des Teams gleichzeitig Respekt. „Widrigkeiten zu überwinden und sich reinzuhängen und Wege zum Sieg zu finden, ist auf dem absolut höchsten Niveau. Dafür können sie nicht genug gelobt werden. Aber ich bin auch ein Fußballtrainer und ich denke, wir können besser spielen.“

Ungeachtet der Reibereien liefert Bellingham eine herausragende WM ab. Seine sechs Treffer halten ihn im Wettbewerb um den Goldenen Schuh. Im Halbfinale steht nun die Mammutaufgabe gegen Argentinien mit Superstar Lionel Messi bevor. Die Südamerikaner hatten sich mit 3:2 nach Verlängerung gegen die Schweiz behauptet.

Bellingham selbst stellt den mannschaftlichen Erfolg über alles. „Ich weiß nicht, ob ich in Bestform bin, das ist mir auch egal. Solange wir weiter Spiele gewinnen können, ist das alles, was zählt.“ (red)

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