Abo

„Hype immer schnell vorbei“Matthäus mit Knallhart-Urteil zu Baumgart – Krach mit Heldt?

Steffen Baumgart ist seinen Job bei Union los. Lothar Matthäus findet harte Worte. Berichte aus Berlin legen nahe, dass das Verhältnis mit Horst Heldt zerrüttet war.

Kurz vor Mitternacht verkündete Union Berlin am Samstagabend den Hammer: Steffen Baumgart ist nicht mehr Trainer des Bundesliga-Klubs. Er wird bis zum Saisonende durch die bisherige U19-Trainerin Marie-Louise Eta ersetzt.

Im Abstiegskampf stehen die Eisernen eigentlich noch relativ komfortabel da, holten aus den 14 Spielen seit der Winterpause aber nur zwei Siege. Am Samstag gingen sie mit 1:3 beim Tabellen-Schlusslicht 1. FC Heidenheim unter.

Heldt und Baumgart: „Wenn sie kommunizierten, wurde es immer richtig laut“

Die Baumgart-Entlassung war keine 24 Stunden später auch Thema in der TV-Sendung „Sky90“. Reporterin Lisa de Ruiter, beim Pay-TV-Sender für Union Berlin zuständig, berichtete in einer Liveschalte, dass es zwischen Baumgart und Unions Geschäftsführer Horst Heldt richtig gekracht habe.

Trainer und Sportboss hätten zuletzt kaum noch miteinander kommuniziert. „Und wenn sie kommuniziert haben, dann wurde es immer richtig laut. Die beiden haben keinen gemeinsamen Nenner mehr gefunden“, so die Journalistin: „Die Niederlage in Heidenheim und die Art und Weise, wie sie verloren haben, war dann der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.“

Erst im Januar hatte Heldt, der Baumgart 2021 zum 1. FC Köln gelockt hatte, dann aber selbst nach dem mit Ach und Krach in der Relegation vermiedenen Abstieg entlassen wurde, den Vertrag mit dem Trainer verlängert. In den vergangenen Wochen soll sich das Verhältnis zwischen den beiden aber verschlechtert haben.

Baumgart sei über sein Aus überrascht gewesen, berichtete die Sky-Reporterin aus Berlin. „Ich habe Steffen Baumgart heute Morgen getroffen. Er ist um 10.48 Uhr zur Alten Försterei gekommen, um sich von der Mannschaft zu verabschieden, denn dazu hatte er gestern gar keine Gelegenheit mehr. Und ich konnte kurz mit ihm sprechen und man hat ihm den Schock schon angesehen. Das war nicht der Steffen Baumgart, den ich kennengelernt habe. Das war für ihn so, zu dem Zeitpunkt zumindest, nicht erwartbar.“

Für Matthäus kam die Trainerentlassung angesichts der Ergebnisse in der Rückrunde dagegen nicht überraschend. „Mich wundert, dass Baumgart überrascht war“, so der DFB-Rekordspieler angesichts der schwachen Resultate im Jahr 2026.

Der Sky-Experte sieht allerdings auch die Rolle von Heldt kritisch. „Ich kenne ja Horst Heldt seit langer Zeit, er hat viel Erfahrung, er hat viele Verbindungen in der Bundesliga, aber auch er muss Punkte sammeln, er muss die Mannschaft weiterentwickeln und das ist ihm und Baumgart in den letzten Monaten auf keinen Fall gelungen.“

Auch die Entwicklung von Baumgart vom „Kulttrainer“ in Köln, der danach beim Hamburger SV und Union Berlin kein ganz so glückliches Händchen hatte, war in der Sendung Thema.

Matthäus erinnerte daran, dass es zum Ende hin auch beim FC nicht mehr lief. „Er war eineinhalb Jahre gut, aber dann ist es irgendwann vorbei. Bei Union waren es jetzt auch gut eineinhalb Jahre. Der Hype ist dann immer schnell vorbei. Deswegen wurde ja auch der Vertrag im Januar noch verlängert und dann auf einmal geht es bergab“, so das harte Urteil.

Beim FC blieb Baumgart, um genau zu sein, rund zweieinhalb Jahre. In seiner ersten Saison führte er den FC sensationell in die Conference League, im zweiten Jahr wurde das Ziel Klassenerhalt letztlich souverän erreicht.

In der dritten Baumgart-Saison geriet der Verein dann aber in akute Abstiegsnöte, weshalb Baumgart kurz vor Weihnachten gehen musste. Der Klassenerhalt gelang unter Nachfolger Timo Schultz nicht mehr.

Markus Anfang blickt mit offenem Mund und ausgestreckten Armen auf den Platz.

Nachfolger steht schon fest

Fortuna Düsseldorf trennt sich von Markus Anfang