Lothar Matthäus hat sich Jürgen Klopp und Thomas Müller nach deren Einlassungen zu Bundestrainer Nagelsmann öffentlich zur Brust genommen.
„Das war das Mindeste“Matthäus knöpft sich Klopp und Müller vor

Lothar Matthäus (65) ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn es darum geht, Fehlverhalten im Fußball zu kritisieren. Diesmal richtete sich der Fokus des Rekordnationalspielers auf Jürgen Klopp und Thomas Müller.
In seiner „Sky“-Kolumne machte der Weltmeister von 1990 klar, dass er mit den Aussagen der beiden Fußball-Größen rund um das Länderspiel zwischen Deutschland und Curacao nicht gerechnet habe.
Matthäus über Klopp und Müller: „Das war das Mindeste“
„Über die Äußerungen von Jürgen Klopp und Thomas Müller zwei Tage vor dem Curacao-Spiel war ich überrascht“, schrieb Matthäus.
Doch was war passiert? Klopp hatte als Experte bei MagentaTV mit Blick auf die DFB-Aufstellung gesagt: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf.“ Anschließend schob er ein „noch“ hinterher, was für erhebliche Diskussionen und Unruhe im Netz sorgen sollte. Müller frotzelte live dazu, Klopp sei gedanklich wohl schon „im September“.
Matthäus knöpfte sich den Aussetzer des Experten-Duos nun unmissverständlich vor: „Jürgen ist lange genug Trainer gewesen und kommt vielleicht wieder zurück, Thomas ist noch aktiver Spieler. Beiden hätte es sicher nicht gefallen, wenn sich bei ihnen jemand von außen eingemischt hätte. Es war nicht der richtige Zeitpunkt und es waren die falschen Worte.“
Besonders Jürgen Klopp bekam in der Kolumne sein Fett weg. Zwar räumte der frühere Liverpool-Coach seinen Fehler inzwischen selbst ein, für Matthäus ist das aber noch lange kein Grund zum Lob. Im Gegenteil.
Matthäus bezeichnet Klopp-Kommentar als „sehr unüberlegt“
„Klopp hat sich am Sonntag nach dem Spiel bei Nagelsmann entschuldigt und gesagt: ‚Auch mit 59 bin ich immer noch dämlich‘“, schrieb Matthäus. Dazu meinte der TV-Experte: „Das ist typisch Jürgen, dass er solche Sprüche raushaut, weil er sieht, dass er einen Fehler gemacht hat. Er hat sich entschuldigt, das war das Mindeste.“
Damit war die Sache für den Sky-Experten aber noch nicht aus der Welt. Der 65-Jährige betonte, dass Klopp ein solcher Aussetzer „eigentlich gar nicht hätte passieren dürfen“. Matthäus deutlich: „Das war sehr unüberlegt.“
Immerhin: Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte die Entschuldigung von Klopp unmittelbar nach dem 7:1 gegen Curacao angenommen. Klopp bezeichnete das Wort „noch“ als persönliches „Unwort des Jahres“ und sagte selbstkritisch, es sei ihm flapsig rausgerutscht.
Auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler ordnete die Aussagen von Klopp bereits als unangebracht ein. Matthäus schloss sich dieser Bewertung ausdrücklich an.
„Rudi Völler hat zu Recht angemerkt, dass Klopps Aussage im Vorfeld nicht angebracht war, aber mit Jürgens Entschuldigung sollte das Thema nun auch erledigt sein“, schrieb der frühere Bayern-Profi.
Gleichzeitig deutete der einstige Kapitän der Nationalmannschaft an, dass ähnliche Sprüche in Zukunft wieder vorkommen könnten. „Bei MagentaTV wird viel gelacht und geflachst, da müssen wir uns vielleicht auf weitere Sprüche von Jürgen und Thomas einstellen.“

