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Bundestrainer erklärt Bisseck-VerzichtKlopp lässt Kölner zu Hause: „Diskussionen legitim“

In Italien ein Dauerbrenner, im DFB-Team gestrichen: Jürgen Klopp liefert die Gründe für das Bisseck-Aus.

Bei Inter Mailand spielt Yann Aurel Bisseck Stamm. Dennoch reist  der gebürtige Kölner nicht zur DFB-Auswahl, wenn demnächst die Partien im Rahmen der Nations League anstehen.

Zwar strich Jürgen Klopp diverse prominente Profis von seiner Liste, doch die Nichtberücksichtigung des Inter-Profis verblüfft viele am meisten. Dessen ist sich wohl auch der Bundestrainer bewusst, der auf Bissecks Fehlen konkret einging.

Obwohl er ein Lichtblick war: Klopp verzichtet auf Bisseck

Dass Nico Schlotterbeck sowie Waldemar Anton (beide Borussia Dortmund) gemeinsam mit Bayern-Profi Jonathan Tah für die Abwehr-Zentrale berufen werden, galt im Vorfeld als Formsache. Das vierte Ticket sicherte sich jedoch Malick Thiaw, der bei Newcastle United unter Vertrag steht.

Diese Personalie kam für viele Beobachter durchaus unerwartet. Schließlich ist Bisseck mit seinen 25 Jahren bei den Italienern absolut gesetzt und erzielte erst am Dienstag in der Champions League ein echtes Traumtor. Sein Konkurrent Thiaw hingegen fand sich im Verein zuletzt nur auf der Ersatzbank wieder. Das berichtet „SPOX“.

Weshalb erhielt also der England-Legionär den Zuschlag gegenüber Bisseck? Während eines fast dreißigminütigen Gesprächs bei DFB.TV erläuterte der Trainer seine Entscheidung für das Abwehrzentrum und verteilte dabei großes Lob an Thiaw sowie Anton.

Dabei blickte er auf den zweiten Teil der langen Oktober-Länderspielphase zurück. Sowohl beim 2:0-Erfolg über Serbien als auch beim torlosen Remis gegen Griechenland wirkten beide Akteure über die komplette Distanz von 90 Minuten mit. Weil Schlotterbeck damals verletzt passen musste und vorzeitig abgereist war, sprang dieses Duo ein.

Laut Klopps ausdrücklicher Betonung haben die zwei ihre Sache dabei „unfassbar gut gemacht“. Demnach war die erneute Berufung für den 59-jährigen Übungsleiter absolut „klar“. Allerdings: Als Klopps Heim-Einstand gegen die Griechen mit 0:1 verloren ging, zählte ausgerechnet Bisseck zu den ganz wenigen positiven Erscheinungen.

Für den Bundestrainer spielt es überhaupt keine Rolle, dass  Newcastle United derzeit in der Startelf auf Thiaw verzichtet. „Malick hat jetzt, glaube ich, drei Spiele in Folge im Verein nicht gespielt“, gestand der Coach zwar ein. Doch unmittelbar im Anschluss schob er ein deutliches Statement hinterher: „Das hat für mich nicht so eine Riesen-Relevanz.“

Genau aus diesem Grund tausche er sich regelmäßig mit dem Ex-Schalker aus, gab Klopp preis. Zudem unterstrich der Fußballlehrer abermals: „Er hat es bei uns einfach so gut gemacht, dass wir den Jungen dabei haben wollen. Und Schlotti war jetzt auch vollkommen klar.“

Dass der Verzicht auf Bisseck für reichlich Verwunderung sorgt, leuchtet Klopp ein. „Da kommt jetzt natürlich - verstehe ich auch - die Frage, wenn Thiaw nicht spielt, aber Bisseck spielt alles und ist nicht dabei“, führte er aus: „Das gehört zu diesen Diskussionen, die erstens legitim sind und zweitens nur dann geführt werden, wenn man mehr Qualität hat, als man eigentlich mitnehmen darf. Da würden mir noch ein paar einfallen, die das einfach richtig gut machen. Aber für uns, in diesem Moment, ist das die Achse, auf die wir jetzt setzen.“

Ein endgültiges Aus bedeutet das für die verschmähten Akteure allerdings keinesfalls. Diesen Punkt hatte der Auswahltrainer bereits am Anfang der Fragerunde deutlich gemacht.

Abgesehen vom Inter-Verteidiger wurden überraschenderweise auch Barcelona-Angreifer Karim Adeyemi sowie Nick Woltemade (Juventus Turin) nicht eingeladen. „Zwischen dieser Maßnahme und der nächsten sind es allerdings drei oder vier Monate und da hat natürlich sofort jeder die Möglichkeit, sich wieder zu zeigen.“ (red)