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„Müssen niemandem hinterherlaufen“Bei Bayern-Kracher: Klopp mit Ansage im DFB-Poker

Jürgen Klopp im Interview bei DAZN.

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Jürgen Klopp im Interview bei DAZN.

Bundestrainer Jürgen Klopp war beim Champions-League-Duell zwischen dem FC Bayern und Arsenal zu Gast.

Schon vor dem Champions-League-Topspiel zwischen dem FC Bayern München und dem FC Arsenal gab es einige personelle Überraschungen. Luis Diaz, der am vergangenen Wochenende beim 6:1-Erfolg gegen RB Leipzig noch mit drei Treffern geglänzt hatte, saß zunächst nur auf der Bank.

Der Offensivspieler war zu Wochenbeginn leicht angeschlagen gewesen. Zudem mussten die Münchner aufgrund eines Trauerfalls auf Joshua Kimmich verzichten. Bundestrainer Jürgen Klopp, der die Partie im Stadion verfolgte, bekam dennoch eine unterhaltsame erste Halbzeit zu sehen.

Klopp analysiert Bayern-Auftritt – und spricht über Kimmich

Arsenal musste früh auf Bukayo Saka verzichten, der verletzungsbedingt ausgewechselt wurde. Sein Ersatz Eberechi Eze brachte die Gäste anschließend mit 1:0 in Führung. Die Bayern fanden jedoch eine Antwort: Nach einem sehenswerten Pass von Harry Kane vollendete Alphonso Davies zum 1:1. Es war zugleich das erste Gegentor, das Arsenal in der laufenden Champions-League-Saison hinnehmen musste.

Auch Klopp sah die Gastgeber zur Halbzeit im Vorteil. Seine Einschätzung fiel dennoch nicht uneingeschränkt positiv aus: „Die Bayern können drei Tore schießen, eins haben sie geschossen, und an wahnsinnig viele Paraden von Manuel Neuer kann ich mich nicht erinnern. Trotzdem haben sie ein Tor kassiert, als mal kurz Unordnung da war und kein Druck auf dem Ball war.“

Dabei beobachtete der Bundestrainer nicht nur die deutschen Nationalspieler. Auf die Frage, wie er eine solche Begegnung in seiner neuen Funktion verfolge, erklärte er: „Natürlich will ich sehen, wie unsere Jungs spielen, ist ja gar keine Frage. Aber insgesamt interessiert mich alles am Spiel.“

Besonders die Defensivarbeit der Münchner beschäftigte den 59‑Jährigen. „Ich habe bis heute nicht abschließend verstanden, was Bayern gegen den Ball macht, und ich will mich einfach weiterbilden. (...) Aber vor dem Gegentor ist kein Druck auf dem Ball, und das fehlt mir dann.“

Auch das deutsche Mittelfeld war Thema. Gegen Arsenal liefen wegen des Fehlens von  Kimmich Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic gemeinsam auf. Klopp erklärte, wie er künftig auf dieser Position plant: „Joshua Kimmich ist ein überragender Mittelfeldspieler, der in unserem Team immer einen Platz haben wird. Aber wir brauchen ja mehr als einen Mittelfeldspieler. Im Idealfall haben wir vier, fünf, sechs, um dann auf eine bestimmte Art Fußball spielen zu können. Pavlovic und Bischof haben es bei uns super gemacht, aber das heißt nicht, dass das nicht auch mit Joshua Kimmich, mit Felix Nmecha, mit Mika Bauer oder mit Yannik Engelhardt funktionieren kann.“

Mit Blick auf die nächste Länderspielpause im November beschäftigt außerdem die Personalie Nicolo Tresoldi. Der Angreifer des FC Brügge läuft derzeit für die deutsche U21 auf, hat sich aber noch nicht endgültig zwischen Deutschland und Italien entschieden.

„Mit Tresoldi haben wir gesprochen, Mancini auch. Das ist ein normales Thema. Ich finde das komplett in Ordnung, dass die Jungs nachdenken“, sagte Klopp. Eine Entscheidung erzwingen möchte der Bundestrainer allerdings nicht. Vielmehr müsse sich ein Spieler aus eigener Überzeugung für die deutsche Nationalmannschaft entscheiden.

„Das ist jetzt nicht auf Tresoldi gemünzt, aber wir müssen auch niemandem hinterherlaufen. Der Junge muss das entscheiden, in dem Moment, wo er es entscheiden kann. Und dann ist das absolut fein. Dann nehme ich die Entscheidung. Aber jemanden überreden, deutscher Nationalspieler zu sein, das kann ja auch so nicht richtig sein“, so der Bundestrainer.

Auch nach der Pause blieb es spannend: In der 59. Minute verursachte Jurriën Timber einen Handelfmeter, den Harry Kane souverän zur 2:1-Führung für die Bayern verwandelte.