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„Kann machen, was er will“Harte Hamann-Schelte gegen Klopp

Wegen eines Pharma-Deals platzt Didi Hamann der Kragen. Klopp hat Narrenfreiheit, der Verband schaut hilflos zu!

Jetzt knallt es gewaltig! Dietmar Hamann geht mit Jürgen Klopp hart ins Gericht. Am Freitagabend knöpfte sich der einstige DFB-Kicker vor allem vor, wie sich der Coach der Nationalelf in der Öffentlichkeit präsentiert. Speziell ein Werbedeal des Trainers mit einem Arzneimittelhersteller bringt das Fass für ihn zum Überlaufen.

Nicht erst seit gestern stoßen ihm diverse Wortmeldungen des Übungsleiters seit dessen Job-Start sauer auf, stellte der 53-Jährige klar. Im YouTube-Format „Realtalk – die Show“ packte der Ex-Profi dann die verbale Keule aus: „Die Krönung ist jetzt diese Aufmerksamkeitskampagne als Bundestrainer für eine Pharmafirma, die Ozempic vertritt, ein zweckentfremdetes Medikament.“ Das berichtet „Sport1“.

Wer hat im Verband wirklich das Sagen?

Warum regt sich der TV-Experte derart auf? Urheber dieser Werbeaktion ist der Konzern Novo Nordisk Pharma. Dieser Hersteller fabriziert neben dem Diabetes-Mittel Ozempic ebenfalls das Mittel Wegovy, welches offiziell zur Steuerung des Körpergewichts freigegeben wurde. Dass ausgerechnet der Chefcoach der deutschen Auswahl seinen Namen für ein solches Projekt hergibt, geht für den Kritiker gar nicht. Seine klare Ansage lautet vielmehr: „Wir müssen wieder Werte vermitteln. Harte Arbeit, sich unterordnen, Teamspirit, Disziplin, Werte.“ Dass die Fußball-Spitze diesem Treiben tatenlos zusieht, stuft er als äußerst fragwürdig ein.

Wie kam es überhaupt dazu? Bereits seit dem 13. Oktober flimmert der Fußballlehrer in Werbefilmen über die Bildschirme. Als prominenter Fürsprecher wirbt er dort für das Projekt „Keiner bleibt allein. Zusammen gegen Diabetes und starkes Übergewicht“. Wenn es nach dem Pharmariesen geht, soll diese Aktion ein Umdenken in den Köpfen der Menschen bezüglich dieser zwei weitverbreiteten Leiden bewirken. Man will falsche Klischees beseitigen und den Betroffenen Mut zusprechen, sich medizinisch beraten zu lassen.

Als das Vorhaben anlief, äußerte sich ebenfalls Jesper Wenzel Larsen, der als Chef bei Novo Nordisk fungiert. Er appellierte daran, dass Betroffene langfristig die eigene Fitness selbst anpacken und couragiert handeln. Im Dialog mit Medizinern solle man gezielt „über moderne Behandlungsmöglichkeiten“ reden.

Wo liegt nun das Problem? Die Firma im Hintergrund bringt eben auch rezeptpflichtige Arzneien auf den Markt – wie etwa Ozempic. Bekannt geworden als „Abnehmspritze“, besitzt dieses Mittel eigentlich eine Zulassung für Patienten mit Typ-2-Diabetes. Zwar tauchen die konkreten Produktnamen in den Fernsehspots überhaupt nicht auf. Alles andere wäre hierzulande auch strengstens untersagt, weil das Gesetz in Deutschland eine unmittelbare Reklame für rezeptpflichtige Arzneimittel strikt verbietet.

Allerdings blickt der 53-Jährige noch viel tiefer hinter die Kulissen als nur auf Medikamente und TV-Werbung. Für den Fußball-Analysten offenbart dieser Vorgang glasklar, wie die Kräfte beim Deutschen Fußball-Verband mittlerweile verteilt sind. Schonungslos rechnet er ab: „Ich glaube, der DFB hat keine Handhabe, weil man ihn unbedingt wollte. Er kann machen, was er will. Ich glaube nicht, dass das mit dieser Aufmerksamkeitskampagne dem DFB recht ist, aber sie können nichts machen. Das zeigt die Ohnmacht im Moment des DFB.“

Abschließend setzt Hamann noch eine heftige Pointe obendrauf: „Im Moment ist Jürgen Klopp der DFB und ich weiß nicht, ob diese Entwicklung für den deutschen Fußball und den DFB gut ist.“ (red)