Nach dem plötzlichen Tod seines Bruders ist für Kevin Kampl nichts mehr wie zuvor. Nun sprach der ehemalige Mittelfeldspieler über den schweren Schicksalsschlag.
„Bricht alles weg“Tod seines Bruders (†51): Kampl gibt tiefe Einblicke

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Kevin Kampl wurde am Samstagabend vor dem Bayern-Spiel bei RB Leipzig offiziell verabschiedet.
Es war ein schwerer Schicksalsschlag für Kevin Kampl. Anfang Januar hat der Profi nach 270 Einsätzen in der höchsten deutschen Spielklasse seinen Vertrag bei RB Leipzig aufgelöst. Hintergrund für die Entscheidung ist eine Tragödie, die seine Welt auf den Kopf gestellt hat – und über die Kampl nun ausführlich gesprochen hat.
Der 22. Oktober veränderte alles. Kampl erhielt während einer Physio-Behandlung einen besorgniserregenden Anruf. Sein Bruder Seki (†51) war plötzlich unauffindbar. Ohne zu zögern, eilte Kampl zum Flughafen. Die furchtbare Bestätigung erhielt er via Handy-Nachricht bei seiner Ankunft in Solingen.
Kampl besucht täglich das Grab seines Bruders
Im Krankenhaus musste er Abschied von seinem Bruder nehmen, der an den Folgen eines Herzinfarkts verstorben war. „Da bricht dir alles unter den Füßen weg“, schildert Kampl den schrecklichen Moment in einem Interview mit „bild.de“. Er besucht das Grab nun täglich.
Sein Bruder war für Kampl „alles in einem. Mein Papa, mein bester Freund, mein Mentor“. Der Entschluss, die Fußballkarriere zu beenden, reifte Mitte November. Gemeinsam mit seiner Ehefrau wurde ihm bewusst: „Wir müssen nach Hause gehen.“
Die familiäre Lage ist schwierig. Sein Vater, der schon mehrere Schlaganfälle hinter sich hat, ist schwer angeschlagen und verliert Blut, lehnt aber einen Krankenhausaufenthalt ab. Seine Mutter, die sich jetzt um ihn kümmert, sei durch die Belastung in den letzten Monaten „um zehn Jahre gealtert“.
Die Zeit als aktiver Spieler ist für Kampl nun definitiv vorbei, auch wenn es Anfragen aus der Bundesliga und dem Ausland gab. Am Samstagabend (17. Januar 2025) vor dem Bayern-Spiel wurde er unter Tränen offiziell verabschiedet.
Wenn er seine Laufbahn bewertet, gibt er sich die Note „Zwei“. Ein Match wird er nie vergessen: den 3:2-Triumph in Leverkusen im Sommer 2024, als er nach einem 0:2-Rückstand selbst ein Tor schoss. Als seinen stärksten Kontrahenten bezeichnet er Florian Wirtz, als besten Teamkollegen Dani Olmo. Eine ganz besondere Verbindung hat er zu Coach Roger Schmidt, den er als „fast wie Familie“ beschreibt.
Schmidt wollte ihn 2017 sogar für eine gigantische Summe nach China holen. Dort hätte Kampl in nur drei Jahren so viel verdienen können wie in 15 Bundesliga-Saisons. Der Deal platzte jedoch, weil Leverkusen auf einmal 35 statt der abgemachten 28 Millionen Euro Ablöse verlangte. Gleichzeitig redete ihm Ralf Rangnick ins Gewissen, nicht nach China zu wechseln. Kampl ist heute „froh, wie es gekommen ist“.
Obwohl ihm die Teilnahme an einer Europa- oder Weltmeisterschaft mit Slowenien verwehrt blieb, hadert er nicht mit seinem frühen Abschied aus dem Nationalteam 2018. Ein riesiger Erfolg war der Gewinn des DFB-Pokals am 21. Mai 2022, der erste große Titel für RB Leipzig. Das Foto danach, das ihn beim Einfüllen von Red Bull in den Pokal zeigt und einen Shitstorm auslöste, bereut er keineswegs: „Wer das Ding holt, kann da reinkippen, was er will.“
Er will die 18 Jahre als Profi erst einmal sacken lassen. Seine Zukunft plant er aber weiterhin im Fußball: Er will seine Trainerlizenzen erwerben und sprach bereits mit Oliver Mintzlaff über eine mögliche Rückkehr nach Leipzig. „Hier fühle ich mich heimisch“, betont er. (red)
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