Als Mittelstürmer ist Ragnar Ache noch nicht so eingeschlagen, wie man sich das beim 1. FC Köln erhofft hatte. Lukas Kwasniok hat jetzt aber einen Fehler korrigiert.
Bringt das die Wende beim FC?Kwasniok korrigiert Ache-Fehler
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Aktualisiert
Ragnar Ache (27) stand noch gut eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff im Spielergang des Heidenheimer Stadions. In die Kabine wollte er nicht, mit jemandem reden auch nicht. Ache lehnte sich mit runtergerupften Stutzen an eine Wand und vergrub immer wieder sein Gesicht hinter den Händen, schüttelte den Kopf.
Der Stürmer des 1. FC Köln konnte die 90 Minuten zuvor einfach nicht abschütteln, wollte nicht in die Kabine zu den Kollegen. Ache war so etwas wie der Unglücksrabe dieser Partie: Er hatte eine frühe Chance und in der zweiten Halbzeit zwei dicke Gelegenheiten, um das 3:2 zu erzielen. Zweimal schoss er dabei allerdings genau auf Keeper Diant Ramaj, der einen Sahnetag erwischte. So blieb es am Ende bei der Punkteteilung (2:2) – der große FC-Befreiungsschlag blieb aus. Der von Ache auch.
Ache erhält Sonderlob nach 90 Minuten in Heidenheim
In 15 Bundesligaeinsätzen gab es ein Tor und vier Vorlagen für Ache – zu wenig. Vor allem, weil er der festen Überzeugung ist, in der Form seines Lebens zu sein. Doch FC-Trainer Lukas Kwasniok (44) schenkte dem Angreifer nicht das hundertprozentige Vertrauen, Ache kam in der Liga nur zu Kurzeinsätzen. Zwischenzeitlich war sogar ein Winterwechsel Thema – Werder Bremen erkundigte sich nach Ache.
Im Trainingslager in Spanien lobte Kwasniok dann auch noch Youngster Fynn Schenten (18) als einen Neuner, der Qualitäten besitze, die keiner beim FC hat. Aches Selbstvertrauen war völlig im Keller. Sein Berater Uwe Fuchs (59, EX-FC-Stürmer) suchte im Trainingslager das Gespräch mit den Verantwortlichen.
Das Spiel in Heidenheim war Aches erstes Ligaspiel über die volle Distanz für den FC (er wurde erst in der Nachspielzeit ausgewechselt) – mit mehr Selbstvertrauen hätte er eine Chance sicherlich verwertet. Zuvor durfte Ache nur im Pokal gegen den FC Bayern komplett durchspielen. Beim 1:4 erzielte er auch ein Tor.
Vor dem nächsten Bundesligaspiel gegen den FC Bayern am Mittwoch (14. Januar 2026, 20.30 Uhr, Sky, RTL und Liveticker auf EXPRESS.de) hat Kwasniok einen Fehler also korrigiert. Nachdem er zuvor Ache nicht die offenbar benötigte Unterstützung gegeben hatte, ließ er ihn gegen Heidenheim quasi durchspielen und pinselte ihm danach mit Lob den Bauch. Der sympathische Angreifer benötigt wohl genau diesen Umgang, um erfolgreich zu sein.
Kwasniok sagte auf Nachfrage von EXPRESS.de: „Ragnar ist einfach auf dem aufsteigenden Ast. Man darf nicht vergessen, dass er mit 27 Jahren das erste Mal in der Bundesliga unterwegs ist. Er kam mit zwei, drei Defiziten im Sommer zu uns. Wir haben ihm alle Zeit gegeben. Und es ist dann immer wieder ein Auf und Ab. Jetzt freut es mich einfach, dass er nach einem halben Jahr auch so weit ist, 90 Minuten intensiv zu arbeiten, auch gegen den Ball. Dadurch ist er für uns so ein Spielveränderer, weil es unheimlich schwer ist, ihn in der Luft zu verteidigen.“
Auch ohne Tor hat Ache seinem Coach gegen Heidenheim hervorragend gefallen. Jetzt hoffen alle, dass er gegen die Bayern wieder trifft, wie im Pokal. Kwasniok sagt: „Er hat es geschafft, Bälle gut festzumachen, gut abzulegen. Hat ein wirklich sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Das Einzige, was gefehlt hat, war sicherlich das Tor, was ich ihm gegönnt hätte. Aber was nicht ist, kann nur werden. Wenn du gut spielst, dann wirst du dich früher oder später belohnen.“
Kwasniok und sein Stürmer Ache – vielleicht wird es in den kommenden Wochen doch noch ein perfektes Match. Die Chancen hat sich Ache schon mal erarbeitet, jetzt muss er sich nur noch mit Toren belohnen.


