Für Steffen Baumgart endete die Zeit bei Union Berlin nach etwa anderthalb Jahren, rund um den Trainerwechsel gab es vor allem vom Verein selbst nicht nur leise Töne.
„Möchte dir in die Eier treten“Bei Baumgart-Abschied in Berlin wird es hitzig
Das 50-Spiele-Jubiläum durfte Steffen Baumgart (54) bei Union Berlin gerade noch feiern, eine Woche später war die 51. Partie als Trainer in der Hauptstadt gleichzeitig auch seine Abschiedsvorstellung.
Seit Spielerzeiten war Baumgart bei den Eisernen sehr geschätzt, er selbst lebte nur unweit des Stadions und hatte aus seiner Liebe zum Verein nie einen Hehl gemacht. Doch die Rückkehr gut 20 Jahre nach dem Abschied zu Spielerzeiten war letztlich keine Erfolgsgeschichte.
Marie-Louise Eta folgt bei Union auf Steffen Baumgart
Nachdem die Entlassung gegen Mitternacht am Samstag (11. April 2026) turbulent und fast schon etwas überstürzt gewirkt hatte, stellte Baumgarts Nachfolgerin ihn im Laufe des Sonntags in den Schatten.
Mit Marie-Louise Eta (34) als erster hauptverantwortlicher Frau an der Seitenlinie hatte Union schließlich Bundesliga-Geschichte geschrieben. In den sozialen Netzwerken hatte die Social-Media-Abteilung des Klubs nach der Verkündung alle Hände voll zu tun, sich mit großem Eifer gegen eine regelrechte Welle sexistischer und hämischer Kommentare zur Wehr zu setzen.
Am Montag dann würdigte Union noch einmal den vorigen Trainer. In einem emotionalen Beitrag nahm der Klub auf seinen verschiedenen Kanälen Abschied und dankte Baumgart für seine Zeit an der Alten Försterei.
„Lieber Steffen, danke für alles, was du diesem Verein gegeben hast – sowohl als Spieler als auch als Trainer. Danke für deinen Einsatz, deine Leidenschaft und die Momente, die bleiben. Und niemals vergessen … Eisern Union! Du wirst an der Alten Försterei immer herzlich willkommen sein“, hieß es im Text zu einem Foto, das Baumgart vor der mit Pyro erleuchteten Fankurve zeigte.
Doch selbst unter diesem Beitrag hatte Union keine Ruhe vor den Eta-Kritikern. „Hahaha, was für ein Tritt in die Eier. Offensichtlich traut man einer Frau mehr zu als Baumgart“, hieß es in einem Kommentar beim Kurznachrichtendienst X.
Wie schon am Vortag ließen die Eisernen die hitzigen Reaktionen nicht unkommentiert, konterten stattdessen mit dem offiziellen Klub-Account: „Wie gerne ich dir gerade in die Eier treten möchte …“
Alleine die Eindrücke der ersten Tage seit der Ernennung von Eta zur Cheftrainerin zeigen bereits, dass dem Community-Management der Berliner bis Saisonende arbeitsreiche Wochen bevorstehen dürften. (bc)
