Der Ex-FC-Profi sieht trotz der Niederlage gegen Griechenland Potenzial im Team von Jürgen Klopp. Doch der 36-Jährige formuliert auch Bedenken.
„Glaub mir“Hector macht DFB-Fans Mut – und nennt einzige Sorge

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Bundestrainer Jürgen Klopp beim Abschlusstraining vor dem Länderspiel gegen Serbien. Im Hintergrund: FC-Star Said El Mala.

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Der Start von Jürgen Klopp als Bundestrainer ist holprig verlaufen: Auf das wilde 1:1 in den Niederlanden folgte eine ideenlose 0:1-Niederlage gegen Griechenland.
Trotzdem glaubt Jonas Hector an die Entwicklung der Nationalmannschaft. Im Podcast „Schlag und fertig“, den der frühere FC-Profi mit dem Kölner Comedian Fabian Köster aufnimmt, ordnet Hector den ungewöhnlich großen Kader und die vielen Wechsel ein.
Hector über DFB-Auftritte: „Deswegen ist das alles halb so tragisch“
Klar ist: Für ihn ist die Länderspielperiode noch nicht entschieden. „Ich glaube, noch ist alles gut. Du hast jetzt aber noch zwei Spiele relativ kurz hintereinander. Davon hängt auch ein bisschen die Stimmung ab. Von einer Rettung zu sprechen, wäre vielleicht übertrieben. Aber im Moment sind noch alle euphorisch und positiv“, sagt Hector.
Dass viele Spieler auf dem Platz standen, die zuvor noch nie zusammengespielt hätten, sei in der Rechnung ein Faktor. „Ich glaube, die Deutschen haben das als einzige Nation so gemacht – mit einem großen Kader und vielen Wechseln. Viele andere Nationen haben ihren kleineren Kader über die drei Wochen behalten. Deswegen ist das alles halb so tragisch.“
Köster hakt nach: Nach dem Spiel gegen Griechenland sei zumindest bei ihm Enttäuschung aufgekommen. Vor allem habe sich ein bekanntes Problem gezeigt: „Über weite Strecken war da wieder das, was einen schon bei der WM so genervt hat: die Ideenlosigkeit gegen tief stehende, sehr stabil verteidigende Gegner.“
Hector glaubt, dass sich das mit einer eingespielten Mannschaft ändern wird. „Wenn du im November zwei Spiele hast und auf einen tief stehenden Gegner triffst, wird das anders angegangen, davon bin ich überzeugt. Klar, da (gegen Griechenland, Anm. der Red.) hattest du nicht viele Großchancen. Aber eigentlich musst du 1:0 führen, bevor du das Gegentor bekommst. Dann wäre alles okay gewesen.“
Eine Sorge treibt Hector dennoch um: „Wie lange machen die Leute das mit? Auch den Stil, den Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz hat. Er ist sehr klar in seinen Aussagen. Aber wenn du nicht gewinnst: Wie lange macht das jeder mit? Da bin ich gespannt.“
Dass ein spielerisches Fundament nicht sofort entsteht, ist Hector klar. „Gerade wenn du in der ersten Abstellungsperiode so viele Leute nominierst, ist auch klar, dass das Niveau vielleicht noch nicht da ist, wo man es sich erhofft hat. Nur weil Jürgen Klopp jetzt da ist, wird er auch nicht so schnell ein spielerisches Fundament hinlegen.“
„Aber man hat wirklich gehofft: Jetzt ist Jürgen da und jetzt ist alles wieder gut“, wirft Köster ein. Hector lenkt den Blick auf die nächsten Partien und auf die Spieler, die ihm bei den ersten Auftritten aufgefallen sind. „Da sind ein paar Jungs dabei, die dir weiterhelfen können. Sie haben das Potenzial, in der Nationalmannschaft zu spielen. Philipp Treu zum Beispiel, rechts hinten vom SC Freiburg. Den hatte vorher, glaube ich, kaum jemand auf dem Schirm. Er bringt konstant seine Leistung, ist aber trotzdem irgendwie unter dem Radar gelaufen.“
Hector mit Köln-Vergleich: „Das ist noch mal eine andere Bühne“
Auch Karim Adeyemi habe Eindruck hinterlassen, obwohl ihm vor dem Tor der Erfolg fehlte. „Der hat beim FC Barcelona bisher überragend gespielt, war einer der Aktivposten. Er hat die Kiste nicht getroffen, und das ist eben das Problem an der ganzen Nummer.“
Gerade Debütanten rund um FC-Star Said El Mala (20) müssten sich erst an die Aufmerksamkeit gewöhnen, sagt der frühere Nationalspieler. „Das ist noch mal eine andere Bühne. In Köln hast du auch Medien, da ist der FC im Kölner Ballungsraum interessant. Aber wenn du für die Nationalmannschaft spielst, ist das für 83 Millionen interessant. Das ist noch mal eine andere Hausnummer.“
Insgesamt könne sich bis zur EM 2028 noch einiges fügen, glaubt Hector. „Ich glaube schon, dass sich das in den nächsten anderthalb bis zwei Jahren noch zusammenfügt. Aber das braucht eben ein bisschen Zeit. Und die muss man ihnen auch geben.“ Am Ende bleibt Hector zuversichtlich. Seine Einschätzung fällt knapp aus: „Also, das wird, das wird, glaub mir.“

