Tabula Rasa im Vorstand Ex-Schalker Jobst wird neuer Boss bei Fortuna Düsseldorf

Alexander Jobst spricht mit Fredi Bobic.

Alexander Jobst (l.) hier am 15. Mai 2021 mit Fredi Bobic, wird neuer Vorstandsboss bei Fortuna Düsseldorf.

Das Vorstands-Chaos bei Fortuna Düsseldorf lichtet sich. Am Dienstagabend verkündete der Klub, dass Alexander Jobst neuer Vorstandsboss wird.

Ende für das Vorstands-Chaos in Sicht! Alexander Jobst (48) wird neuer Fortuna-Vorstandsboss! Der Ex-Schalker wird das Ruder ab Februar in die Hand nehmen. In diesem Zuge wird fast der komplette Vorstand neu besetzt. Nur Klaus Allofs (65) bleibt. Zudem sitzen im Gremium in Zukunft statt vier nur drei Männer.

Am späten Dienstagabend (11. Januar 2022) bestätigte der Klub den Deal. Am Mittag hatte der Aufsichtsrat die Personalie, die in den vergangenen Wochen bereits von der Spitze Björn Borgerding und Sebastian Fuchs eingestielt wurde, durchgewunken.

Fortuna Düsseldorf: Alexander Jobst startet am 14. Januar

In der Vereinsmitteilung heißt es: „Der Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf hat die Vorstandsbesetzung für die Zukunft der Fortuna geregelt. Alexander Jobst wird demnach neuer Vorstandsvorsitzender, Klaus Allofs Vorstand für Sport und Kommunikation und Arnd Hovemann wird zum Finanzvorstand berufen. Alexander Jobst wird am 14. Februar seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender beginnen.“

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Bis dahin wird Thomas Röttgermann (61) das Amt weiterführen. Der Mann, der seit April 2019 am Werk war, hatte am Samstag mitgeteilt, seinen im April auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, weil ihm der Vorstandsvorsitz entzogen werden sollte.

Alexander Jobst war zehn Jahre beim FC Schalke 04

Jobst war zuletzt zehn Jahre beim FC Schalke angestellt. 2011 wurde er in den dreiköpfigen Vorstand aufgenommen, war zuständig für die Ressorts Marketing und Merchandising, später übernahm er auch die Kommunikationsabteilung. 2020 wurden die Ressorts neu verteilt und Jobsts neuer Vorstandszuschnitt war für die Bereiche Marketing, Vertrieb & Organisation.

Im vergangenen Juni legte Jobst dann sein Amt in Gelsenkirchen nieder. Der Grund: Der sportliche Niedergang der Schalker sorgte für Hass und anhaltende Drohbotschaften. Für viel Aufsehen sorgte ein Deal mit der Ticketbörse viagogo im Jahr 2013, den Jobst eingefädelt hatte. Auf Druck der Fans und des Umfelds wurde der Vertrag aber nur acht Tage nach Unterschrift wieder gekündigt.

Christian Koke muss Fortuna Düsseldorf verlassen

Der studierte Sport-Ökonom wurde in Fulda geboren. Seine Vita vor Schalke liest sich beeindruckend: sechs Jahre Sportsponsoring bei der Siemens AG, 2005 Wechsel als Leiter ins Marketing-Management von Real Madrid und 2007 Head of Sales bei der FIFA in Zürich.

Es ist klar: Fortuna bekommt einen sehr erfahrenen Vermarkter als Vorstandsboss. Damit stand auch fest, dass für den aktuellen Marketingboss Christian Koke (48) kein Platz mehr ist. „Der im Juni auslaufende Vertrag von Marketingvorstand Christian Koke wird nicht verlängert“, heißt es.

Klaus Allofs bekommt die alleinige Vorstandsmacht für den sportlichen Bereich

Was EXPRESS.de schon angekündigt hatte, ist nun auch klar: Klaus Allofs bekommt die alleinige Vorstandsmacht für den sportlichen Bereich.
Bitter: Ausgerechnet am gestrigen 52. Geburtstag musste Uwe Klein erfahren: „Sportvorstand Uwe Klein wird zum 12. Januar von seinen Aufgaben als Sportvorstand entbunden.“

Ein ebenso offenes Geheimnis war, wer der dritte Mann im Vorstand werden würde. Es ist ein Finanzspezialist, den Fortuna ja bekanntlich schon in den eigenen Reihen hat: Arnd Hovemann. Derzeit ist der 48-Jährige noch als Direktor angestellt, er wird befördert: „Arnd Hovemann ist seit August 2019 Direktor Finanzen, Personal und Recht bei der Fortuna und wird ab dem 15. April für drei Jahre zum Finanzvorstand berufen.“

Björn Borgerding: „Wir wollen ein nahbarer, empathischer Verein bleiben“

Interessant: Hovemann arbeitete acht Jahre (2010 bis 2018) als Direktor Sportadministration beim FC Schalke 04, kennt Jobst also sehr gut.
Aufsichtsratschef Björn Borgerding, der in den vergangenen Tagen völlig abgetaucht war: „Wir wollen ein nahbarer, empathischer Verein bleiben und uns zugleich wirtschaftlich und strukturell weiterentwickeln. Denn das ist die Basis für sportlichen Erfolg. Mit Alexander Jobst als anerkanntem Experten wollen wir den nächsten Schritt gehen.“

Was den Fortuna-Fans beim neuen Vorsitzenden womöglich aber nicht ganz so schmecken könnte: Jobst hielt im Juni eine emotionale S04-Abschiedsrede, in der er sich als Vollblut-Schalker gab und ankündigte, eine Dauerkarte kaufen zu wollen. Nun muss Jobst von Blau-Weiß auf Rot-Weiß umschwenken.

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