Mega-Zoff in DüsseldorfSchalke-Star fetzt sich mit Coach: Klub spricht deftige Strafe aus

Schalke-Profi Thomas Ouwejan und Cheftrainer Karel Geraerts liefern sich an der Seitenlinie ein Wortgefecht.

Heftiges Wortgefecht: Am Samstagabend (25. November 2023) kam es in Düsseldorf zwischen Schalke-Coach Karel Geraerts (r.) und Linksverteidiger Thomas Ouwejan nach dessen Auswechslung zum Zoff an der Seitenlinie.

Der FC Schalke 04 hat in der 2. Bundesliga den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen. Bei der 3:5-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf kam es außerdem zum Eklat an der Seitenlinie.

von Anton Kostudis (kos)

Auf Schalke liegen die Nerven blank! Das 3:5 bei Fortuna Düsseldorf am Samstagabend (25. November 2023) war bereits die neunte Saison-Niederlage für die Königsblauen in der zweiten Liga.

Die Lage in Gelsenkirchen ist prekär. Auch unter Neu-Coach Karel Geraerts (41) kommt der Bundesliga-Absteiger einfach nicht in Tritt, hängt weiter auf dem Abstiegs-Relegationsrang fest. „Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist zwölf“, brachte es der Schalke-Coach nach der Auswärts-Schlappe auf den Punkt.

FC Schalke 04: Thomas Ouwejan zofft sich mit Coach Karel Geraerts

Vor allem im ersten Durchgang hatten sich die Gäste erschreckend desolat präsentiert, waren mit dem 0:3-Rückstand zur Pause noch gut bedient. Insbesondere die Abwehr agierte teils vogelwild: Mit 33 Gegentoren stellen die Königsblauen ohnehin die schwächste Defensive der zweiten Liga.

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Schon nach einer halben Stunde hatte Geraerts daher in Düsseldorf reagiert – und drei seiner Profis mit der Höchststrafe bedacht: Der Schalke-Coach nahm Thomas Ouwejan (27), Lino Tempelmann (24) und auch den angeschlagenen Dominick Drexler (33) nach 33 Minuten vom Feld.

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Das gefiel vor allem Ouwejan überhaupt nicht. Der niederländische Linksverteidiger – mit zwei Toren und vier Assists immerhin zweitbester Schalke-Scorer in dieser Saison – verweigerte nach seiner Auswechslung den Handschlag mit seinem Trainer. Daraufhin kam es zum heftigen Wortgefecht an der Seitenlinie. Auch Lizenzspieler-Chef Gerald Asamoah (45) schaltete sich ein. Ouwejan stapfte schließlich wütend in die Katakomben.

Nach der Partie äußerte sich Geraerts zum Zoff, erklärte zunächst seine drastische Maßnahme: „Ich werde nicht der erste und der letzte Trainer sein, der so etwas macht. Ich war nicht zufrieden mit der Leistung der drei Spieler.“ Zum Zoff mit Ouwejan gab's dann Klartext vom Schalke-Trainer: „Ich muss darüber nachdenken. Aber ich werde so ein Verhalten sicherlich nicht akzeptieren.“

Am Sonntag folgte dann die deftige Strafe vom Klub: der Niederländer muss eine Geldstrafe bezahlen, zudem wird er die am Montag beginnende Trainingswoche bei der Schalker U23 verbringen.

„Ich denke, du musst immer Respekt gegenüber dem Team, dem Verein, den Mitarbeitern und dem Trainer haben. Das Team steht über allem, nicht der Einzelne“, stellte der Coach klar.

Schalke-Boss André Hechelmann: „Ich habe mich geschämt“

Angesichts von mageren 13 Pünktchen aus 14 Partien herrscht spätestens jetzt Abstiegs-Alarm auf Schalke. „Ich habe mich geschämt. Es geht um Haltung, um die eigene Ehre. Es tut mir im Herzen weh für alle, die hier angereist sind“, meinte Schalkes Sportboss André Hechelmann (39) gegenüber der „WAZ“. Der Klub-Boss rief zudem den Abstiegskampf aus: „Ganz klar. Das ist das, was in den nächsten drei Wochen für uns ganz oben steht.“

Und auch Keeper Ralf Fährmann (35), der vor dem 0:3 kräftig danebengegriffen hatte, meinte bei Sky: „Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein: Im Moment spielen wir so, wie wir auch in der Tabelle dastehen.“ Auf die Frage, ob es für die Schalker in dieser Spielzeit nur noch um den Liga-Verbleib gehe, meinte Fährmann: „Ich glaube, wer was anderes behauptet, verschließt die Augen.“

Ob die Schalker den Ernst der Lage verstanden haben, wird sich bereits am kommenden Freitag (1. Dezember, 18.30 Uhr) zeigen. Dann empfangen die Gelsenkirchener das Tabellen-Schlusslicht VfL Osnabrück zum Keller-Gipfel. Keine Frage: Schalke kämpft ums Überleben. „Ich hoffe, alle Spieler haben das verstanden. Wenn nicht, werde ich es ihnen schon erklären“, so Geraerts.