„Inszeniert sich“ Heftige Kritik an Nagelsmann vor Krisen-Duell mit Bayer Leverkusen

Julian Nagelsmann rudert am Spielfeldrand mit den Armen.

Julian Nagelsmann (FC Bayern München) am 13. September 2022 beim Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona (2:0).

Freitagabend, Flutlicht, Bayern gegen Bayer – die Bundesliga blickt gespannt auf das Krisen-Duell. Es wird ein spannender Abend, vor allem für die Trainer beider Klubs.

Sieben Spiele sind absolviert in der Bundesliga. Und nach der Länderspielpause geht es am Freitagabend, 30. September 2022, 20.30 Uhr, (DAZN) weiter mit der Begegnung zwischen dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen.

Vor der Saison hätten alle von einem Spitzenspiel gesprochen, auf der einen Seite der selbstbewusste Serienmeister als Gastgeber, auf der anderen Seite der Geheimfavorit auf die Meisterschaft.

FC Bayern gegen Bayer Leverkusen: Krisengipfel

Doch aktuell ist es eher ein Krisen-Gipfel. Die Bayern stehen nach sieben Spieltagen auf einem für ihre Verhältnisse unwürdigen fünften Tabellenplatz. Drei Siege, drei Unentschieden und eine Niederlage hat der FCB unter Trainer Julian Nagelsmann (35) bisher abgeliefert. Zuletzt gab es am 17. September 2022 das 0:1 beim FC Augsburg.

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Und für Leverkusen mit Trainer Gerardo Seoane (43) sieht es noch düsterer aus: Tabellenplatz 15, nur ein Sieg, zwei Unentschieden und vier Niederlagen.

Beide Trainer stehen unter Druck, über beide Trainer wird diskutiert. Nagelsmann bekam jetzt nochmal ordentlich sein Fett weg. Ex-Bayern-Profi Manfred Bender (56, Meister mit den Bayern 1989 und 1990) sagte gegenüber Sportradio Deutschland: „Den FC Bayern könnte auch ein Bäcker trainieren.“ Er müsste gar kein so guter Trainer sein, er muss die Mannschaft nur führen können, „Das kann Nagelsmann noch nicht.“ Rumms!

Bender weiter: „Beim Julian habe ich das Gefühl, er möchte auf Augenhöhe sein mit den Spielern. Statt mit dem Auto in die Tiefgarage zu fahren, kommt er mit dem E-Board und inszeniert sich.“ Nagelsmann müsse die Gesamtsituation beim FC Bayern annehmen, „da muss er sich zurücknehmen.“

Auch öffentliche Kritik gegen die Mannschaft sei schädlich. Nagelsmann hatte die Abwehr zuletzt als Hühnerhaufen bezeichnet. Bender dazu: „suboptimal. Das darfst du als Bayern-Trainer nicht sagen. Aber er ist noch jung.“

Solche Sätze werden Nagelsmann wohl eher nicht tiefgreifend beeinflussen. Die sportliche Krise bei den Bayern hat ihn aber ordentlich mitgenommen, wie er am Donnerstag gestand: „Dass die letzten zwei Wochen mich total kaltlassen, wäre gelogen. Ich hinterfrage mich immer, jeden Tag. Aber ich hatte jetzt keine Rücktrittsgedanken. Fußball ist meine Leidenschaft, aber definiert nicht mich als Mensch oder mein Lebensglück.“

Während die Nationalspieler unter Hansi Flick (57) in der Nations League aktiv waren, hat Nagelsmann Lösungen gesucht. Alle Spiele wurden nochmals intensiv analysiert, zudem hat der Coach alte Weggefährten kontaktiert und um Rat gebeten, um „den Horizont zu öffnen“. Nagelsmann will jedoch seinem Weg treu bleiben: „Wir müssen nicht alles umkrempeln.“

Rückendeckung aus dem Verein hat er sowieso. Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) betonte: „Julian ist sehr klar. Er und sein Trainer-Team wissen genau, was zu tun ist.“ Dabei sind eigentlich die Spieler gefragt: Zuletzt spielten die Bayern immer überlegen, doch beste Chancen wurden versemmelt. Nagelsmann: „Uns muss bewusst sein, dass wir Bayern München sind und nicht auf dem Tabellenplatz stehen, der unserem Anspruch gerecht wird. Ich erwarte, dass wir investieren, das ist mit das Wichtigste.“

Dann werde hoffentlich auch die Chancenverwertung endlich besser. Torwart Manuel Neuer (36) und Leon Goretzka (27) sind nach ihren Corona-Infektionen übrigens wieder dabei.

Und was sagt Bayer-Coach Seoane vor dem Krisengipfel: „Natürlich liegt in den Resultaten auch ein gewisser Zusammenhang mit der Kontinuität eines Coaches.“ Er weiß also, was die Stunde geschlagen hat. Die Krise will er als Chance sehen: „An dieser Challenge müssen wir wachsen, individuell als Mannschaft und auch ich als Coach.“

Doch der Druck steigt, weitere Pleiten könnten die Lage schnell eskalieren lassen. „Es sind einfach wichtige Spiele. Wir gehen jedes so an, um ein positives Ergebnis zu holen“, sagte der 43-Jährige. (ubo)

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